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Standpunkt

Tourismusrekorde

Print-Ausgabe 13. Februar 2026

Neue Bestwerte im Tourismus, wohin man blickt. Also fast überall, wenn man von jenen Ländern absieht, die durch Kriege, Krisen und sonstige politische Querelen beeinträchtigt sind. Auch Österreichs Incoming konnte sich 2025 über einen Rekord der Nächtigungszahlen in Höhe von 157,27 Millionen freuen, ein Zuwachs um weitere +1,9 %. Dieses Wachstum ging vor allem auf internationale Gäste zurück, wobei auch das Inland leicht gestiegen ist.

Das, also der Anstieg internationaler Gäste, ist kein Zufall. Denn wie der schwedische Arzt Hans Rosling in seinem 2017 posthum veröffentlichten Buch „Factfulness“ festhielt, hatte sich die Welt in vielen Bereichen besser entwickelt als wir alle intuitiv glauben, vor allem bei Einkommen, Gesundheit, Bildung, Lebenserwartung und Armut. Vor allem ersteres – also das global steigende Einkommen – führt und führt dazu, dass Menschen überproportional mehr Geld für´s Reisen ausgeben.

Einfach erklärt: Wenn das Einkommen steigt, wächst der Reise-Konsum stärker als z. B. der für Lebensmittel. Hans Rosling hat dies in seinem Buch „Factfulness“ so beschrieben: Bei niedrigem Einkommen wird Geld fast nur für Grundbedürfnisse ausgegeben. Sobald mittlere Einkommensstufen erreicht sind, gibt es erste Urlaubsreisen, die allerdings oft nur regional unternommen werden. Hohe Einkommen führen dann zu häufigen, internationalen Reisen.

Wenn Menschen nicht mehr ums Überleben kämpfen müssen, investieren sie in Erlebnisse, Mobilität und Bildung. Reisen sind ein klassisches Beispiel dafür. Das ist auch eine der Erklärungen für den großartigen Erfolg von Dubai: Rund 6,6 Milliarden oder 80 % der Weltbevölkerung leben innerhalb von acht Flugstunden Entfernung von der Wüstenstadt. Für die meisten Europäer:innen ist klar, weshalb sie an den Golf reisen. Die meisten anderen Menschen kommen in das Traumziel, weil sie dort das erleben können, was ihnen in ihren Heimatländern verwehrt bleibt.

Europa ist und bleibt das Nummer 1 Ziel. Und wenn die Hotspots abgegrast sind, kommen die Sekundärziele ins Spiel. Also auch Wien sowie Österreich. Um auf Hans Rosling und die „Factfulness“ zurückzukommen: Wie man es auch dreht und wendet, dürfte in den kommenden Jahren – Pandemien, politische Krisen oder gar Kriege ausgenommen – neuen Höchstwerten im Tourismus nichts entgegenstehen.

Ebenso verhält es sich mit den damit einhergehenden unerfreulichen Dingen. Denn mehr Reisen bedeutet auch höheren Energie- und CO₂-Verbrauch. Tourismus ist zum einen ein Wohlstandsindikator, zum anderen auch ein ökologisches Thema.

Wir dürfen uns also – fast automatisch – in den kommenden Jahren auf weitere Tourismusrekorde freuen. Die Vielzahl an Herausforderungen die dabei entstehen, sind durchaus zu meistern, findet der

Lupo

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