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Standpunkt

Kreuzfahrt-Wunder

Print-Ausgabe 15. Jänner 2026

Es ist fast wie ein Wunder. Die Wiederauferstehung der Kreuzfahrtindustrie. Von tiefsten Tiefen der Pandemie-Jahre zu laufend neuen Rekorden. Zweifelsohne stellten die zurückliegenden Jahre eine absolute Herausforderung dar, doch bereits 2023 wurden die Werte von vor Corona übertroffen und 2026 sollten die weltweiten Gästezahlen der Kreuzfahrt jene von 2019 um ein Drittel (!) übertreffen.

Nicht nur das: Die Retailbranche profitiert vom Comeback der Kreuzfahrt in einem deutlichen Ausmaß. Der kumulierte Anstieg der fakturierten Umsätze von rund einem Fünftel 2025 sucht seinesgleichen.

Zugegeben, es gibt eingefleischte Befürworter und energische Gegner der Kreuzfahrt. Doch eines steht fest: Mit rund 430 Schiffen – einige mehr oder weniger werden es mit Sicherheit sein, es gibt kein einziges offizielles globales Register – stellt die Branche gerade Mal 0,4 % aller zivilen Schiffe, die auf den Weltmeeren unterwegs sind (nicht hinzugezählt die rund 45.000 privaten Yachten). Auch die Kriegsschiffe, die weltweit im Einsatz stehen – vom kleinen Landungsboot bis zum Flugzeugträger – sind in dieser Zahl nicht enthalten. Ihre Zahl wird auf 4.700 geschätzt.

Auch die laut UNWTO weltweit rund 1,4 Mrd. Tourist:innen, die 2024 über Nacht in ein anderes Land reisten, stellten gegenüber den damals rund 34,7 Mio. Kreuzfahrtgästen das 40-fache dar. Umgekehrt gesagt, machen die Kreuzfahrtgäste gerade Mal 2,5 Prozent der UNWTO-Zahlen internationaler Tourist:innen aus.

Die energischen Gegner der Kreuzfahrt monieren deren Umweltsünden und kritisieren die Riesenschiffe. Natürlich ist es so, dass bei der Kreuzfahrt zusätzlich zu den üblichen Schiffsleistungen jene der schwimmenden Hotels hinzukommen. Doch Hand aufs Herz: Es kann sich kein Kreuzfahrtunternehmen mehr leisten, Dreck in die Luft zu blasen, wie es etwa bei den weltweit rund 15 400 Fährschiffen (Passenger & RoRo/Passagierfähren) leider in den meisten Fällen noch Gang und Gebe ist. Und „Riesenschiffe“ – also jene, die mehr als 5.000 Gäste an Bord haben – gibt es weltweit nur rund 20.

Das Jahr 2026 markiert dabei so etwas wie eine Wende. Die Kreuzfahrt nimmt Kurs auf bahnbrechende Innovationen. So nimmt Viking Ocean Cruises mit der „Libra“ das weltweit erste wasserstoffbetriebene Kreuzfahrtschiff in Betrieb, Havila Voyages ließ Ende vorigen Jahres das erste mit Biogas betankte Kreuzfahrtschiff durch Norwegens Fjorde gleiten, LNG- und Dual-Fuel-Antriebe senken die CO₂- und Schwefelemissionen erheblich und Festoxid-Brennstoffzellen (SOFC) in MSC-Schiffen setzen neue Maßstäbe in der Energieeffizienz. Dazu kommen Landstromanschlüsse, Wärmerückgewinnungssysteme und Abwärmenutzung, die den Energieverbrauch minimieren.

Es gibt noch viel zu tun in der Kreuzfahrtindustrie, bis die Treibhausgasemissionen bis 2050 – so der CLIA-Plan – netto null erreichen, mit Zwischenzielen wie 40 Prozent Reduktion bis 2030. Eines ist aber klar: Die Kreuzfahrt lebt, wie nie zuvor, stellt einen tollen Mehrwert dar, nicht nur für den Retailbereich sondern auch für die Gäste, die ihre Leistungen nutzen, und befindet sich auf dem besten Weg, klimaneutral zu werden, erlaubt sich diesmal den Hinweis zu geben der

Lupo

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