Print-Ausgabe 12. Juni 2026
Sie war auch Gegenstand des T.A.I. WERBE GRAND PRIX 2026: Die KI (Künstliche Intelligenz). Wie Stefan Schmertzing, Vorsitzender der Fachjury, in seiner Keynote betonte, sei die Seele entscheidend: „Wir können immer besser werden, vor allem bezüglich KI-Umsetzung, aber wichtig ist die Seele. Öffnet eure Seele für die Konsument:innen!“
KI ist derzeit in aller Munde. Doch anders, als die Mehrheit für möglich hält. Öffnet eure Seele. Ähnlich argumentierte beim Sunny Cars Round Table in Málaga deren Gründer und Geschäftsführer, Kai Sannwald. Wie der Chef des Qualitäts-Mietwagenbrokers feststellte, sei vor allem die Betonung gegenüber den Mitarbeitern wichtig, „dass wir sie durch KI nicht ersetzen, sondern sie insgesamt besser werden.“ Nachsatz: „Das wäre für andere Firmen auch gut.“
Wow. Das saß. Denn weithin wird davon ausgegangen, dass KI vor allem auf verdiente Kolleg:innen abziele. Wer einmal mit Wirtschaftstreuhändern oder Anwälten gesprochen hat, kann dem nur zustimmen. Doch KI ersetzt vor allem Routinearbeit. Besonders gefährdet sind einfache, wiederholbare Tätigkeiten mit klaren Regeln. Ebenso oft ersetzt KI aber nur Teile einer Tätigkeit.
Ein wenig fühlen sich die aktuellen Vorbehalte gegen die KI so an wie seinerzeit die Angst vor Maschinen. Das Jahrhundertgenie Charlie Chaplin führte das vor rund 90 Jahren in seinem Film „Modern Times“ gekonnt vor.
Themenwechsel. So ließ der deutsche Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger, der vor knapp über einem Jahr das Amt übernommen hat, mehrfach bezüglich KI aufhorchen. Er möchte Deutschland nämlich zu einem KI-Hotspot machen. Europa hinke bei der Künstlichen Intelligenz amerikanischen und chinesischen Anbietern hinterher, doch sieht Karsten Wildberger die Chance der Bundesrepublik darin, Agenten zu erschaffen, die bis jetzt keiner hinbekommen hat. „Eine KI-Lösung für die Industrie braucht Fachexpertise. Nirgendwo gibt es mehr davon als in Deutschland.“ Das Land gewinne dadurch an Souveränität, weil es nicht mehr von ausländischer Software abhängig sei.
KI ist – ob wir wollen oder nicht – also in keiner Weise mehr aufzuhalten, unabhängig davon, ob uns die USA, China oder Deutschland damit beglücken werden. Fest steht aber auch, dass die Seele entscheidend ist, wie Stefan Schmertzing richtig feststellte. Und dass KI sich nicht gegen Mitarbeiter:innen wendet, sondern sie ihnen dabei helfen soll, wie Kai Sannwald betonte, besser zu werden.
In diesem Sinne: Stehen wir der KI offen gegenüber. Es liegt an uns, was wir aus ihr machen. Seele und Mitarbeiter:innen à la Sunny Cars weisen den Weg, meint
Lupo
Erstellt am: 12. Juni 2026
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