Print-Ausgabe 17. April 2026
Es wurde, wie Martin Fast, Geschäftsführer von DERTOUR Austria, Ende voriger Woche bei einem Medien-Gespräch betonte, mit dem kurz zuvor vereinbarten Waffenstillstand im Iran-Krieg „ein Pflänzchen gesetzt“, über dessen Wachstum oder Verdorren die nächsten Wochen entscheiden. Er hatte nicht vor, den Nahost-Krieg zu erwähnen, aber die aktuelle Lage bot keine andere Möglichkeit. Denn rund 75 % aller DERTOUR Austria Gäste, die in Richtung Indischer Ozean reisten oder die Golf-Region besuchten, sind im Vorjahr über Dubai, Abu Dhabi oder Doha geflogen. Und das waren 2025 nicht wenige, denn mit den Malediven (Umsatz +25 %), Mauritius und den Emiraten (+30 %) befanden sich drei Ziele in den Top-Ten. Die Malediven als Ferndestination landeten sogar hinter Griechenland im Vorjahr umsatzmäßig an 2. Stelle.
Im Österreich-Tourismus gibt es ebenfalls rückläufige Buchungszahlen aus Fernost. Diese sind besonders schmerzhaft, wenn man nicht die üblichen Ankünfte und Nächtigungen heranzieht, sondern die durchschnittlichen Tagesausgaben. So zählten Reisende aus den V.A.E. (Vereinigte Arabische Emirate) mit 531 Euro pro Person laut Österreich Werbung (ÖW) bzw. T-MONA (Tourismus-Monitor Austria) zu den ausgabenfreudigsten Gästen, jene aus Saudi-Arabien gaben 491 Euro aus. Auch jene aus China (492 Euro) lagen weit über jenen der Österreich-Urlauber:innen, die täglich 179 Euro springen ließen. Urlauber:innen aus dem größten Herkunftsmarkt Deutschland (mehr als 37 % aller Österreich-Übernachtungen) kamen gar nur auf 162 Euro.
Zurück zum Outgoing: Im drittwichtigsten Reise-Quellmarkt der Welt, Deutschland (nur aus den USA und China gab es zuletzt mehr Reisen ins Ausland), zeigte sich die Katerstimmung deutlich. Denn der gesamte Buchungsumsatz der deutschen Reisebüros im März lag um 11,6 % unter dem des Vorjahres. Die Zahl der gebuchten Urlaube sank sogar um -15,0 %.
Laut Martin Fast sei Kreta derzeit „nur sehr schwer zu vermitteln“ (dort gibt es in Souda an der Nordküste bei Chania den wichtigsten US-Militärstützpunkt auf griechischem Boden) und auch Zypern habe in den zurückliegenden Wochen gelitten. Anders läuft es in der Dominikanischen Republik (aktuell +20 %), in Mexiko bzw. Yucatán (+30 %), aber auch in Tunesien (+6 %) und Bulgarien (weit über +80 %).
Wie dem auch sei, bis Herbst sollte sich nach Ansicht von Martin Fast „die Lage verbessern“. Was auch immer das heißt, er würde jetzt den Herbst- und Winteraufenthalt im Indischen Ozean buchen. Denn mit Preisen, wie für ein 4-Sterne-Hotel auf den Malediven (rund 1.900 Euro), sei es bei den Kerosin-Preisen, die derzeit am Markt sind, ein „Schnäppchen, wie wir es nicht mehr sehen werden“. Normal wären 3.500 Euro für besagtes 4-Sterne Hotel zu berappen. Martin Fast: „Die Preise sind derzeit am ‚bottom level‘, auch wenn der Krieg weitergeht.“
Soweit sollte es nicht kommen, denn selbst der amtierende US-Präsident hofft, dass sein „praktikabler“ Plan den Weg für ein Ende des fast sechswöchigen Krieges ebnen wird. „Ein Pflänzchen ist gesetzt“, wie eingangs Martin Fast zitiert wurde. Wobei das Ende des Iran-Krieges, der noch lange Nachwirkungen zeigen wird, nicht nur für DERTOUR oder dem Österreich-Tourismus zu wünschen wäre, sondern diesmal wirklich für alle, hofft der
Lupo
Erstellt am: 17. April 2026
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