Standpunkt

Blaupause

Print-Ausgabe 17. Juli 2026

Die Tourismusbranche hat das Doppelbudget insgesamt als einen notwendigen Beitrag zur Budgetsanierung anerkannt, gleichzeitig aber mehrere Kritikpunkte geäußert. Das war im Vorjahr. Jenes für 2027/2028 wurde Mitte Juli dieses Jahres nach hitziger Parlamentsdebatte beschlossen. Wichtigster Punkt aus Sicht der Wirtschaft ist die geplante Senkung der Lohnnebenkosten. Sie kommt aber erst ab 2028.

Ansonsten liest sich die Kritik von Österreichs Tourismus wie eine Blaupause. Für jene, die der jüngeren Generationen angehören: Unter Blaupause verstand man ursprünglich die Kopie einer Zeichnung, die durch ein spezielles Lichtpausverfahren auf blauem Papier hergestellt wurde. Seit damals wird der Begriff im übertragenen Sinn verwendet, als Vorbild, Muster oder Modell für etwas Neues.

In diesem Sinne ist auch die Kritik der Tourismusbranche am nunmehrigen Doppelbudget zu verstehen. Sie gleicht in wesentlichen Punkten jener des Vorjahres: Zu wenig Wachstumsimpulse – es gibt keine Anreize für Investitionen, Innovationen oder die Modernisierung touristischer Betriebe – zu hohe Arbeitskosten, die trotz Senkung der Lohnnebenkosten weiterhin extrem hoch sind (Österreich hat die vierthöchste aller EU-Länder, Deutschland, und Frankreich sind günstiger, Italien liegt sogar unter dem EU-Durchschnitt) –, oder zu geringe Impulse gegen den Arbeitskräftemangel.

Die Senkung der Lohnnebenkosten wird laut Branchenanalysen – sie kommen allen voran von der Bundessektion Tourismus in der WKO (Wirtschaftskammer Österreich), von Thomas Reisenzahn, dem Chef der Prodinger Tourismusberatung, von der ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung) und von der OeHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank) – im Durchschnitt nur rund 0,25 % des Hotelumsatzes ausmachen. Sie wird zwar als wichtiges Signal gewertet - Österreichs Unternehmen sparen in Summe rund 2 Mrd. Euro pro Jahr –, aber nicht als entscheidender wirtschaftlicher Impuls angesehen.

Die zentrale Botschaft der Tourismusbranche lautet deshalb, dass das Doppelbudget 2027/2028 zwar richtige Signale setzt, aber keine ausreichende Reform für den Tourismusstandort Österreich darstellt. Das ist bitter. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sogar der Bundeskanzler die Branche als „tragende Säule der österreichischen Wirtschaft“ bezeichnet hat.

Die Kern-Forderungen bleiben demnach die gleichen wie seit Jahren und vor allem beim Doppelbudget des Vorjahres: Weitergehende Entlastungen bei den Arbeitskosten, stärkere Investitionsanreize und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, damit vor allem Hotellerie und Gastronomie, aber auch Reisebüros, ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig verbessern können. Die erst 2028 wirksam werdende Senkung der Lohnnebenkosten ändert daran kaum etwas, bedauert zutiefst nicht alleine der

Lupo

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