Ehrenzeichen-Verleihung mit Appell aus Brüssel: „Zeit der Neuorientierung, auch für den Tourismus“
Tourismuspolitik

Ehrenzeichen-Verleihung mit Appell aus Brüssel: „Zeit der Neuorientierung, auch für den Tourismus“

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Es war eine in mehrfacher Hinsicht einzigartige Veranstaltung, die Donnerstagnachmittag des 22. September 2022 im Marmorsaal des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft über die Bühne ging: Die Verleihung des „Goldenen Ehrenzeichens der Republik Österreich“ an Petra Stolba (r.) durch Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (l.). Stolba leitete 15 Jahre hindurch als Geschäftsführerin die Österreich Werbung (ÖW) und gehört seit August 2022 als Head of Cabinet des Vizepräsidenten des Europäischen Parlamentes in Brüssel, Othmar Karas, zu den wichtigsten Vordenker- und Mitgestalter*innen der Zukunft des Kontinents.

Beeindruckende Karriere

Die Einzigartigkeit der Ehrenzeichen-Verleihung hatte einerseits mit dem Kreis der zu dem Festakt geladenen Persönlichkeiten zu tun, anderseits mit der in Susanne Kraus-Winklers Laudatio punktgenau beschriebenen Persönlichkeit von Petra Stolba: „Hartnäckig im Umsetzen“, „großer Gestaltungswille“, „großes Gespür und Leidenschaft für Vieles“. Stolba habe in ihrem bisherigen Berufsleben (von Volksbank Reisen über das Austrian Convention Bureau/ACB, Niederösterreich Werbung, Wirtschaftsministerium und WKÖ/Wirtschaftskammer Österreich bis hin zur ÖW) laut Susanne Kraus-Winkler „Österreichs Tourismuspolitik nicht nur nachhaltig mitgeprägt“, sondern davor und währenddessen auch sechs (!) Studien absolviert und alle mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen.

Zukunftsgerichtete Grundsatzrede

Wirklich einzigartig wurde die Veranstaltung spätestens dann, als die zuvor ob ihrer Innovationskraft und dem Talent zum Bündeln der Kräfte von Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler charakterisierte Petra Stolba ihren Dankesworten eine zukunftsgerichtete Grundsatzrede über die entscheidenden Entwicklungsschritte – auch und vor allem für den Tourismus – in den kommenden Jahren anschloss:

Weg vom Wachstums-Paradigma

So fänden aktuell in Brüssel viel Diskussionen darüber statt, „wo wir uns in Europa hinbewegen müssen.“ Dabei kristallisiere sich vor allem eines heraus: „Wir brauchen eine komplett neue Wirtschaftsordnung und damit neuen Gesellschaftsvertrag.“ Der Verwerfungen des Herkömmlichen hätten sich bereits vor der Pandemie und Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich gezeigt, wurden aber ignoriert.

Jetzt gehe es darum, das künftige Wirtschaftssystem nachhaltig zu gestalten und zwar ohne dadurch ökonomische Krisen auszulösen. Stolba: „Wir müssen weg vom Wachstums-Paradigma. Es braucht einen Umbau.“ Es gehe darum, „Wirtschaft demokratisch zu schrumpfen“ und mit mehr Nachhaltigkeit und Qualität auszugestalten, an denen alle partizipieren können.

EU „Transition Pathway for Tourism“

Was all dies mit Österreich und seinem Tourismus zu tun hat? Auch diesbezüglich wurde Petra Stolba konkret: „Die Reisebranche steht, wie alle Wirtschaftsbereiche auch, vor enormen Herausforderungen. Das war schon vor Pandemie so!“

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, wurde heuer im Februar von der EU Kommission der „Transition Pathway for Tourism“ (PDF) präsentiert. Er enthält Petra Stolba zufolge die wichtigsten Maßnahmen, Ziele und Bedingungen für den umweltfreundlichen und digitalen Übergang. Ebenso gehe es im „Transition Pathway“ um die langfristige Widerstandsfähigkeit des Sektors. Schmunzelnd stellte Stolba fest: „Die EU hat mit Sicherheit nicht unsere schon vor der Pandemie ausgearbeitete ‚ÖW Strategie 2025‘ abgeschrieben, aber der ‚Transition Pathway‘ zeigt, dass wir damit auf der richtigen Richtung waren!"

Lebensraum Management statt Destination Marketing

Unter dem Strich führe all dies zu einem Paradigmen-Wechsel, weg vom Destination Marketing hin zum Destination Management. „Ich nenne das auch Lebensraum Management“, so Stolba, die in diesem Zusammenhang einige Destinationen besonders lobte, die bereits in dieser Richtung aktiv sind.

Stolba: „Für DMOs (Destination Management Organisationen) ergeben sich dadurch neue Aufgaben.“ Und genauso, wie sich auf DMO-Ebene vieles durch den Paradigmen-Wechsel ändere, werde dies auch für die LTOs (Landes Tourismusorganisationen) sowie für die NTOs (National Tourism Organisations), also auch die ÖW, der Fall sein.

Stolba abschließend: „Es ist ein Glück, jetzt im europäischen Parlament tätig zu sein.“ Und: „Mein Herz schlägt für die Branche und das wird sich mein Leben lang nicht ändern!“

Interessant sind ergänzend dazu folgende weiterführende Berichte:

Europäisches Parlament - Neue Aufgabe für Petra Stolba! „Mrs. Tourismus“ wird Kabinettchefin von Othmar Karas in Brüssel >>>

FHWien der WKW - Verständnis der Destinationspersönlichkeit >>>

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