Zollfrei

Spitzenplatz

Print-Ausgabe 24. August 2018

Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Das sagen nicht die Bewohner, die verbergen Anwandlungen von Stolz auf ihre Stadt gerne hinter einem Schwall von Raunzereien. Das sagt der britische „Economist“, das berühmteste Wirtschaftsmagazin der Welt. Die Auszeichnung ist hoffentlich geeignet, jene abenteuerlichen Vorstellungen zurecht zu rücken, mit denen man manchmal von außerhalb Wohnenden konfrontiert wird. Etwa der Art, ob hier ein Mädchen allein des Nachts noch ausgehen könne. Wo doch hinter jeder Ecke ein ... (Nationalität nach persönlichem Vorurteil eingesetzt) ... mit gezücktem Messer lauere.

Dabei punktet Wien beim „Economist“ gerade mit so­zialer Sicherheit und niedriger Kriminalitätsrate. Nicht im Kriterienkatalog wurde indes ein Aspekt aufgenommen, der der Stadt einen ewigen Spitzenplatz sichern könnte. Er wäre wohl am besten mit „Kreativität beim Aushecken hoch komplizierter Regelungen“ umschrieben. Wie sie für die U-Bahn gerade noch vermieden wurde. In vielen Städten ist da Essen einfach nicht erlaubt.  In Wien wurde doch tatsächlich an einem Verbotskatalog gearbeitet, der mit Garantie zur Quelle unendlicher Streitereien – Olmützer Quargel ja oder nein? – geworden wäre.

Und da ist es auch schon wieder – dieses typische Sudern! Womit sich Ihr Kolumnist klar als Wiener outet. Der übrigens unendlich dankbar dafür ist, hier leben zu dürfen.

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Erstellt am: 24. August 2018

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