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Flughafen Wien Gruppe

Vorjahr brachte Bestwerte, 2026 wird trüber! Gewinn bleibt aber gleich, plus Rekordinvestition

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Es war ein Jahr der Rekorde für die Flughafen Wien Gruppe: Umsatz und EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) müssen zwar noch bekannt gegeben werden, aber die heute von den beiden Vorständen Günther Ofner (l.) und Julian Jäger (r.) verlautbarten Verkehrsergebnisse lassen diesbezüglich hohe Erwartungen zu.

Bestwerte gab es 2025 am Flughafen Wien (32,6 Mio. Passagiere bzw. +2,6 % und 313.763 Tonnen Fracht, +5,3 %), am Malta Airport (Anteile des Flughafens Wien über 48 %) mit erstmals mehr als 10 Millionen Fluggästen (es waren 10,1 Mio. Paxe, +12,3 % gegenüber 2024) sowie am Airport Kosice (66 % Anteil) mit über 825.000 Passagieren (+12,2 %). „Das Jahr ist für uns und unsere Beteiligungen gut gelaufen“, so Julian Jäger, der hofft, „dass wir in den nächsten Jahren in Kosice die Millionen-Marke knacken werden“.

Asien treibt das Wachstum an

Malta kommt bereits auf rund 23 % des gesamten Passagieraufkommens der Flughafen Wien Gruppe, das 2025 bei 43,4 Mio. Fluggästen lag (+4,9 %). Für den Flughafen Wien hat vor allem das vierte Quartal Verkehrs-Dynamik an den Tag gelegt wie selten zuvor. Julian Jäger: „Der Trend zu Flugreisen ist und bleibt stark. Asien treibt das Wachstum an.“

Wie sehr Europa hinter Ostasien (+21,2 %) sowie dem Nahen- und Mittleren Osten (+10,6 %) zum Teil hinterherhinkt, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 2019. Deutschland als weiterhin stärkster Markt für den Flughafen Wien büßte gegenüber vor der Pandemie -25,7 % ein, gefolgt von Spanien (+22,6 % zu 2019), Italien (+42,7 %) und der Türkei (+61,3 %).

Großbritannien (-1,2 % im Vergleich mit 2019) folgt auf Platz 5, Griechenland als Sechster konnte noch satt zulegen (+53,3 % gegenüber 2019), doch dahinter sieht es mit Frankreich (-9,4 %) und der Schweiz (-29,1 %) triste aus. Die V.A.E. als Nummer 9 konnten war ihr Volumen gegenüber 2019 verdoppeln (+100,3 %), doch von und zu den Niederlanden gab es mit -23,9 % wieder ein dickes Minus.

Reduktion bzw. Abschaffung der Flugabgabe

Der Ausblick auf 2026 ist indes etwas getrübt. „Das Jahr wird herausfordernder und ein kleiner Rückschritt“, ließ Julian Jäger die Zuhörerschaft wissen. Die Zahl der Passagiere soll ersten Berechnungen zufolge in der Gruppe von 43,4 Mio. auf rund 41,5 Mio. (-4,4 %) zurückgehen, wobei der Flughafen Wien mit einem Minus von 2,6 Mio. auf 30 Mio. Fluggäste (-8 %) zu Buche schlägt. Der Umsatz der Gruppe soll 2026 bei rund 1,05 Mrd. Euro zu liegen kommen (selber Wert wie 2024).

Dies vor allem durch die Einstellung der Basis Wien ab Mitte März 2026 durch Wizz Air (Nummer 3 am Flughafen Wien mit 5,6 % Anteil) sowie die Reduktion der Kapazitäten von Ryanair (Nummer 2, Anteil 20,5 %) auf 15 Flugzeuge im Sommer (Vorjahr 19). Diese Reduktionen können durch das Mehr von 11 Airlines durch Frequenzerhöhungen sowie Aufstockungen (allen voran Austrian Airlines der mit Abstand größten Fluglinie mit einem Anteil von 45,8 %, die ihre Kapazität ab Sommer um 2 Airbus A320 Jets ausbaut) nicht kompensiert werden. Julian Jäger macht sich aber „über das weitere Wachstum keine Sorgen“.

2026 wird Jahr der Rekordinvestitionen

Hauptgrund der getrübten Einschätzung für 2026 ist aber die im Europa-Vergleich „sehr hohe Flugabgabe“, deren „Reduktion bzw. Abschaffung Priorität hat“, wie Günther Ofner betonte. Wobei der Airport (als gesamte Gruppe) 2026 das Wunder schaffen sollte, trotzdem ein Nettoergebnis von 210 Mio. Euro einzufliegen (gleich wie 2025, was durch Spar- und Effizienzprogramme möglich wird) sowie Rekordinvestitionen im Ausmaß von 330 Mio. Euro zu stemmen. „Die Investitionen am Standort Wien werden ohne Kreditaufnahmen finanziert“, so Ofner.

Die Süderweiterung des Terminals steht im ersten Halbjahr 2027 an (mehr als 420 Mio. Euro Gesamtsumme). Dazu kommen heuer die Erweiterung des „Office Park 4“ (Start Jänner 2026, rund 17.000 m² zusätzliche Büro- und Konferenzflächen), die Einführung des ESS (Entry/Exit-System) – ein automatisiertes IT-System, mit dem Reisende aus Drittstaaten bei der Ein- und Ausreise an der Schengen-Außengrenze erfasst werden, das in Österreich ausschließlich die internationalen Flughäfen betrifft –, die Verlängerung des Pier-Nord um 13 neue Fluggastbrücken(2026 bis 2028) sowie die Erweiterung des Airport-Areals um 47 ha in Richtung Westen (ab 2026).

Interessant sind ergänzend dazu folgende weiterführende Berichte:
Luftfahrtsymposium 2025

Luftverkehrsstandort Österreich mit vielen Unsicherheiten konfrontiert

17. Oktober 2025 | Luftfahrt

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