Print-Ausgabe 13. März 2026

Julian Jäger (l.) und Günther Ofner (r.) rechnen heuer mit rund 30 Mio. Passagieren am Flughafen Wien (Foto: © Flughafen Wien)
Trotzdem bleibt es bei zwei Pisten – die Entscheidung gegen den Bau der 3. hat im Vorjahr das Ergebnis versalzen – Fokus auf Investitionen in den kommenden Jahren
Die Flughafen Wien Gruppe inkl. der Airports in Malta und in Košice erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 1,129 Mrd. Euro (+7,2 %), während das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um 8,7 % auf 279,5 Mio. Euro zurückging. Dieser Rückgang war der Wertberichtigung aufgrund der Entscheidung gegen den Bau der 3. Piste geschuldet. Für heuer erwarten die Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger trotz Tarifsenkung und erwartetem Passagierrückgang in Wien ein stabiles Nettoergebnis von 210 Mio. Euro (wie 2025), für die gesamte Gruppe rund 41,5 Mio. Passagiere und für Wien rund 30 Mio. Fluggäste.
Eine gute Umsatzentwicklung gab es in allen Segmenten. Jenes der Airports stieg in Folge der guten Verkehrsdynamik und Tarifanpassungen, das Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen war vom Frachtrekord getrieben und das Segment Retail & Properties boomte vor allem aufgrund des Passagierwachstums. Die Umsätze des Segments Malta stiegen in Folge der starken Verkehrsdynamik.
Kritik äußerten die beiden Vorstände anlässlich der Bekanntgabe der Zahlen an den „falschen, diskriminierenden und wachstumshemmenden Regulierungen“ in Europa: „Während weltweit der Luftverkehr deutlich wächst, zieht Europa die regulatorische Handbremse“, so Günther Ofner und Julian Jäger. „Diese flugverkehrsfeindliche Ausrichtung der EU-Kommission bedarf einer dringenden Korrektur.“ Österreich könne dies durch schnellere Verfahren und Genehmigungsprozesse sowie eine deutliche Reduktion der Flugabgabe unterstützen.
Ziel der beiden ist es, bis 2035 rund 40 Mio. Passagiere alleine am Standort Wien zu erreichen. Für heuer sind aufgrund des Abzuges der Wizz Air sowie Kürzungen durch Ryanair Rückgänge zu erwarten. Günther Ofner und Julian Jäger rechnen mit rund 30 Mio. Passagieren in Wien, nachdem das Vorjahr mit 32,6 Mio. Reisenden einen neuen Rekord gebracht hatte.
Auch drehen die beiden massiv an der Investitionsschraube. Bis Sommer 2026 werden alle Sicherheitskontrollen mit CT (Computertomografie)-Scannern ausgestattet (sie durchsuchen das Handgepäck dreidimensional, um gefährliche Gegenstände zu erkennen), der Pier Nord wird um neun zusätzliche Gates erweitert und im zweiten Quartal 2027 geht die neue Terminal 3-Süderweiterung in Betrieb.
Erstellt am: 13. März 2026
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