LEITNER ropeways

Grünes Licht für den wichtigsten Bypass zum Hahnenkamm-Skigebiet

Print-Ausgabe 3. Mai 2019

Martin Leitner von LEITNER ropeways und Berg­bahnen AG Kitzbühel-Vorstand Josef Burger

Martin Leitner von LEITNER ropeways und Berg­bahnen AG Kitzbühel-Vorstand Josef Burger



Mit der Fleckalm „neu“ wird heuer von LEITNER ropeways eines der
wichtigsten Investitionsprojekte der Bergbahnen AG Kitzbühel realisiert

Am Anfang standen „zache“ Verhandlungen, die den Bau des laut Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler „wichtigsten Bypass zum Hahnenkamm-Skigebiet“ über zwei Jahre verzögerten. Doch die Geduld hat sich gelohnt und jetzt geht es schnell: In nur acht Monaten Bauzeit soll die gesamte Anlage Fleckalmbahn „neu“ inklusive Tal- und Bergstation stehen. Die offizielle Eröffnung ist für den 14. Dezember 2019 angesetzt. Errichtet wird die Fleckalmbahn „neu“ – wie bereits die letzten KitzSki-17 Anlagen – von LEITNER ropeways. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 27 Millionen Euro.

Um das Projekt auf Schiene zu bringen, waren Dienstbarkeitsvereinbarungen mit 26 GrundeigentümerInnen zu fixieren. Berg­bahnen-Prokurist Walter Astl: „Letztlich haben wir die letzten zwei Grundeigentümer überzeugen können, haben sogar selbst eine Interessenten-­Versammlung organisiert. Wir zahlen keinem mehr, es gibt einheitliche Sätze je nach Höhenlage.“

Eine weitere Herausforderung stellte die Planung der neuen Trassenführung dar, die das bisherige Manko der Fleckalmbahn (Windanfälligkeit durch Hang­rückenführung) beseitigen soll. Die „Neue“ wird deshalb jetzt leeseitig geführt und ist dadurch windgeschützt, was sich positiv auf den Betrieb (Ende November bis Mitte April sowie Anfang Juni bis Mitte Oktober) auswirken wird. Verlegt wird auch der Ausstieg, der sich künftig direkt neben der Ochsalm-Bergstation (10.000 Personen täglich) befinden wird.

In der neu errichteten Talstation werden getrennte Zugänge von Erst- und Wiederholungsfahrer­Innen geschaffen, wodurch es kaum mehr Wartezeiten beim Einstieg geben wird. Detail am Rande: Beim Ausstieg gibt es künftig die Möglichkeit, die Skimit Druckluft zu trocknen, bevor sie ins Auto verladen werden. Auch die Parkplatz-­Gestaltung wird neu angelegt, wobei großes Augenmerk auf eine klaglose Gemeinsamkeit von Bussen, Taxis, Hotel-Shuttles und PKW-Verkehr gelegt wird. Damit sollte sich der in der Rushhour manchmal entstehende Stau auf der Bundesstraße vermeiden lassen.

Doch nun zur Anlage selbst: Die „Alte“ hat seit 1984 rund 90.000 Betriebsstunden auf dem Buckel und seither rund 30,5 Millionen Fahrgäste befördert. Die „Neue“ – sie wird die modernste und mit 4,07 km längste Direktantrieb-Bahn von LEITNER ropeways – ist durch die höhere Geschwindigkeit viel schneller am Berg (9,7 statt 13,5 Minuten) und spart Energie (ca. 75.000 KWh weniger bei 240 Betriebstagen).

Die 10er-Gondeln (bisher 6er) sind mit geheizten Sitzen ausgestattet (ergonomisch geformte Einzelsitze von Recaro, Sitzheizung, Echtlederbezug) und durch ihre höhere Bauweise sowie 90 cm breite Schiebetüren (bisher 62 cm breite Klapptüren) besonders einstiegsfreundlich. Im Hinblick auf die Sommersaison gibt es eine optimierte Bike-­Beförderung.

Statt wie bisher 200 Kabinen sind bei der Fleckalmbahn „neu“ 96 und statt 29 Stützen nur mehr 22 erforderlich. Das reibungsarme Tragseil (60 mm statt wie bisher 50 mm Durchmesser) wird für einen noch leiseren und komfortableren Betrieb sorgen. Mit 2.590 Personen pro Stunde steigt die Beförderungsleistung um 8 Prozent. Nebenbei – vom Skibetrieb unbemerkt – werden täglich bis zu 4 Tonnen Fracht abgewickelt.

Bei der Bergbahnen AG Kitzbühel (KitzSki) ist man ebenso wie in der Politik über die Realisierung des Vorhabens Fleckalmbahn „neu“ hoch erfreut (BM Klaus Winkler: „Damit kann Kitzbühel seine Vorreiter-Stellung weiter ausbauen“, Kirchbergs BM Helmut Berger: „Nach langer Durststrecke scheint nun doch die Sonne über der ‚Fleck‘ im auch für Kirchberg wichtigen Skigebiet“), hat aber laut Berg­bahnen-Vorstand Josef Burger „die zweijährige Verzögerung für sinnvolle Projekte, wie die Jufen- und die neuen Bahnen am Horn genutzt“.

Wie bei diesen Projekten steht auch bei der Fleckalmbahn „neu“ der Slogan „Viel Besser – nicht Größer“ im Vordergrund: „Wir wollen nicht mehr Beförderungskapazität und dadurch mehr Pisten schaffen, sondern gemäß unserem Leitsatz die Qualität für die SportlerInnen erhöhen“, so Josef Burger. Die „zachen“ Verhandlungen haben sich also gelohnt. 

LEITNER von Zermatt bis China

Bei LEITNER ropeways (weltweit acht Produktionsstätten, 67 Tochtergesellschaften) stellt die Fleckalmbahn „neu“ eines von mehreren spektakulären Projekten dar.
Laut Vorstandsmitglied Martin Leitner ist das Unternehmen derzeit mit einer Dreiseil-Umlaufbahn in China (Zhuhai) gefordert. In Zermatt wird 2021 eine neue 3S „über den Gletscher auf die italienische Grenze gebaut. Das ist durch die gletscherbedingte kurze Bauzeit von drei bis vier Monaten eine besondere Challenge.“ Auch in Norwegen (zwischen Bergen und Oslo) wird eine neue 3S entstehen. Stadtseilbahnen wie in Mexiko (bereits seit drei Jahren bewährt) sind neben Südamerika und Asien auch in Europa zunehmend im Gespräch, so z. B. in München.
Im letzten Geschäftsjahr hat LEITNER ropeways mit 3.500 MitarbeiterInnen weltweit erstmals einen Umsatz von einer Milliarde Euro erreicht. 25 Millionen Euro wurden in intelligente Produktionslösungen investiert.

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