Stiller Abschied eines Reise-Pioniers: Kommerzialrat Walter Gruber
Nachruf

Stiller Abschied eines Reise-Pioniers: Kommerzialrat Walter Gruber

T.A.I. 24 TOP News

Einer der großen Touristik-Pioniere der Steiermark, Kommerzialrat Walter Gruber, Gründer von Gruber Reisen, ist Mitte August nach kurzer Krankheit 93-jährig verstorben. Walter Gruber hatte zusammen mit seiner Ehefrau Paula das Reise- und Autobusunternehmen gegründet und aufgebaut. Der frühe Tod ihres einzigen Sohnes Harald 1983 sorgte ein Jahr später für eine wichtige Weichenstellung: Die Brüder Helmut und Michael Schlögl stiegen zunächst als Teilhaber in die Walter Gruber KG ein, die sie danach als Eigentümer zu ihrer heutigen Größe ausbauten (u.a. GRUBER-reisen und GRUBER-touristik sowie Bretanide Sport & Wellness Resort auf Brač, sechs Luxusbusse, über 30 Reisebüros).

Von Kolonialwaren in die Touristik

Seine ersten beruflichen Sporen verdiente Walter Gruber im elterlichen Kolonialwarengeschäft sowie später beim Stahlbauunternehmen Waagner-Biro. Das Interesse am Tourismus wurde 1956 geweckt, als er ins Autobusunternehmen inklusive Fahrschule seiner Schwiegereltern wechselte. 1968 wagte Walter Gruber dann als 39-jähriger den Sprung in die Selbständigkeit und gründete „Gruber Reisen“. Den Anfang markierte ein 22sitziger Reisebus, wobei Walter Gruber gleichzeitig als Geschäftsführer und als einziger Chauffeur fungierte, seine Ehefrau Paula als Reiseleiterin.

Das erste Reisebüro eröffnete Gruber Reisen dann 1972 in Graz. Es entstand zu einer Zeit, als es in der steirischen Landeshauptstadt nicht mehr als eine Handvoll davon gab. Zwei Jahre später wurde ein Reisebus von Magirus Deutz mit Bord-WC und Küche erworben, damals der teuerste Reisebus der Steiermark.

Das Schicksal hatte anderes vor

Rund um das 20ste Jubiläum bestand die Busflotte dann aus acht Bussen, das Filialnetz war auf drei Reisebüros (zwei in Graz, eines in Feldbach) angewachsen. Ebenso wurde das Veranstaltergeschäft mit Flugreisen nach Griechenland als erstem Schwerpunkt ausgebaut.

Das Schicksal hatte – wie eingangs erwähnt – die wohl härteste Prüfung für Walter und Paula Gruber vorgesehen, die sich Eltern vorstellen können. Trotzdem blieb Walter Gruber seinen Tätigkeiten, auch in der Wirtschafskammer, treu, wo er u.a. als Vorsteher der Fachgruppe Autobusunternehmen, stellvertretender Obmann der Sektion Verkehr sowie Mitglied in unzähligen Ausschüssen fungierte. Nun ist Walter Gruber zu seiner letzten Reise angetreten. Mit ihm verabschiedete sich ein echter „Sir“ für immer von der Branche.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:

T.A.I.-Serie - Dynamisch durch die Corona-Krise: Das hat bei Gruber doppelte Bedeutung >>>

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben