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Wenige Stunden, bevor rund 20 Chefs und Filialleiter:innen zum „Management Lunch“ von airtours mit Steffen Boehnke, seit mehr als 10 Jahren – neben anderen Funktionen bei der TUI – Direktor der Luxusreisemarke, Beate Arnold, General Managerin bei airtours Private Travel, und Claudia Janner-Moser, Sales & Marketing Managerin von airtours für Österreich und Osteuropa, im Restaurant „Fabios“ in Wien eintrafen, baten die drei im gleichen Etablissement zu einem „Pressefrühstück“. Im Fokus dabei standen die jüngsten Trends im Luxusreisemarkt vor allem in Hinblick auf den Quellmarkt Österreich.
„Wir bieten ein umfangreiches Portfolio, inklusive der Kreuzfahrt, die im Luxussegment immer wichtiger ist, und haben ca. 5.000 Hotelperlen im Angebot“, so Steffen Boehnke. Dazu kommen Mehrwerte, wie der Chauffeurservice (bis zu 100 km pro Strecke für die Hin- und Rückfahrt ab einem Gesamtreisepreis von 20.000 Euro), den „Zug zum Flug“ in der 1. Klasse, seit dem Vorjahr auch einen Loungezugang am Flughafen Wien, einen Privattransfer im Zielgebiet sowie „ganz neu seit einer Woche Parken an den Flughäfen Wien und Salzburg.“ All dies gilt wie der Chauffeurservice ab einem bestimmten Reisepreis.
Neu ist zudem die Partnerschaft mit „Miles & More“, das größte Vielflieger- und Prämienprogramm in Europa, das neben der Gründerin Lufthansa von fast 40 Partner-Airlines weltweit genutzt wird. Airtours-Kund:innen erhalten 200 Meilen pro Übernachtung und Zimmer (maximal 30 Nächte pro Buchung). „Wir bieten auch das auch für Cruises und ‚Private Travel‘ an“, so Steffen Boehnke
„Das Luxus-Segment wächst und das seit Jahren“, zitierte Steffen Boehnke eine Umfrage, der zufolge heuer Luxusreisen weltweit auf rund 1,7 Mrd. US-Dollar geschätzt werden. Bis 2033 sollen es 3,0 Mrd. Dollar sein. Das aktuelle Wachstum liegt damit bei 8,5 %. „Der neue Luxus ist Verreisen“, meinte Steffen Boehnke angesichts dieser Zahlen.
Entwickelt sich airtours besser als dieser Durchschnitt, wollte T.A.I. wissen? Steffen Boehnke: „Bei den Kreuzfahrten und beim ‚Private Travel‘ liegen wir weit darüber, in anderen Bereichen im Trend.“ Die Gästeanzahl pro Jahr liegt bei airtours laut ihm „im sechsstelligen Bereich“ (also mehr als 100.000), wobei Steffen Boehnke unter Rücksicht auf die börsennotierende TUI keine näheren Angaben machen wollte.
Im Vorjahr haben laut UNO (United Nations Organisation) rund 1,52 Mrd. Menschen eine touristische Auslandsreise unternommen. Diese Zahl liegt seit Jahrzehnten über den Inlandsreisen, wobei in manchen Märkten Inlandsreisen deutlich dominieren, allen voran USA, China, Indien oder in Europa Deutschland, UK, Italien und Frankreich.
Fest steht aber, dass das Luxussegment laut Steffen Boehnke ca. 5 % aller Reisenden ausmacht (Inlands- und Auslandsreisen), aber 25 % aller Ausgaben. „Das Verhältnis liegt also bei 1:5“, so Steffen Boehnke.
Wobei laut dem airtours-Direktor die Buchungen der TUI-Luxusmarke sogar 7-stellige Beträge erreichen können. In der Regel sind es aber zwischen 10.000 und 500.000 Euro, der Bereich ‚Private Travel‘ ist überwiegend sechsstellig.

Aktuelle Trends betreffen die „Ultra-Personalisierung“, also die Steigerung des klassischen Maßschneiderns, „was wir insbesondere im ‚Private Travel‘-Segment machen“, wie Steffen Boehnke betonte. Er erzählte dabei eine Story, wie weit diese „Ultra-Personalisierung“ reicht: „Wir haben ein 6-Sterne-Hotel in Thailand im Angebot, bei dem Gäste ihr Frühstücks-Ei von einer Hühnerfarm des Hotels abholen, wo die Hühner mit Mozart-Musik bespielt werden. Das wird noch nach Jahren erzählt, nicht dass sie in einem 6-Sterne-Hotel waren.“
Ein weiterer Trend besteht in Luxus-Kreuzfahrten. „Es vergeht kaum ein halbes Jahr, in dem nicht ein neues Luxusschiff vorgestellt wird“, so Steffen Boehnke. Wobei Luxus-Kund:innen sehr stark in Richtung „Last Minute“ tendieren und nur 3 bis 6 Monate im Vorhinein buchen. Die Kreuzfahrt wird von ihnen auch als Alternative für Hotelaufenthalte gesehen und es gibt aufgrund der attraktiven Angebote viele Neukund:innen. Das Mittelmeer gilt dabei als Destination für junges und dynamisches Publikum.“
Ein neues stark wachsendes Segment stellen die Hotel-Yachten dar, da sie laut Steffen Boehnke u.a. „unheimlich viel Platz bieten. Das Yacht-Erlebnis ist schon etwas anderes.“ Es gebe „viele First-Time-Cruiser“ und Hotelketten wie Ritz-Carlton (Marriott International), Four Seasons, Orient Express (Accor-Gruppe) oder die Aman Resorts haben bereits Yachten im Einsatz oder stehen unmittelbar davor.

Weitere Top-Trends neben der „Ultra-Personalisierung“ („sie wird zum Standard“) stellte Beate Arnold vor. So zum Beispiel „Forever Travel“, also „Leute, die schon als Kinder gereist sind. Sie wollen mit dem Reisen nicht aufhören.“ Oder „Experience First“, wobei die Qualität der Guides im Vordergrund steht und "zum ausschlaggebenden Faktor wird".
Womit wir bei der Fragerunde angelangt waren, die Axel Halbhuber (er leitet die KURIER Reise-Redaktion) eröffnete. Seine Frage bezog sich auf die Nachhaltigkeit: „Fragen die airtours-Kund:innen gezielt danach?“ Die Antwort von Steffen Boehnke: „Nein, aber da wird in der Branche viel getan. Die Kund:innen erwarten diesbezüglich vieles, aber für sie steht das Erlebnis im Vordergrund.“ Claudia Janner-Moser: „Nachhaltigkeit ist für die Kund:innen selbstverständlich geworden.“
Erfreulicherweise entwickelt sich Österreich in der airtours-Welt überaus stark. So wird laut Steffen Boehnke das übliche Verhältnis von 1:10 zwischen Österreich und Deutschland „deutlich übertroffen.“ Jeder dritte airtours-Gast hat hierzulande eine Pauschalreise gebucht, jeder zehnte bleibt im In- oder einem Nachbarland, mehr als jeder 3. airtours-Gast in Österreich reist in die Ferne und „mehr als 9 von 10 Kund:innen buchen in einem Reisebüro.“
Der Umsatz bei ‚Private Travel‘ legt aktuell um +20 % zu, jener der Luxuskreuzfahrten sogar um +36 %. Buchungen – vor allem in diesen beiden Bereichen – liegen bei airtours bis 2029 vor. Wobei Steffen Boehnke das allen so rät: „Man sollte möglichst früh buchen. Das haben leider nicht alle auf dem Schirm.“
Erstellt am: 09. Juni 2026
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