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Es bedarf offenbar einer Reise zur ITB Berlin, um einem der tollsten Angebote Österreichs im öffentlichen Verkehr gewahr zu werden: das „Salzburg Verkehr Guest Mobility Ticket“. Yvonne Rosenstatter (2.v.r.), Bereichsleiterin Marketing & Kommunikation beim Salzburger Verkehrsverbund, stellte dieses flächendeckende, für alle Übernachtungsgäste im Bundesland Salzburg geltende Ticket im Rahmen des bereits vierten „ITB Lunchs“ von Wilde & Partner im Hotel Adlon den rund 40 Medien-Gästen vor. Jens Huwald (l.), Chef der Kommunikationsagentur Wilde & Partner, hatte zuvor noch Präsentationen von Grindelwald bzw. der Eiger-Nordwand (sie liegt südwestlich von Grindelwald im Berner Oberland) sowie von Innsbruck Tourismus eingeplant – jeweils 10 Minuten waren dafür zwischen den Gängen des Menüs vorgesehen.
Mit dabei war auch Katrin Engelniederhammer (r.), die als Executive Director Mitglied der Wilde & Partner Geschäftsleitung auch Alexander Schneider (COO - Chief Operating Officer der Hotelgruppe Sani/Ikos) eingeladen hatte. Die Gruppe betreibt 12 Luxusresorts in Griechenland und Spanien.
Den Vortrags-Reigen begannen Melanie Trummer (2.v.l., Product Managerin, Grindelwald Tourismus) und Ramona Höhne (3.v.l., Sales Managerin, Jungfraubahnen), die überaus kurzweilig über die Neuerungen der Region referierten. Die beiden brachten den Zuhörer:innen u.a. den Unterschied zwischen dem Alp- (hierzulande Alm) und dem Bergkäse bei: Während letzterer ganzjährig produziert wird und milder ist, wird der Alpkäse nur im Sommer auf der Alm hergestellt.
Das über 1.000 Meter Seehöhe gelegene Bergdorf Grindelwald (Kanton Bern) befindet sich am Fuße der Eiger Nordwand. Es gilt als eines der beliebtesten Reiseziele der Schweiz und ist Ausgangspunkt für Ausflüge in der Jungfrau Region und im gesamten Berner Oberland. Die von Grindelwald ausgehende Jungfraubahn (JB) mit der höchsten Eisenbahnstation Europas überwindet auf einer Länge von 9,34 Kilometern fast 1.400 Höhenmeter, etwas mehr als sieben Kilometer der Strecke liegen im Tunnel.

Die Präsentation von Innsbruck und seinen Feriendörfern von Fiona Triendl (3.v.r.), zuständig für das Marketing in den DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Ländern, bezog alle sechs Regionen des TVB Innsbruck und seine Feriendörfer ein, also vom Mieminger Plateau im Westen bis zum „Hausberg der Innsbrucker“, dem Patscherkofel, inkl. der Region City. „Innsbruck ist die Stadt der kurzen Wege“, betonte Fiona Triendl. Der TVB steht für eine Destination „alpin-urbaner Lebensfreude“.
Am Ende ihrer Ausführungen hob Fiona Triendl noch die „21. Winter-Deaflympics 2027“ hervor, – also Winterspiele für gehörlose Athleten – die ab Mitte bis Ende Jänner in Innsbruck und Seefeld abgehalten werden. Während die Wettbewerbe im alpinen Skifahren, Snowboarden und Langlaufen in Seefeld über die Bühne gehen werden, finden jene für „Futsal“ (Fußball im Saal), Schach, Eishockey, Curling sowie die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie in Innsbruck statt.
So wie der TVB Innsbruck seit Jahresbeginn auf die Dienste von Wilde & Partner Vienna unter Leitung von Heidi Tscharf zurückgreift, trifft dies auch auf den Salzburger Verkehrsverbund zu. Für ihn stellte Yvonne Rosenstatter überaus kurzweilig das „Guest Mobility Ticket“ vor, das Öffi-Ticket für alle Übernachtungsäste im SalzburgerLand. Yvonne Rosenstatter: „Alle Gäste haben dadurch die Möglichkeit, für die Dauer ihres Aufenthaltes sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen.“ Inbegriffen sind der gesamte Stadtverkehr, der Regionalbusverkehr, die S-Bahnen, Regionalzüge, Fernverkehrszüge und die Salzburg Verkehr Shuttles im Bundesland. Übernachtungsgäste in allen 11.600 Beherbergungsbetrieben des Landes erhalten das Ticket digital oder als PDF direkt beim Check-In in der Unterkunft oder mittels Pre Check-In vorab für die Anreise.
Start des „Guest Mobility Ticket“ war im Mai 2025. Bis Ende Februar wurden laut Yvonne Rosenstatter rund 4,075 Mio. Tickets ausgestellt. Durch das Ticket kletterte die Gesamtauslastung stark in die Höhe (+9 % im Zeitraum Mai bis Oktober), wobei 46 % der Gäste das „Guest Mobility Ticket“ noch nicht kannten. Yvonne Rosenstatter: „Wir müssen noch viel arbeiten.“
Völlig gratis ist das Ticket nicht, denn die Gäste in Salzburg bezahlen 50 Cent pro Übernachtung, ab Mai 2027 1,10 Euro. Diese „Mobilitätsabgabe“ wird als zusätzliche Abgabe eingehoben.

Rund 60 % der Gäste nutzten das Ticket, zu Spitzenmonaten waren es je nach Bezirk sogar bis zu 88 %. Fest steht, dass viele Übernachtungsgäste nicht ohne ihr „Guest Mobility Ticket“ auf Öffis umsteigen würden, wie ein überaus witziges Video am Ende der Präsentation von Yvonne Rosenstatter zeigte.
Dass das „Guest Mobility Ticket“ nicht bekannter ist und auch nicht großflächig beworben wurde, war einem politischen Disput zu verdanken, wie T.A.I. später auf der ITB erfahren hatte: Vor allem die Wirtschaftskammer Salzburg legte sich quer und kündigte den Gang bis zum Verfassungsgerichtshof an, um die Umsetzung in der geplanten Form zu bekämpfen. Erst Mitte Oktober 2025 hatte das Landesverwaltungsgericht Salzburg eine Beschwerde gegen die Vorschreibung des Mobilitätsbeitrags nach dem Salzburger Nächtigungsabgabengesetz (SNAG) abgewiesen.
Doch jetzt dürfte niemand mehr am Erfolg des „Guest Mobility Tickets“ zweifeln. Die Zahlen sprechen eindeutig für sich: Selbst jene Salzburger Region, die am schlechtesten mit Öffis erschlossen ist, der Pinzgau (u.a. Zell am See–Kaprun Region, Saalbach-Hinterglemm – Leogang – Fieberbrunn sowie der Nationalpark Hohe Tauern), kann sich kaum der Nachfrage erwehren: Rund 47 % aller ausgestellten „Guest Mobility Tickets“ entfielen auf den Pinzgau, vor dem Pongau (24 %) und der Stadt Salzburg (18 %).
Erstellt am: 11. März 2026
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