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Der „Meeting Industry Report Austria“ (mira) ist soeben in seiner jüngsten Version, jene die das Jahr 2025 Revue passieren ließ, erschienen. Die COO (Chief Operating Officer) der Österreich Werbung (ÖW), Sandra Neukart (l.), und Renate Androsch-Holzer (r.), Präsidentin des ACB (Austrian Convention Bureau), stellten dieser Tage Details darüber der Fachöffentlichkeit vor.
Ergebnis: Trotz einer leicht rückläufig gemeldeten Veranstaltungszahl (die 27.041 Veranstaltungen bedeuten einen Rückgang von -1,2 % gegenüber 2024) wächst Österreichs Meeting- und Kongressbranche weiter.
Der Grund für diesen Widerspruch liegt in der zunehmenden Anzahl der Teilnehmer:innen (+3,5 % auf 1,9 Mio.) und den stark performenden Nächtigungen (+15,4 % auf 4,3 Mio.). Noch kräftiger legten die Werte der internationalen Teilnehmer:innen (+10,8 % auf 709.000) sowie der internationalen Nächtigungen (+19,0 % auf 3,2 Mio.) zu. Fast zwei Drittel aller in der Meetingbranche gezählten Nächtigungen entfallen also auf internationale Teilnehmer:innen.
Die Bedeutung von Veranstaltungen mit internationalem Charakter – auch wenn sie im Vorjahr um -3,6 % auf 4.543 zurückgingen – kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sandra Neukart: „Internationale Kongresse bringen eine hohe Wertschöpfung nach Österreich – weit über den Tourismus hinaus. Sie stärken Österreich als Wirtschafts-, Innovations- und Wissenschaftsstandort und sorgen für internationale Sichtbarkeit.“
Die starke internationale Positionierung Österreichs zeigt sich auch im aktuellen Ranking der ICCA (International Congress and Convetion Association): Wien erreichte unter den Kongressstädten demnach Platz 4 weltweit, Österreich zählt mit Rang 16 zu den führenden Kongressländern.
Die größten Kongresse im Vorjahr waren der ECR (European Congress of Radiology) mit 19.500 Teilnehmer:innen, die „EuroPerio11 Vienna“ mit 10.000, die 62nd ERA (European Renal Association) mit 9.000 und der Congress der EHRA (European Heart Rhythm Association) 2025 mit 7.000 Gästen.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Segment der Großkongresse. Im Vorjahr fanden in Österreich mit 114 Kongressen mit jeweils mehr als 1.000 Teilnehmer:innen so viele Großkongresse wie noch nie statt.
Insgesamt wurden laut „mira“ 7.835 Kongresse (+4,3 %) abgehalten, 14.472 Firmentagungen (+0,8 %) und 4.734 Seminare (-.13,9 %). Wobei dies ein „altes“ Dilemma bei der „mira“ ist: Während die Kongresse nahezu lückenlos erfasst werden, sieht es bei den Firmentagungen schlechter aus und bei den Seminaren generell lückenhaft. Ihr Rückgang hat demnach nur geringe Aussagekraft.
Rund zwei Drittel aller Veranstaltungen finden außerhalb Wiens – also in den Bundesländern – statt. Sie stärken damit insbesondere die touristischen Nebensaisonen. Zudem wird Nachhaltigkeit immer wichtiger, auch im internationalen Wettbewerb um Kongresse und Veranstaltungen. „Immer mehr internationale Veranstalter verlangen nachhaltige Konzepte bereits als Voraussetzung für Ausschreibungen“, betont Renate Androsch-Holzer. Diese Entwicklung zeigt sich auch bei den zertifizierten „Green Meetings & Events“. 2025 wurden insgesamt 559 derartige Veranstaltungen zertifiziert, um +1,8 % mehr als 2024. Aufgeteilt waren es 336 Green Meetings (inklusive Messen), die um satte +4 % zulegten, und 223 Green Events, deren Gesamtzahl nahezu unverändert blieb (-0,013 %).
Eine aktuelle ACB-Blitzumfrage deutet einen positiven Ausblick auf das laufende Jahr an. Demnach bewerten rund 72 % der befragten Betriebe die Buchungslage 2026 als „besser“ oder „entsprechend den Erwartungen“. Gleichzeitig steigen aber Wettbewerbsdruck, kurzfristige Buchungen sowie die Anforderungen an Flexibilität und Planungssicherheit.
Der komplette "Meeting Industry Report Austria 2025" ist unter www.acb.at/wp-content/uploads/pdf/mira-2025.pdf abrufbar.
Erstellt am: 22. Mai 2026