Print-Ausgabe 15. Mai 2026

Der Gründer der in der Schweiz beheimateten MICE Service Group rollt Österreich einen roten Teppich als Destination aus – KI und Nachhaltigkeit sind die Trends der Zukunft
„Von Wien bis Vorarlberg: Kultur, Natur und Kreativität verbinden – jede Location wird zum Erlebnis“ – mit diesen Worten bezeichnet das Team der MICE Service Group die Stärke Österreichs als Destination für Seminare, Tagungen und Incentives im Jahr 2026. Die auf die Veranstaltungsbranche im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisierte Agentur wurde vor mehr als 10 Jahren von Oliver Stoldt gegründet, der seither auch als CEO der MICE Service Group fungiert. Die Gruppe ist als „One-Stop-Solution“ auf die Lücke zwischen Unternehmen und den touristischen Leistungsträgern fokussiert, um Zeit und Kosten bei der Eventplanung zu sparen.
Der ausgebildete Koch und ehemalige Hoteldirektor in schweizerischen Orten wie Interlaken und Grindelwald Oliver Stoldt weiß also als CEO der MICE Service Group, wovon er spricht, denn er hat eine Agentur aufgebaut, welche nach eigenen Angaben die größte Anzahl von Buchungsplattformen im MICE Markt betreibt.
Vor allem in den letzten Jahren mussten Hotels und Veranstalter technologisch schnell aufrüsten, um konkurrenzfähig zu bleiben und den durch die Pandemie veränderten Marktanforderungen gerecht zu werden. Die technologisch anspruchsvolle Ausstattung von Veranstaltungsorten ist damit das Um und Auf. „Locations mit integrierter Streaming- und Videokonferenztechnik haben einen klaren Wettbewerbsvorteil, da sie den Anforderungen hybrider Formate gerecht werden“, so Oliver Stoldt. Wobei eines für ihn feststeht: „Obwohl technologische Innovationen eine zentrale Rolle spielen, bleibt die Sehnsucht nach echten, persönlichen Kontakten bei den Kunden ungebrochen.“
Dabei hat Künstliche Intelligenz (KI) mittlerweile eine zentrale Rolle in der Planung und Durchführung von MICE-Events eingenommen. Eine der Schlüsselanwendungen ist dabei die Analyse von Teilnehmerdaten, die es ermöglicht, das Event-Erlebnis zu personalisieren und Vorschläge für die Agenda oder Networking-Möglichkeiten zu erstellen. Chatbots wiederum werden zunehmend für das Einladungsmanagement sowie für FAQs („Frequently Asked Questions“) rund um die Veranstaltung und Support eingesetzt. Wobei Oliver Stoldt davon überzeugt ist, dass KI nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch dazu beitragen kann, Events individueller und interaktiver zu gestalten.
Zu den aktuellen Trends gehören regional ausgerichtete Events sowie die Nachfrage nach flexiblen Locations: „Modular gestaltbare Veranstaltungsräume, die sich schnell an hybride oder kleinere Events anpassen lassen, erweisen sich als besonders gefragt“, so Oliver Stoldt. Gleichzeitig sei eine verstärkte Hinwendung zu naturverbundenen Locations zu beobachten: „Outdoor-Veranstaltungen, insbesondere in den Alpen oder an Seen, bieten Inspiration durch die natürliche Umgebung.“
Zusätzlich wird ein Fokus auf kleinere Gruppen gelegt. Diese bieten nach Ansicht von Oliver Stoldt den Vorteil von Exklusivität und persönlicher Interaktion. Ebenso sind erlebnisorientierte Formate stark im Kommen: „Teilnehmer:innen wünschen sich mehr Interaktion, kreative Gestaltungselemente und Teambuilding-Aktivitäten, die das Event zu einem besonderen Erlebnis machen.“
Um auch künftig im internationalen MICE-Geschäft erfolgreich zu sein (bis 2032 dürfte die Branche weltweit voraussichtlich auf 2,3 Mrd. US-Dollar anwachsen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 11,6 % seit 2023 entspricht), sind Oliver Stoldt zufolge verschiedene strategische Maßnahmen notwendig: Nachhaltigkeit gilt als zentraler Faktor, die technische Ausstattung vieler Veranstaltungsorte muss verbessert werden, in ländlichen Gebieten, die oft bevorzugt werden, fehlen entweder genügend Hotelbetten oder passende Tagungsräume und darüber hinaus muss die Branche flexibler werden, wettbewerbsfähige Preise anbieten und dabei die Qualität beibehalten.
Ebenso geht es um die Förderung von Fachkräften. „Die MICE-Branche benötigt engagierte Talente in allen Bereichen, von technischen Spezialisten bis hin zu mehrsprachigen Gastgebern“, weiß der MICE Group-Gründer. „Es wird immer wichtiger, Fachkräfte gezielt zu schulen, um sowohl die technischen als auch die kulturellen Anforderungen der Branche zu erfüllen.“
Österreich bietet dabei eine Vielzahl von einzigartigen Vorteilen, die es als MICE-Destination hervorheben. Vor allen die zentrale Lage in Europa macht das Land zwischen Boden- und Neusiedlersee zu einem optimalen Drehkreuz mit kurzen Flugzeiten aus vielen europäischen Städten. Zudem verfügt Österreich über eine erstklassige Verkehrsinfrastruktur (vor allem durch den Ende vorigen Jahres eröffneten Koralmtunnel sowie ab 2030 durch den Semmering-Basistunnel), die durch internationale Flughäfen in Wien, Salzburg und Graz – mit Abstrichen auch Innsbruck und Linz – sowie ein weitestgehend pünktliches Bahnsystem geprägt ist.
Auch Sicherheit und Stabilität sind wesentliche Vorteile, was die Planung von Veranstaltungen erleichtert. Oliver Stoldt: „Hohe Sicherheitsstandards bieten Gästen und Veranstaltern ein besonderes Maß an Sicherheit, unabhängig von der Größe des Events.“
Dazu kommt das Thema Nachhaltigkeit: „Sie ist zu einem festen Bestandteil der MICE-Branche geworden“, betont Oliver Stoldt, der Nachhaltigkeit zunehmend als Unterscheidungsmerkmal im globalen Wettbewerb der MICE-Destinationen sieht. Österreich kann diesbezüglich einen großen Vorteil ausspielen, wobei er vor „Greenwashing“ warnt, also wenn Nachhaltigkeit nur als Marketing-Argument genutzt wird, ohne dass echte Maßnahmen ergriffen werden.
Wien kann mit Kongresskompetenz und einer einzigartigen Kulturkulisse punkten, das fußläufige Salzburg verbindet Geschichte, Natur und kreative Energie (zahlreiche Seminarhotels und Eventlocations liegen zwischen Altstadt, Parks und Festungsblick), in Innsbruck verschmelzen Stadt und Bergwelt zu einem tollen MICE-Erlebnis, Graz und Linz gelten als Zentren für Innovation, Design und moderne Tagungen, Klagenfurt und Villach punkten mit Teamspirit am Wörthersee sowie alpinen Incentives und Vorarlberg steht für Nachhaltigkeit, zeitgenössische Architektur und alpine Klarheit.
Erstellt am: 15. Mai 2026