Alpiner Gesundheitstourismus

„Heilkraft der Alpen“ wirkt! 57 Kräuter gegen leere Gästebetten

Print-Ausgabe 16. Juni 2017

Beim Kongress Alpiner Gesundheitstourismus wurde aufgezeigt, wie touristisch beschauliche Regionen bisher brachliegendes Potential ausschöpfen.

170 TeilnehmerInnen versammelte vor kurzem der „1. Fachkongress Alpiner Gesundheitstourismus 2017 – Heilkraft der Alpen“ in St. Johann im Pongau. Dabei wurden erstmals die Kräfte rund um die Alpine Gesundheitsregion SalzburgerLand gebündelt. Schon jetzt können 1,7 Mio. Nächtigungen im Salzburger Land direkt dem Gesundheitstourismus zugeordnet werden – ohne Berücksichtigung des vagen Segments Wellness. „Wenn in der aktuellen deutschen Reiseanalyse 30 Prozent als wichtiges Reisemotiv ‚Etwas für die Gesundheit tun‘ angeben, zeigt das, welches Potenzial vorhanden ist“, so Florian Größwang von Salzburger Land Tourismus.

Der Kongress zeigte mehrfach konkrete Möglichkeiten zur Umsetzung auf. Ökonomische Chancen bietet etwa die 2014 beschlossene EU-Patientenrichtlinie. So gewähren für die „Wasserfall-Therapie“ in Krimml Krankenkassen nun Zuschüsse. Basis dafür ist jedoch jeweils die wissenschaftliche Absicherung, wie z.B. die am Kongress vorgestellte „Jungbrunnen BERG-Studie“, eines der Ergebnisse des österreichisch-bayerische EU-Interreg-Projekts „Trail for Health Nord“. Darin sind aktuell die touristischen Regionen Bad Reichenhall, Tegernsee/Bad Wiessee und Tennengau/Abtenau mit dem Lead-Partner Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU), sowie ITG Salzburg, Hochschule München und der Ludwigs-Maximilians Universität München vereint.

In der Studie wird erstmals nachgewiesen, dass ein einwöchiger Aufenthalt mit Wandern und Heilbaden signifikant das Gleichgewicht verbessert und damit langfristig die körperliche Leistungsfähigkeit erhöht. Um aber alle Daten der 120 ProbandInnen im Detail auszuwerten, werden noch einige Monate vergehen.

Der kostenlos zugängliche Kongress „Heilkraft der Alpen“, der sich mehr Besucher verdient hätte, setzte einen weiteren Schwerpunkt in der Gästegruppe der SeniorInnen, sowie entsprechend seinem Titel, den regionalen Heilmitteln. Es zeigte sich, dass auch in touristisch beschaulichen Regionen gegen leere Gästebetten ein Kraut gewachsen ist. Oder genauer gesagt: Zumindest 57 Kräuter, wie Karin Buchart vom Verein zur Erhaltung der traditionellen europäischen Heilkunde (TEH Verein) belegen konnte. Denn neben dem demographischen Wandel und wachsendem Körperbewusstsein spielen mit Authentizität und Regionalität zwei weitere Trends diesem Angebot in die Hände.

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Erstellt am: 16. Juni 2017

Setzten mit dem Kongress Impulse (v.l.): Walter Haas, Managing Director ITG (Innovationsservice für Salzburg), Gesundheits- und Spitalsreferent LH-Stv. Christian Stöckl sowie Univ.-Doz. Dr. Arnulf Hartl, Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg.

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