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Seit Ende Februar der Iran-Krieg ausgebrochen ist, – also vor nicht einmal zwei Wochen –, herrschen enorme Probleme auch in der Luftfahrt. Der Konflikt beeinträchtigt Airlines einerseits durch Luftraumsperrungen, anderseits durch die steigenden Treibstoffpreise sowie durch Preiserhöhungen. Die Tarife sind aufgrund von Kapazitätsmangel und Luftraumsperren um 200 % bis 300 % nach oben geklettert.
Derzeit stehen zwei Korridore Richtung Fernost offen: Einer über die Türkei, Aserbaidschan und Afghanistan, der andere über Ägypten, Saudi-Arabien, den Oman und Indien. „Mehr Möglichkeiten gibt es derzeit nicht, um sicher nach Asien zu kommen“, kommentierte der CEO der Lufthansa Group, Carsten Spohr, das Geschehen.
Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs wurden viele Länder der israelischen und arabischen Hemisphäre zur Flugverbotszone. Neben Israel und den Iran betrifft dies auch Syrien, den Irak, das nördliche Saudi-Arabien sowie die Golfstaaten Kuwait, Katar (üblicherweise bedient Qatar Airways die Strecke Wien-Doha) und Bahrain. Zwischen 28. Februar 2026, dem Ausbruch der Kampfhandlungen, und dem 10. März wurden global über 43.000 Flüge (rund 55 %) der geplanten Verbindungen von und in den Mittleren Osten gestrichen.
Etwas anders ist die Lage in den V.A.E. (Vereinigte Arabische Emirate), die nur zeitweise ihren Luftraum schlossen. Emirates hat zumindest den täglichen Airbus A380-Flug von Wien nach Dubai wieder aufgelegt und fliegt seit voriger Woche täglich (nach Frankfurt sogar dreimal täglich, je einmal nach Düsseldorf, Genf, Hamburg, München, Wien und Zürich). Auch Air Arabia bedient die Flugroute von Wien nach Sharjah mit dem Airbus 321 neo viermal pro Woche.
Gecancelt wurden hingegen die Flüge von Etihad Airways mit der Boeing 777-300ER nach Abu Dhabi. Die Airline setzt aktuell auf einen limitierten Flugplan: Es wird nur auf bestimmten Strecken geflogen, es gibt reduzierte Frequenzen und kurzfristige Änderungen sind laufend möglich.
Rund 20 % aller Passagiere, die 2025 zwischen Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum (einschließlich Australien und Neuseeland) reisten, nutzten die Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Deswegen saßen auch viele Reisende fest, egal ob in der arabischen Hemisphäre, in Australien, Asien oder im südlichen Afrika. Lufthansa legte und legt als Reaktion darauf Sonderflüge nach Singapur, Riad und Kapstadt auf. Austrian Airlines bietet zusätzliche Verbindungen nach Bangkok, SWISS nach Malé und Colombo, Cathay Pacific setzt größere Flugzeuge von Hongkong nach Zürich ein.
Bei Singapore Airlines – sie bietet aktuell zusammen mit ihrer Low Cost-Tochter Scoot aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) 28 wöchentliche Flüge zum Singapore Changi International Airport (darunter die drei wöchentlichen Scoot-Flüge Wien-Singapore) – hat der Iran-Krieg die Auslastung auf rund 100 % getrieben. Christoph Heberer, Market Development Manager für die DACH-Länder, gegenüber T.A.I.: „Wir sind ungewollt Profiteur. Die Flüge waren schon vorher gut gebucht, jetzt wollen alle mit uns fliegen. Die letzten 20 Plätze verkaufen wir zu Superpreisen.“
Singapore Airlines wird, wie Mitte März bekannt gegeben wurde, in den kommenden Wochen zusätzliche Flüge zwischen Frankfurt und London-Heathrow nach Singapur anbieten. Damit reagiert die Fluggesellschaft auf die gestiegene Nachfrage auf diesen Strecken.
Doch auch die Kerosin-Preise sind extrem gestiegen. Laut der IATA (International Air Transport Association) sind sie bis vergangenen Freitag um 58,4 % nach oben gestiegen, wobei von weiteren Steigerungen ausgegangen werden kann. Der Kerosin-Crack-Spread (er misst die Preisdifferenz zwischen einem Barrel Rohöl und dem daraus raffinierten Jet Fuel) als der wichtigste Indikator ist laut Austrian Airlines CEO Anette Mann „richtig nach oben geschossen“. Er dürfte zumindest in den kommenden Wochen hoch bleiben.
Ein Barrel (bbl) Kerosin entspricht etwa 159 Litern. Der Preis erreichte Ende der Vorwoche 157,41 US-Dollar pro Barrel. Einen Monat vorher waren es noch 93,74 Dollar. Der „Crack-Spread“ lag bei 72,26 US-Dollar (er verdreifachte sich innerhalb weniger Tage). Der Rohöl-Preis kam bei 85,15 US-Dollar zu liegen, ist aber mittlerweile auf 100,20 Dollar geklettert.
Erstellt am: 12. März 2026
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