Print-Ausgabe 13. März 2026

„Der kostenlose Business-Class Transfer gilt für Dubai und in fast allen Enddestinationen“, berichtet Elisabeth Zauner (Foto: © Miriam Mehlman Fotografie)
Die jüngsten Entwicklungen in Nahost sind alles andere als ein Honiglecken – doch die Blicke von Dubais Carrier Emirates sind wie immer nach vorne gerichtet
Der Iran-Krieg hat nicht nur bei den Fluglinien der Golf-Länder massiv das Geschäft beeinträchtigt, sondern auch bei den Fluggästen, die über deren Drehkreuze fliegen. So auch bei Emirates, der nationalen Fluggesellschaft von Dubai. Deren Country Managerin für Österreich, Elisabeth Zauner, traf T.A.I. vor kurzem im „Salon Plafond“ im Wiener MAK (Museum für Angewandte Kunst) zu einem Interview, als die Welt noch scheinbar in Ordnung war.
T.A.I.: Emirates fliegt zweimal täglich nach Wien, einmal mit der Boeing 777-300ER mit vier Klassen – also auch der Premium Eco – und einmal mit dem Airbus A380-800 mit drei Klassen (First, Business und Economy). Wie sind Sie damit zufrieden?
Elisabeth Zauner: „Im Jänner haben wir ein Jahr Boeing 777-300ER mit der Premium Eco in Wien gefeiert. Das Produkt ist vom Markt super angenommen worden und hat sich bestens etabliert. Die neue Klasse mit 24 Sitzen schließt die Lücke zwischen Economy- und Business Class. In der Business Class haben wir übrigens in der ‚Triple Seven‘ 40 Plätze, im Airbus A380 mit 76 um 40 % mehr.“
T.A.I.: Verträgt der Markt überhaupt so viele Business Class-Sitze?
Elisabeth Zauner: „Ja, der Österreich-Markt gibt das her. Wir betonen das auch immer wieder dem Vertrieb gegenüber, damit sie die Business Class proaktiv anbieten.“
T.A.I.: Die nach Wien eingesetzten A380 haben noch keine Premium Economy-Class. Wann werden Sie beide Flüge mit diesem Produkt anbieten können?
Elisabeth Zauner: „Wir arbeiten sehr daran, aber ich kann noch nicht sagen, ab wann es soweit ist. 15 Maschinen des Typs Airbus A380 bezeichnen wir intern wegen ihrer hohen Sitzplatzdichte als ‚high density‘, aktuell verfügen sie über 2 Klassen. Die Flugzeuge werden umgebaut und mit Premium Economy ausgestattet, eine davon kommt auch nach Prag, wo wir einen Flug pro Tag anbieten. Die Differenzierung mit Premium Economy-Kabinen wird also ausgebaut (Anm.d.Red.: Bis Ende 2026 wird sie auf 99 von insgesamt mehr als 150 Destinationen verfügbar sein) und bleibt.“
T.A.I.: Wie sieht es derzeit mit der Boeing 777X aus?
Elisabeth Zauner: „Die letzte Meldung besagt, dass wir sie im zweiten Quartal 2027 erhalten werden. Wir haben insgesamt 372 Flugzeuge um 40 Mrd. US-Dollar bestellt, darunter 235 Stück vom Typ Boeing 777-9. Aber nochmals zu unserem Wien-Produkt: Die Kombination aus neu gestalteter 777-300ER mit vier Klassen und dem Airbus A380 mit drei Klassen ist sehr gut, wir haben ein tolles Produkt am Start!“
T.A.I.: Welche Endziele werden am intensivsten ex Österreich gebucht?
Elisabeth Zauner: „Ganz stark ist der Indische Ozean, wo wir neu ab Ende März auf der Route Dubai-Mauritius auch die Premium Eco einsetzen werden. Ganz stark ist der Dauerbrenner Thailand, wo wir ab 3. Juni die Strecke von Dubai nach Phuket um einen dritten täglichen Flug aufstocken. Im Sommer wird auch Bali ganz stark gebucht. Dubai selbst ist zur Ganzjahresdestination geworden. Derzeit ist besonders reizvoll, dass der Ramadan – er dauert heuer bis 19. März – zeitgleich mit der Fastenzeit begonnen hat. Wir haben da tolle Angebote. Es ist eine Zeit der Besinnung, toller Beleuchtung und der Familie – die Vereinigten Arabischen Emirate haben 2026 zum Jahr der Familie erklärt. Es gibt zum Beispiel Cultural Tours zum ‚Iftar‘, also zum so genannten Fastenbrechen nach Sonnenuntergang.“
T.A.I.: Was sind ihre wichtigsten Quellmärkte im Österreich-Incoming?
Elisabeth Zauner: „Der Mittlere Osten – der war immer sehr gut –, dann Australien, wo wir fünf Destinationen selber anfliegen, plus die Kooperation mit Qantas. Das ist ein Wachstumsmarkt. Vor zwei Jahren haben wir übrigens erstmals ein ‚Memorandum of Unterstanding‘, das jeweils ein Jahr gilt, mit der Österreich Werbung (ÖW) unterzeichnet. Seither haben um 10 % mehr Passagiere aus unserem Netzwerk die Flüge nach Wien gebucht, gesamt sind das 180.000 Passagiere. Sehr starke Wachstumsraten gibt es auch aus Singapur, Hongkong und Malaysien.“
T.A.I.: Emirates spielt also eine ganz große Rolle im Österreich Incoming …
Elisabeth Zauner: „Ja! Ganz neu ist die Kooperation mit dem WienTourismus, wo die 34 Millionen Mitglieder unseres Vielfliegerprogramms ‚Skywards‘ die Möglichkeit hatten, im Februar während sechs Tagen Meilen für eine einzigartige ‚VIP Vienna Experience‘ zu bieten. Es ging um fünf Nächte im Luxushotel Mandarin Oriental mit Privattour durch das Belvedere, Weinverkostung im Palais Coburg, ein ‚Meet & Greet‘ mit den Wiener Sängerknaben, alles mit privatem Chauffeur … Das beste Gebot lag bei 535.000 Meilen. Wien erhielt dadurch eine Sichtbarkeit in der ganzen Welt. Es war das erste derartige Angebot überhaupt und es macht uns stolz, dass wir Wien dafür gewinnen konnten!“
T.A.I.: Was gibt es sonst für Neuerungen bei Emirates?
Elisabeth Zauner: „Den auf 80 km erweiterten kostenfreien Business-Class Transfer. Bisher waren es nur 50 km. Und wenn man zu zweit reist, sind es jetzt sogar 120 km. Das waren bislang auch nur 50 km. Das ist ein tolles Angebot und reicht weit über Wien hinaus. Der kostenlose Business-Class Transfer gilt auch für Dubai und in fast allen Enddestinationen. Unsere Vertriebspartner sollten das aktiv anbieten, weil das oft nicht jeder weiß.
Dann das kostenfreie Internet für alle Passagiere. Derzeit haben wir ‚Starlink‘ auf 11 Maschinen ausgerollt und es kommen laufend neue dazu. Ebenso bieten wir neu den ‚Asien Pass‘ mit Bangkok Airways und der indonesischen Batik Air an, den unsere Gäste in einer Asien-Reise nutzen können, mit Destinationen wie Ko Samui, Krabi, Borneo etc. Dazu kommt das ‚Round the World‘-Ticket mit Emirates und Partner-Airlines. Und ganz neu sind die ‚Amenity Kits‘ für Economy und Premium Economy-Gäste, auf denen einige bedrohte Tierarten aus aller Welt gezeigt werden, für deren Schutz sich Emirates laufend in Zusammenarbeit mit ‚United for Wildlife‘ einsetzt.“
Erstellt am: 13. März 2026
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