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Verlust trotz Rekordnachfrage! Nahost-Krise belastet Halbjahresbilanz der AUA

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© Austrian Airlines / Dominik Berger

Die Auswirkungen der Krise im Nahen und Mittleren Osten haben Austrian Airlines im ersten Halbjahr 2026 deutlich belastet. Das bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) verschlechterte sich auf minus 93 Millionen Euro und lag damit um 50 Millionen Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hauptursachen waren die trotz umfassender Absicherungsmaßnahmen um mehr als 60 Millionen Euro gestiegenen Treibstoffkosten sowie die aus Sicherheitsgründen ausgesetzten Flüge nach Amman, Erbil, Tel Aviv und Teheran, die zusätzlich zu Ergebnisausfällen im zweistelligen Millionenbereich führten.

Als Reaktion auf das schwierige Marktumfeld setzt die Lufthansa-Tochter kurzfristig Sparmaßnahmen um und strafft den Winterflugplan. Die seit Jahren defizitäre Verbindung zwischen Wien und Graz wird eingestellt, weitere Strecken nach Tiflis, Keflavik und Porto pausieren vorläufig. Zudem entfallen mehrere Nightstops in Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau. Laut CEO Annette Mann (Bild) sind diese Maßnahmen notwendig, um die Wirtschaftlichkeit des Streckennetzes angesichts der deutlich gestiegenen Betriebskosten zu sichern. Gleichzeitig sollen interne Effizienzprogramme beschleunigt werden, während in operativen Bereichen wie Flugbetrieb, Technik und Ground Operations weiterhin Personal aufgebaut wird, um die Zuverlässigkeit des Flugbetriebs zu gewährleisten.

V.l.: Stefan-Kenan Scheib / COO Austrian Airlines, Annette Mann / Vorstandsvorsitzende Austrian Airlines und Anita Kiefer / Pressesprecherin Austrian Airlines
V.l.: Stefan-Kenan Scheib / COO Austrian Airlines, Annette Mann / Vorstandsvorsitzende Austrian Airlines und Anita Kiefer / Pressesprecherin Austrian Airlines
Das Halbjahresergebnis im Detail

Operativ entwickelte sich das erste Halbjahr dennoch solide. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 1,22 Milliarden Euro, während die Zahl der Passagiere um sechs Prozent auf 6,96 Millionen zunahm. Die Auslastung der Flüge verbesserte sich von 77,2 auf 80,6 Prozent. Nach einer zunächst verhaltenen Buchungslage zog die Nachfrage für den Sommer kurzfristig deutlich an. Zusätzliche Kapazitäten aus den ausgesetzten Nahost-Verbindungen wurden auf stark nachgefragte Ferienziele wie Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga verlagert. Insgesamt bot Austrian Airlines im Sommerflugplan rund 800 zusätzliche Flüge zu europäischen Urlaubsdestinationen an und nahm sieben neue Ziele ins Streckennetz auf.

Investitionen in die Zukunft

Ungeachtet des Sparkurses hält Austrian Airlines an ihren strategischen Investitionen fest. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Boeing 787-9 Dreamliner sowie ein Airbus A320neo zur Flotte stoßen. Parallel dazu laufen die Arbeiten an den neuen Lounges im Zuge der Terminal-Süderweiterung am Flughafen Wien sowie die Vorbereitungen für die Modernisierung der Premium Economy Class. Auch die Erneuerung der Dienstuniformen, die ab 2028 eingeführt werden sollen, ist bereits angelaufen.

Trotz der geopolitischen Unsicherheiten zeigt sich das Management vorsichtig optimistisch. Durch die teilweise Weitergabe der gestiegenen Kosten, interne Effizienzmaßnahmen und die anhaltend hohe Nachfrage strebt Austrian Airlines für das Gesamtjahr 2026 weiterhin ein positives Ergebnis an. Gleichzeitig bekräftigt das Unternehmen seine Forderung nach einer langfristigen Luftfahrtstrategie und einer Senkung der Standortkosten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts Österreich nachhaltig zu stärken.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
Austrian Airlines

Harmonisierung der Flotte! Aus fünf Typen werden künftig zwei

15. Jänner 2026 | Luftfahrt
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