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Austrian Airlines

Harmonisierung der Flotte! Aus fünf Typen werden künftig zwei

Print-Ausgabe 15. Jänner 2026

Für Stefan-Kenan Scheib hatte die als erste zur Air Dolomiti gewanderte Embraer „ein Stück Fluggeschichte geschrieben“ (© Austrian Airlines)

Künftig setzt der österreichische Home-Carrier nur noch auf Mitglieder der A320 Familie sowie Boeing „Dreamliner“ – Start war Mitte Dezember 2025

Austrian Airlines harmonisiert ihre gesamte Flotte: Derzeit aus fünf Flotten bestehend – neben den ursprünglich 17 Embraer E195, der aus 40 Mitgliedern bestehenden Airbus A320 Familie, den aktuell noch drei Boeing 767 und sechs Boeing 777 sowie den derzeit zwei Boeing 787-9 – werden künftig nur noch Typen der Airbus A320-Familie und Boeing 787-9 „Dreamliner“ eingesetzt. Start für die Umflottung war kurz vor Weihnachten, als die erste Embraer 195 ausgemustert wurde. Sie wurde nach Italien zu Air Dolomiti überstellt, wie Austrian Airlines eine 100 % Tochter der Lufthansa Group. Anstelle der Embraer-Maschinen erhält Austrian Airlines sechs zusätzliche fabrikneue Airbus A320neo mit jeweils 180 Sitzplätzen.

Mit der Überstellung nach Italien wurde die Embraer E195 mit 120 Sitzplätzen zum zweiten Mal innerhalb der Lufthansa Group weitergereicht. Die zwischen 2009 und 2012 hergestellten Maschinen flogen anfänglich bei der Lufthansa City Line, wurden im Rahmen einer Flottenmodernisierung (Airbus A319, A321 sowie Bombardier CRJ-900) zwischen 2015 und 2017 an Austrian Airlines übergeben (damals um die Fokker F70/100 zu ersetzen). Nun wandern 13 von ihnen zur Air Dolomiti. Die restlichen vier Embraer E195 gehen nicht an die italienische Tochter der Lufthansa Group. Sie werden extern verkauft, wobei der Verkaufsprozess Anfang 2026 startet.

Embraer-Abschied mit Fluggeschichte

Für den seit September bei Austrian Airlines tätigen COO (Chief Operating Officer) Stefan-Kenan Scheib (der Lufthanseat war zuletzt rund viereinhalb Jahre Head of Flight Operation bei der Lufthansa-Tochter SWISS) hatte die als erste zur Air Dolomiti gewanderte Embraer „ein Stück Austrian Airlines Fluggeschichte geschrieben.“

Die Ausflottung der Embraer E195 wird nach aktuellem Stand bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Die nächste Embraer-Maschine wird Austrian voraussichtlich im Februar 2026 verlassen. Wie erwähnt, erhält Austrian Airlines als Ersatz für die Embraer-Jets sechs zusätzliche Airbus A320neo. Die Airbus-Flotte des österreichischen Home-Carriers wächst damit auf 46 Flugzeuge. Die erste dieser Maschinen wird bereits für Sommer 2026 erwartet und kommt auf stark frequentierten Routen zum Einsatz.

Die Umstellung – bekanntlich wird auch die aus 10 Boeing 777- und 767-Jets bestehende Langstreckenflotte erneuert und durch insgesamt 12 Boeing 787-9 „Dream­liner“ ersetzt – soll dazu beitragen, dass sich bei Austrian Airlines die Kosten pro Sitzplatz weiter verringern. Ältere A320 werden später ersetzt. Insgesamt plant Austrian nach aktuellen Plänen 17 neue A320neo bzw. 321neo einzusetzen.

Kostenvorteile durch die Flottenharmonisierung

Der Um- bzw. Ausbau der Boeing-Langstreckenflotte weist ein Investitionsvolumen von über 3 Mrd. Euro (Listenpreis) auf, während für die neuen Mitglieder der A320-Familie keine Summen genannt werden. Die Flottenharmonisierung auf zwei Typen soll dabei helfen, erhebliche Kosten einzusparen, vor allem durch reduzierte Komplexität in Wartung, Logistik und Schulungen. Zum Vergleich: Eine A320neo ist im Betrieb pro Sitzplatzkilometer um 25 % günstiger als eine Embraer E195.

Auch die Standardisierung auf CFM-Leap-Triebwerke (alle 29 Airbus A320ceo und A321ceo sind damit ausgestattet) soll kostensenkend wirken. Die fünf bestehenden A320neo – sie verwenden Pratt & Whitney Triebwerke – sollen an die SWISS-Tochter Edelweiss abgegeben werden. Die neuen A320neo/A321neo erhalten ab 2026 einheitlich CFM Leap-1A.

Weitere Kosteneinsparungen sollen durch diverse Wetlease-Abkommen entstehen, wobei Austrian Airlines künftig diesbezüglich vor allem mit Partnern der Lufthansa Group zusammenarbeitet. Eine Ausnahme stellt Air Baltic dar, die vier A220-300 für Austrian Airlines im Wet­lease einsetzt. Die Zusammenarbeit mit Braathens Regional Airways wurde im Dezember 2025 aufgekündigt. Diese hatte ATR72-Turbopropos eingesetzt, konnte aber die Standards der Lufthansa Group nicht mehr erfüllen. Ersatz erfolgt durch interne Lufthansa Group-Partner wie Edelweiss. Im Sommer 2026 plant Austrian Airlines den Einsatz von insgesamt elf Wetlease-Flugzeugen.

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