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Der Linzer Flughafen mit Jörg Ebbighausen an der Spitze soll komplett zum Land Oberösterreich wechseln. OÖ will der Stadt Linz die Anteile abkaufen. Beide sind derzeit zu je 50 % an dem Airport beteiligt. Der Wert des Flughafen Linz steht laut Gutachten von KPMG (Klynveld Peat Marwick Goerdeler – es handelt sich also um die vier Anfangsbuchstaben der prägenden Gründer beziehungsweise Vorläuferfirmen ab) fest. Es soll sich, - gerechnet nach Liquidationswerten, ohne Rückstellungen für die Sanierung der Pisten und potenzielle Schadenersatzforderungen – zwischen 1,9 Mio. und 3,4 Mio. Euro bewegen. Es wird davon ausgegangen, dass das Land OÖ der Stadt den Hälfte-Anteil um den Mittelwert – rund 1,3 Mio. Euro – abkauft.
Käuferin wäre die OÖ Verkehrsholding GmbH, die bereits die Hälfte am Airport besitzt. Zu ihr gehören auch die Ennshafen OÖ GmbH (99 %), die Lokalbahn Lambach-Vorchdorf - Eggenberg (Anteil 11,03 %), die Lokalbahn Vöcklamarkt-Attersee (10,46 %) sowie 2,17 % an der ASFINAG Service GmbH. Die vollständige Übernahme des Flughafens soll bis Oktober finalisiert werden.
Weiterentwicklung des Standortes OÖ
Laut Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, dem Aufsichtsratschef des Flughafens Linz, ist es wichtig, den Flughafen Linz „als leistungsfähige Infrastruktur für den Standort Oberösterreich langfristig zu stärken und weiterzuentwickeln."
Als Geschäftsführer vom Flughafen Linz fungiert seit März dieses Jahres Jörg Ebbighausen, nachdem sein Vorgänger Norbert Draskovits in den Ruhestand wechselt. Draskovits wird seine Funktion noch bis Ende September 2026 ausüben, um einen nahtlosen Übergang der Verantwortlichkeiten zu gewährleisten. Jörg Ebbighausen gilt als international erfahrener Luftfahrtmanager, der u.a. strategische Projekte am Flughafen München verantwortete.
Heuer zeichnet sich ein Defizit ab
Der Flughafen Linz in Hörsching gilt formal als Militärflugplatz (Fliegerhorst Vogler) mit ziviler Mitbenützung. Während der militärische Bereich südlich der Start- und Landebahn liegt, ist der zivile Flughafenbereich nördlich der Piste angesiedelt. Beide Bereiche nutzen dieselbe Start- und Landebahn.
Im Sommerflugplan 2026 bietet der Airport Linienverbindungen nach Frankfurt (durch DAT – Danish Air Transport; mehrmals täglich an Werktagen) sowie durch Ryanair nach London-Stansted sowie saisonale Linienflüge nach Alicante und Bari Ryanair an.
Zusätzlich gibt es im Sommer zahlreiche Charter- beziehungsweise Ferienflugverbindungen, u.a. nach Antalya, Brač, Kreta-Heraklion, Hurghada, Kos, Rhodos, Skiathos und Palma de Mallorca.
Mit 45,2 % Zuwachs auf mehr als 262.000 Passagiere hatte der Flughafen Linz im Vorjahr den größten Zuwachs aller österreichischen Verkehrsflughäfen. Allerdings konnten vor der Pandemie über 438.000 Fluggäste abgewickelt werden. Heuer wird damit gerechnet, dass der Flughafen Linz – bis zur Pandemie ein „wirtschaftlicher Selbstläufer“ - erneut ein Defizit von rund 8 bis 9 Mio. Euro einfliegen wird. Die Passagierzahlen gingen im Unterschied zu den Flughäfen Salzburg, Graz oder Innsbruck weiter zurück. Im Herbst wird auch der London-Flug der Ryanair bis auf Weiteres eingestellt.
Erstellt am: 20. August 2026