Wizz Air

Billigairline schreibt erstmals Rot! Probleme von Wizz Air liegen tiefer, als offiziell zugegeben

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Die Wizz Air Holdings – das Geschäftsjahr läuft von April bis März des Folgejahres - musste im ersten Quartal 2026/2027 einen operativen Verlust in Höhe von 183,3 Mio. Euro ausweisen. Noch nie seit dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014 – soweit reicht die T.A.I.-Analyse zurück – musste die Billigairline mit Sitz in Budapest einen operativen Verlust für den Zeitraum April bis Juni ausweisen (mit Ausnahme der Pandemie-Jahre 2020 bis 2022).

Wizz-Air-CEO József Váradi führt das negative erste Quartal in erster Linie auf die gestiegenen Kerosinkosten aufgrund des Nahost-Konflikts zurück. Die Treibstoffkosten stiegen zwar im Jahresvergleich um 39,4 % auf 610,5 Mio. Euro, doch die zusätzliche Belastung daraus entspricht im ersten Quartal rund 100 Mio. Euro. Doch dies erklärt den Verlust – er lag ja um über 80 Mio. Euro höher - nur zum Teil. Die Probleme dürften also tiefer liegen.

Triebwerksprobleme, Schließung von Stationen

Als Kernproblem gelten die Triebwerksprobleme (Pratt & Whitney GTF) von 163 Flugzeugen der Airbus-A320neo-Familie in der Wizz-Air-Flotte (die derzeit laut „Planespotters“ aus 266 Maschinen besteht, neben Wizz-Air Hungary mit 118 Airbussen sind dies 128 Jets der Wizz Air Malta und 20 Maschinen von Wizz Air UK). Deren Groundings – bis Ende 2026 sollen noch rund 40 Jets am Boden bleiben – treiben die Kosten pro Sitzplatzkilometer nach oben, erzwingen teure Wet-Lease-Kapazitäten und führen zu hohen Kompensations- und Umleitungskosten.

Auch Flüge in den Nahen Osten (Israel, Dubai, Abu Dhabi, Amman) mussten eingestellt werden, was rund 8 –10 % der wöchentlichen Kapazität betraf.

Dazu kommt der Abbau von Standorten wie Wien, dessen Basis mit Ende März 2026 endgültig aufgegeben wurde. Dies bleibt nicht ohne Wirkung. Immerhin waren bis zu sechs Maschinen in Wien stationiert und es wurden mit Stand September 2025 ganze 28 Strecken in 20 Länder angeboten.

Ihnen sollen übrigens weitere folgen. Belgrad (vier Jets sind dort stationiert, angeboten werden bis zu 29 Routen in 26 Städten von 10 Ländern) etwa droht bis September 2026 die Schließung, wenn keine Kompromisse mit den serbischen Behörden gefunden werden. Die Billigairline verhandelt aktuell mit dem serbischen Staat über neue Luftfahrtvorschriften.

Lage bleibt angespannt

Die aktuellen Schwierigkeiten sind also nicht als kurzfristige operative Störung, sondern als strukturelle Branchenkrise mit unternehmensspezifischer Verschärfung zu interpretieren. Der Aktienkurs der Wizz Air hat binnen Jahresfrist aus diesem Grund um 21,6 % verloren.

Auch wenn József Váradi bekräftigte, am Kapazitätswachstum festzuhalten, wurde das ursprünglich geplante Kapazitätswachstum von 30 % im Jahr 2026 auf ein niedrigeres Niveau nach unten korrigiert. „Wir wissen, dass dies für die nächsten etwa neun Monate eine Herausforderung sein wird", meint dazu Jozsef Varadi.

Kurzfristig bleibt die Lage also angespannt. Mittelfristig hängt die Erholung davon ab, wie schnell Pratt & Whitney die Wartungskapazitäten hochfahren kann und inwieweit Wizz Air seine Kostenstruktur nachhaltig an die neuen Realitäten anpasst. T.A.I. wird – sobald die Halbjahresbilanz präsentiert wird – über diese berichten.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
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