Kreuzfahrt-Outlook

Starke Buchungen, Rekordpreise „Big Three“ hoffen auf starkes 2023

Print-Ausgabe 14. Oktober 2022

Jason Liberty, Frank Del Rio und Josh Weinstein

Jason Liberty, Frank Del Rio und Josh Weinstein sehen 2022 als Übergangsjahr an und rechnen 2023 mit einer Erholung


 

Nachdem sich die heurigen Erwartungen durch Pandemie und Russlands Angriff gegen die Ukraine nicht erfüllten, rechnet die Branche 2023 mit besseren Zahlen

Die Kreuzfahrtbranche sieht 2022 als Übergangsjahr an, mit einer vollständigen Erholung 2023. So dürfte gemäß Cruise Lines International Association (CLIA) Ende 2023 wieder das Passagier-Niveau von vor der Corona-Krise erreicht werden, 2024 sogar um 12 % über 2019 liegen. Dies deckt sich mit der Einschätzung der „Big Three“, der Carnival Corporation, der Royal Caribbean Group und Norwegian Cruise Line Holdings.

So vermeldete die Carnival Corporation (98 Schiffe, darunter 15 von AIDA und 12 von Costa) Ende September 2022 „eine verzögerte Rückkehr zur Profitabilität“. Die Periode Juni bis August (das Carnival-Geschäftsjahr endet am 30. November) lag durch höhere Treibstoffpreise und billigere Tarife deutlich hinter den Schätzungen. Erst 2023 dürften die erzielbaren Preise wieder steigen. Erfreulich ist der Umstand, dass es „seit Ankündigung der Lockerung unserer Protokolle im August eine deutliche Verbesserung des Buchungsvolumens gibt und wir nun deutlich über dem starken Niveau von 2019 liegen“, so Carnival CEO Josh Weinstein.

Bei der weltweiten Nummer 2, der Royal Caribbean Group (50 Schiffe, vier Reedereien) lagen die Ergebnisse für die Periode April bis Juni deutlich über den Erwartungen. Im dritten Quartal wirkte sich aber laut CEO Jason Liberty Russlands Krieg gegen die Ukraine negativ auf die Erholung aus. Erst für 2023 sieht Liberty eine Besserung: „Das Buchungsvolumen hat sich in den letzten Wochen beschleunigt. Derzeit sind alle Quartale 2023 zu Rekordpreisen innerhalb der historischen Bandbreiten gebucht.“

Der dritte im Bunde der „Big 3“, die Norwegian Cruise Line Holdings (28 Schiffe, mit Norwegian, Regent Seven Seas und Oceania drei Reedereien), kam laut CEO & President Frank Del Rio im März wieder in die Gewinnzone zurück, allerdings belastete seither Russlands Krieg einige europäische Premium-Reise­routen. Er rechnete für die zweite Jahreshälfte 2022 mit einem leicht positiven bereinigten Ergebnis.

In der jüngsten Investoren-Konferenz Anfang Oktober kündigte Del Rio für 2023 dann einen Rekordumsatz und ein Rekordergebnis an. Die Buchungen seien im Vergleich zu 2019 gestiegen und das zu deutlich höheren Preisen. Grund dafür ist die Ausrichtung auf gehobene Zielgruppen.

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