Print-Ausgabe 13. Februar 2026

Während bei Mein Schiff die neue „Flow“ ab Juni zur Verfügung steht, gibt es noch keine konkreten Neubaupläne bei Hapag-Lloyd Cruises, wie T.A.I. im Gespräch mit Wybcke Meier erfahren konnte
Österreich gilt als zweitwichtigster Markt für TUI Cruises, deren Geschäftsführerin Wybcke Meier vor kurzem in Wien weilte und T.A.I für ein Gespräch zur Verfügung stand. Die seit Oktober 2014 als Chefin von TUI Cruises fungierende ausgebildete Reise- und Verkehrskauffrau hat eine profunde Touristik-Karriere hinter sich (Fischer Reisen, Reiseshopping-Kanal Via 1-Schöner-Reisen, Öger Tours und Windrose Finest Travel). Seit sechs Jahren gehört die Marke Hapag-Lloyd Cruises, die von Isolde Susset geführt wird zum Joint Venture TUI Cruises zwischen TUI AG und der Royal Caribbean Group. Heuer wartet als nächstes Highlight die Mein Schiff Flow auf ihre Taufe, die im Juni 2026 ihre Jungfernfahrt erlebt.
„Wir hatten zwei Wachstumsphasen“, beginnt Wybcke Meier das Gespräch. „Von 2014 bis 2019, als wir die ‚Blue-Motion‘-Klasse mit der Mein Schiff 1 bis 6 eingeführt haben und jener ab 2024, als die Mein Schiff 7 sowie die Mein Schiff Relax hinzukamen sowie in diesem Jahr die Mein Schiff Flow.“ Die beiden letztgenannten gehören bereits der „InTUItion“-Klasse an, von denen im September vorigen Jahres zwei zusätzliche Schiffe geordert wurden, die in den Jahren 2031 und 2032 ausgeliefert werden.
Während die Mein Schiff 3 bis 6 rund 99.000 BRZ (Bruttoraumzahl) messen, sind die ab 2018 ausgelieferten Mein Schiff 1 und 2 sowie 7 (sie sind um rund 20 Meter länger) mit 111.500 bzw. knapp 113.000 BRZ etwas größer. Die kleineren Schiffe haben zwischen 1.253 und 1.267 Kabinen, die größere, zwischen 1.447 und 1.461. Die „InTUItion“-Schiffe kommen auf rund 160.000 BRZ und 1.945 Kabinen, also maximal 3.984 Gäste bei Doppelbelegung. Verbessert hat sich dabei der Anteil der Balkonkabinen, der bei den Schiffen der „Blue-Motion“-Klasse rund 82 % beträgt, bei jenen der „InTUItion“-Klasse bereits 85 %.
„Wir haben wenig Innenkabinen“, so Wybcke Meier gegenüber T.A.I., „denn unsere Schiffe sind lang und schlank“. Bei den beiden „InTUItion“-Schiffen wurde der Suiten-Bereich vergrößert (bei dem Großteil handelt es sich um Junior-Suiten), neu angeordnet, noch komfortabler gestaltet, samt exklusiven Bereichen. „Alle Suiten befinden sich jetzt im Heck mit einem großzügigen Outdoor-Lounge-Bereich und Whirlpool“, so die Geschäftsführerin von TUI Cruises, „Suiten-Gästen stehen mit dem X-Coast und dem X-View Restaurant zwei separate Restaurants zur Verfügung, die als Rückzugsorte konzipiert sind und unterschiedliche kulinarische Konzepte abbilden. Im X-Coast kann man ganztägig speisen, von Frühstück bis Abendessen mit À-la Carte Klassikern.“
Ist die Annahme falsch, dass es sich bei den Mein Schiffen um so etwas wie schwimmende Robinson Clubs handelt? Wybcke Meier lacht. Das Wort „Robinson“ nimmt sie nicht in den Mund, aber sie sagt so viel: „Wir positionieren die Mein Schiff Flotte im Premium-Bereich, bewusst unterhalb des Luxusbereichs. Wenn man uns mit Hotels vergleicht, würde ich es 4-Sterne-superior bis 5-Sterne nennen. Unsere Schiffe stehen für entspanntes Wohlfühlen auf See mit hochwertigem Komfort, persönlichem Freiraum und einem Premium-Alles-Inklusive-Konzept, das auf Ruhe und Entschleunigung statt auf Clubatmosphäre setzt.“
Für Top-Kulinarik ist gesorgt. Auf der Mein Schiff Relax und der Mein Schiff Flow gibt es ein großes Buffetrestaurant, das bekannte „Atlantik“ mit großen Fensterfronten und Nähe zum Meer im Heck des Schiffes, einige mit einem Mix-Konzept sowie vier Exklusiv-Restaurants – insgesamt 14. Dazu kommen noch 17 Bars (14 davon sind inklusive). Wie ist das zu verstehen? „Wir bieten ein Premium Alles-Inklusive-Konzept“, so Wybcke Meier, „viele Leistungen an Bord sind bereits im Preis enthalten. Dazu gehören eine sehr große Auswahl an Markengetränken in den Bars und Restaurants. Kaffeespezialitäten sowie kleine Speisen und Eis, ebenso wie die Nutzung der Wellness-, Sauna- und Fitnessbereiche und ein abwechslungsreiches Sport- und Entertainment-Angebot. Gäste der Suiten profitieren darüber hinaus von zusätzlichen Services wie einer befüllten Minibar, inkludiertem Internet, einem separaten Check-in und Zugang zu exklusiven Lounges. Und noch etwas: Die Essenszeiten sind fließend, „jeder wie er es mag“, betont Wybcke Meier. „Wir haben ein sehr entspanntes Konzept.“
Soweit zu TUI Mein Schiff. Doch wie steht es um Hapag-Lloyd Cruises, das 2020 in das Joint Venture inkludiert wurde? „Hapag-Lloyd Cruises kann mit den vergleichsweise kleineren Schiffen besondere Orte und Häfen anlaufen, die Luxusschiffe Europa und Europa 2 fahren zu den schönsten Orten der Welt und mit den drei Hanseatic-Expeditionsschiffen bieten wir unter anderem außergewöhnliche Routen an“, betont Wybcke Meier, die ergänzt, dass „die Luxus- und Expeditionskreuzfahrten in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt sind“.
Während die Europa Baujahr 1999 und für maximal 400 Gäste zugelassen ist (sie misst gerade Mal knappe 29.000 BRZ), kommt die Europa 2 auf maximal 500 Gäste, hat als Baujahr 2013 und ist etwas mehr als 42.800 BRZ groß. Die Expeditionsschiffe Hanseatic nature, inspiration und spirit messen gerade mal 15.650 BRZ und beherbergen bis maximal 230 Gäste.
Wybcke Meier: „Wir investieren kontinuierlich in alle unsere Schiffe. Wir haben 2024 technische und optische Verbesserungen bei der EUROPA vorgenommen, darunter die Neugestaltung von Suiten und des Poolbereichs“ Und: „Das Thema Neubau behalten wir im Blick. Aktuell gibt es aber nichts Konkretes zu berichten.“ Statt der Europa oder zusätzlich, will T.A.I. wissen. „Die Frage stellt sich derzeit nicht. Wir wollen dieses Jahr auch bei Hapag-Lloyd Cruises mit den verfügbaren Kapazitäten wachsen“, so die ausweichende Antwort von Wybcke Meier.
Zurück zur Mein Schiff-Flotte: Dort wird wie die Mein Schiff Relax (dort ist der gebürtige Wiener Michael Strauss General Manager, der seit Mai 2017 bei TUI Cruises tätig ist) auch die Mein Schiff Flow von einem gebürtigen Österreicher in Dienst gestellt. Dies ist bei 60 % Stammkund:innen keine unwichtige Aufgabe, wobei Österreich bei TUI Cruises rund 30 % Zuwachs hatte. Ex Österreich ist im Sommer die Nachfrage nach Mittelmeer-Kreuzfahrten besonders hoch (egal welches Schiff), im Winter die Karibik.
Neu ist heuer ab dem Winter der Flug ab Salzburg, Graz ist seit zwei Jahren dabei. Wobei TUI Cruises generell mit Teilchartern unterwegs ist, vor allem zu den Destinationen Mallorca, Triest und Heraklion. Wybcke Meier abschließend: „Wir erwarten 2026 eine weitere Steigerung.“
Erstellt am: 13. Februar 2026
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