Bei der Eröffnung der neuen Filiale im DEZ in Innsbruck: Restplatzbörse-Filialleiterin Rebecca Bebin (2.v.l.), die Reiseberaterinnen Julia Herb, Franziska Niederegger und Nicole Sint sowie Thomas Ornik-Eckerieder (l.), Technischer Leiter im DEZ, und DEZ-Manager Florian Prodinger (r.)
Reisebüros

Vorteile über Vorteile! Deshalb verzeichnen Reisebüros einen interessanten Boom

T.A.I. 24 TOP News

Die Restplatzbörse eröffnete Mitte Juni ihren zweiten Standort in Innsbruck und zwar im DEZ-Einkaufszentrum. Es ist nicht die einzige Eröffnung des stationären Vertriebes heuer im Frühjahr: Zwar galten Reisebüros lange Zeit als Auslaufmodelle und es wurde in den zurückliegenden zweieinhalb Jahrzenten des Öfteren durch Interent & Co. ihr komplettes Ausscheiden aus dem Markt prophezeit, doch wie es aussieht, lagen all die Pessimisten mit ihren Überzeugungen komplett daneben.

Ruefa (mehr als 70 Standorte) will laut Verkehrsbüro-Vorständin Birgit Wallner noch heuer im ersten Bezirk in Wien eine Filiale in Betrieb nehmen und zwar in einer „Lage, wo hohe Kundenfrequenz und gute Sichtbarkeit gewährleistet sind.“ TUI, wo CEO Sebastian Ebel vor kurzem gegenüber österreichischen Reisebüros betonte, „dass der stationäre Vertrieb sehr gute Arbeit leistet“ (TUI betreibt hierzulande 62 „TUI Das Reisebüro“-Filialen und eine „airtours travel boutique“) investiert auch in Österreich in ein neues Shop-Konzept, das sie laut Österreich-Chef Gottfired Math „als inspirierenden Erlebnisraum“ positionieren will.

Und in Vorarlberg nahm heuer im Frühjahr Nachbaur Reisen seine „Travel Lounge by Nachbaur“ im Einkaufszentrum Illpark Feldkirch in Betrieb, wo „Reiseberatung neu gedacht wird. Statt klassischer Schalteratmosphäre setzt unser Konzept auf ein Umfeld, das an eine Hotellobby erinnert“, so Firmenchef Michael Nachbaur.

Persönliche Beratung bei komplexen Reisen

Da stellt sich zwangsläufig die Frage, weshalb Reisebüros trotz jahrzehntelanger Prognosen über ihr Verschwinden überlebt haben? Mehrere Faktoren spielen hier zusammen, allen voran die persönliche Beratung bei komplexen Reisen: Einfache Flüge oder Hotelbuchungen werden vielfach online gebucht, aber bei Rundreisen, Kreuzfahrten, Fernreisen, Gruppenreisen oder individuell zusammengestellten Touren wird die persönliche Beratung durch kompetente Reisebüro-Agents bevorzugt.

Ebenso überfordert die Vielzahl an Angeboten im Internet viele User. Reisebüros hingegen filtern Optionen heraus und erstellen darauf aufbauend passende Vorschläge. T.A.I. – sie ist Kunde bei COLUMBUS (16 Standorte) und Gesellschafter der größten Reisebürokooperation Österreichs, TRAVELStar(270 Agenturen)  – hat dies jüngst bei einem Aufenthalt in Spanien zwischen Valencia und Alicante selbst festgestellt: Ohne Harald Schoihsel Zak (Travel Consultant in der COLUMBUS-Zentrale am Wiener Universitätsring) wäre es nie das Hotel Servigroup Montíboli in Villajoyosa geworden, das hoch über dem Meer direkt am Strand liegt.

Als weiterer – vor allem in jüngster Zeit wieder extrem wichtiger Faktor – kommt die Sicherheit und Problemlösung von Reisebüros hinzu. Denn wenn Flüge ausfallen, Hotels überbucht sind oder sich Einreisebestimmungen ändern, stehen sie Gewehr bei Fuß. Vor allem in Krisenzeiten – Stichwort Iran-Krieg - ist dieser Umstand besonders wertvoll. Persönliche Betreuung bei Stornierungen und Umbuchungen bieten einen erheblichen Mehrwert, der niemals vom Internet oder einem KI (Künstliche Intelligenz)-Agent kompensiert werden kann.

Nachfrage nach individueller Beratung bleibt hoch

Weitere Punkte, die für das Reisebüro sprechen, sind Vertrauen, - viele vertrauen einem persönlichen Berater mehr als einer anonymen Website -, sowie die hohe Spezialisierung (Fachwissen zählt mehr als der niedrigste Preis).

Das Internet kann also bei weitem nicht alle Informations- und Buchungsfunktionen übernehmen. Zwar steht fest, dass der Markt für Reisebüros geschrumpft ist und viele Filialen schließen mussten, doch sind vor allem die jüngsten Eröffnungen und jene, die noch folgen werden, Grund genug, um ihre Rolle neu zu überdenken. Einfache Buchungen werden überwiegend online abgewickelt, - Technologien ersetzen Routineaufgaben -, doch menschliche Dienstleistungen, die sich auf Bereiche mit hohem Beratungsbedarf verlagerten, können niemals ersetzt werden. Reisebüros konkurrieren heute weniger als ehemals mit Suchmaschinen um Informationen, sondern bieten Orientierung, Vertrauen und Problemlösung.

Für Roman Kresz, COO der Restplatzbörse und für alle nunmehr 21 Standorte verantwortlich, steht fest: „Trotz digitaler Buchungsmöglichkeiten bleibt die Nachfrage nach individueller Beratung hoch. Wir sehen darin einen klaren Auftrag, unser stationäres Angebot weiter auszubauen.“

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
Touristik-Umfragen

Touristik steuert heuer auf ein Last-Minute-Sommergeschäft zu

12. Juni 2026 | Reisebüros & Veranstalter
Nach oben