Print-Ausgabe 12. Juni 2026

Zwei Umfragen aus Österreich sowie die aktuellen Buchungsdaten aus Deutschland bestätigen diesen Trend – bislang wurden um 25 % weniger Sommerreisen gebucht
Für die Touristik wird es heuer ein starkes Last-Minute-Jahr, die Buchungsflaute der zurückliegenden Monate scheint vorbei. Das geht unisono aus der MARKET-Omnibusstudie im Auftrag der Restplatzbörse, dem „Ruefa Reisekompass“ sowie der bundesdeutschen TDA (Travel Data + Analytics) hervor. Für Michele Fanton, Geschäftsführer von Ruefa, „war und ist die Reiselust ungebrochen“. Rechtzeitig zum meteorologischen Sommerbeginn nehme die Buchungsdynamik für den Sommer 2026 wieder deutlich zu. „Die Menschen wollen weiterhin verreisen, entscheiden sich aber deutlich später“, erklärt Helmut Schönbacher, Geschäftsführer der Restplatzbörse.
Die MARKET-Omnibusstudie wurde Ende April/Anfang Mai unter 1.000 Personen ab 16 Jahren in Österreich durchgeführt. Von Ruefa wurden für den aktuellen „Reisekompass“ keine Angaben gemacht (für die Mitte Jänner erschienene Version wurden im November von der Firma „Marketagent“ 1.550 Personen ab 18 Jahren befragt), während die TDA fortlaufend Buchungsdaten aus stationären Reisebüros sowie Online-Vertriebskanälen für Veranstalterprodukte erhebt.
Laut Restplatzbörse planen 62 % der Österreicher:innen heuer einen Sommerurlaub ab 7 Tagen, doch erst 44 % dieser Personengruppe haben gebucht. Der Rest möchte zwar verreisen, wartet mit der Buchung aber noch zu. Schönbacher: „Somit wurden 25 % weniger Sommerurlaube frühzeitig fix gebucht als im Vorjahr – ein deutliches Signal für steigendes Last-Minute-Potenzial.“
Laut Ruefa planen 9 von 10 Österreicher:innen mindestens eine Reise, das durchschnittliche Budget liegt bei rund 2.200 Euro pro Person. Bei der Ziel-Wahl zeigt sich dabei ein klarer Trend: 80 % planen eine Urlaubsreise in das europäische Ausland. Besonders gefragt seien Italien (32 %), Kroatien (23 %), Deutschland (19 %) und Griechenland (16 %). Für Fanton ist klar: „Wer verfügbare Angebote gezielt nutzt und sich beraten lässt, kann auch kurzfristig passende und gut abgesicherte Urlaubsreisen realisieren.“
Bleibt die TDA, die nach markanten Buchungseinbrüchen im März für den deutschen Reisemarkt im April eine Normalisierung sieht. Vor allem die rückläufigen Fernreisen drücken auf die Bilanzen. Die Sommersaison 2026 weist kumuliert ein Umsatzplus von +2 % auf.
Erstellt am: 12. Juni 2026
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