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Überraschung an den Börsen! Booking, Low Cost sowie Hilton & Marriott zeigen Stärke

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Die Aktienkurse klettern seit dem Einbruch vor einem Jahr und einer längeren Erholungsphase bis Dezember 2020 weltweit wieder von Rekord zu Rekord. Nicht so die börsennotierten Konzerne im Tourismus. Doch es gibt Ausnahmen, und die sind bemerkenswert, wie aus einer T.A.I.-Analyse hervorgeht.

Verglichen wurden von T.A.I. die Werte vom Stichtag 31. Dezember 2019 (als Corona auch in China noch kein Thema war) mit den heutigen Kursen (12.März 2021). Für den Vergleich herangezogen wurden 33 börsennotierte Konzerne aus den Bereichen Touristik, Hotellerie, Kreuzfahrten und Airlines.

Die beiden wichtigsten Indizes Dow Jones und S&P 500 (er erfasst die 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen) stiegen in diesem Zeitraum 13,8 % bzw. 21,5 %. Der deutsche Aktienindex DAX kletterte seit Ende 2019 um 9,2 % nach oben, der EURO STOXX 50 (er erfasst 50 große, börsennotierte Unternehmen des Euro-Währungsgebiets) um 2,1 %.

Touristik durchwachsen

Der einzige börsennotierte Touristikkonzern, die TUI, konnte da nicht mithalten. Die Marktkapitalisierung sackte im selben Zeitraum um 23,5 % auf 5,55 Mrd. Euro nach unten.

Eine Überraschung gibt es bei den drei börsennotierten Kreuzfahrtkonzernen, Carnival Corporation, der Royal Caribbean Group (RCL) und der Norwegian Cruise Line Holdings (NCL): Während es Carnival als Nummer 1 am heftigsten erwischte (-26,8 % auf 21,82 Mrd. Euro) und die Anleger von Norwegian mit -4,3 % auf 7,78 Mrd. Euro relativ glimpflich davon kamen, konnte Royal Caribbean sogar geringfügig um +2,6 % auf 18,55 Mrd. Euro zulegen.

Ähnlich das Bild bei den beiden IT-Riesen Amadeus und Sabre. Während sich Amadeus um 2,4 % auf 27,44 Mrd. Euro Börsenwert verbesserte, mussten die Investoren bei Sabre ein Minus von -20,6 % auf 4,09 Mrd. Euro hinnehmen.

Booking & Expedia überraschen

Bei den Vermittlungsplattformen konnten die Booking Holdings (+16,5 %) und noch extremer Expedia (+49,9 %) deutliche Zugewinne verbuchen (sie halten nun bei Marktkapitalisierungen von 80,98 Mrd. Euro bzw. 20,12 Mrd. Euro), während TripAdvisor um -10,3 % an Börsenwert einbüßte und derzeit mit 5,83 Mrd. Euro bewertet wird.

In den Schatten gestellt werden aber alle von Airbnb: Das Online-Portal für Buchung und Vermietung von Unterkünften ist zwar erst Mitte Dezember an die Börse gegangen (der Vergleich mit 31.12.2019 ist daher nicht möglich), aber mit 91,89 Mrd. Euro Marktkapitalisierung ist es bereits der wertvollste Konzern in diesem Bereich.

Hilton & Marriott extrem stark

Worauf zwangsläufig die Frage folgt, wie es um die großen Hotelkonzerne steht. Unterschiedlich, lautet die Antwort. Accor (Börsenwert aktuell 9,04 Mrd. Euro), Hyatt (7,17 Mrd. Euro) und InterContinental (10,95 Mrd. Euro) verbuchten Rückgänge um -14,6 %, -3,0 % sowie -2,9 %.

Anders die beiden Riesen Marriott und Hilton: Während der weltgrößte Hotelkonzern Marriott seinen Wert um 22,2 % auf 39,83 Euro Mrd. Euro steigern konnte, schaffte Hilton unbeschreibliche +60 % auf 28,84 Mrd. Euro.

Die Stunde der Low Cost Carrier

Und wie schlagen sich die Airlines? Durchmischt. Der Großteil büßte – wenig überraschend – massiv an Börsenwerten ein, unabhängig ob es sich um europäische (Lufthansa -22,7 %, die IAG -11,2 %, Air France-KLM sogar -44,5 %), US-amerikanische (Delta -14,5 %, United -26,4 %, American -9,2 %) oder gar chinesische Airlines handelt (Air China -25,0 %, China Southern -22,5 %, China Eastern -49,3 %).

Es gibt aber Ausreißer in die andere Richtung, und das sind die Low Cost-Riesen Ryanair und Southwest Airlines sowie die erheblich kleinere Wizz Air. Southwest legte seit Ende 2019 um 25,2 % auf einen Börsenwert von 28,84 Mrd. Euro zu, Ryanair sogar um + 59,9 % auf 18,64 Mrd. Euro. Wizz Air schaffte mit +147,9 % die stärkste Steigerung, hält aber bei „nur“ 5,43 Mrd. Euro. Damit ist sie derzeit allerdings mehr wert, als easyJet (-10,7 % auf 5,27 Mrd. Euro) oder mehr als das Zweieinhalbfache von Air France-KLM.

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