USA-Stimmungsbarometer

Präsident Trump als Hindernis? Mit Sicherheit nicht! Nachfrage steigt

Print-Ausgabe 18. November 2016

Österreichs USA-Spezialisten stellen bisher keinerlei negative Auswirkungen auf die Reisepläne fest, im Gegenteil, die Buchungslage ist besser als im Rekordjahr 2016

Wird es einen „Trump-Faktor“ beim Reiseverhalten der Österreicher in die USA geben – sprich: wird seine Wahl zum US-Präsidenten den ungebremsten Höhenflug der Amerika-Reisen aus Österreich einen Dämpfer versetzen? Wohl kaum. So jedenfalls das Ergebnis einer Blitzumfrage von T.A.I. bei den heimischen USA-Spezialisten. Werner Marschall, Präsident des Visit USA Committee Austria (VUSA) und der USA-Spezialist bei Ruefa Reisen, bringt es auf den Punkt: „Man hört unterschiedliches, von ‚während Trump Präsidentschaft fahren wir nicht in die USA‘, über ‚vielleicht wird es ja billiger, wenn der US-Dollar weiter abwertet‘, bis ‚warum soll sich etwas ändern?‘. Fakt ist derzeit, die Buchungen laufen wie bisher.“

Laut Werner Marschall ist sogar eine leichte Verbesserung im diesjährigen Herbst gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 zu erkennen. Marschall: „Auf der Foto&Adventure Messe von 12. bis 13. November in Linz, wo VUSA einen Stand hatte, war das Interesse ungebrochen.“ Wobei Marschall einschränkt: „Sicherlich ist es für genaue Aussagen und Einschätzungen noch etwas zu früh.“

Paul Haselmayr, der USA-Spezialist von FTI, kann dem nur zustimmen: „Die aktuellen Zahlen sind nach wie vor sehr gut, ja sogar etwas besser als im Vorjahr.“ Es gebe zwar den einen oder anderen, der wegen Trump laut eigener Aussage nicht in die US fahren wird, weil man befürchtet, dass die Einreise wieder komplizierter wird. Aber, so Haselmayer: „Das sieht aber eher nach Ausreden aus. Es ist sicherlich für genauere Aussagen noch zu früh.“

Die USA verbuchten als Reiseziel der Österreicher in den letzten Jahren kontinuierlich einen Aufwärtstrend, der zuletzt sogar eine zusätzliche Dynamik nach oben erfuhr, vor allem im Sommer. Lieblingsdestinationen sind dabei laut Paul Haselmayer die Westküste, vorrangig San Francisco und Los Angeles (neues Austrian Airlines Ziel ab Mitte April), aber auch der Nordwesten mit Seattle rückt immer mehr in den Fokus der Gäste.

Beliebt ist ebenfalls die Ostküste mit New York, Washington D.C. bis hinauf nach Kanada und dann an dritter Stelle Florida. Gut nachgefragt werden immer wieder die Selbstreisen mit Campingmobilen sowie die geführten Busreisen.

Mit keinerlei „Trump-Effekt“ rechnet Karin Ochenbauer von canadareisen.at/amerikareisen.at:  „Auswirkungen? Nein, ganz im Gegenteil. Schon im heurigen Mai konnten wir erste Buchungen für 2017 verzeichnen. Aktuell ist die Buchungs- wie Umsatzlage besser, als zeitgleich im Vorjahr. Keiner ruft an und sagt wegen Trump nicht in die USA reisen zu wollen. Ich erwarte keinerlei negative Auswirkungen auf Grund des Wahlergebnisses von letzter Woche“.

Jährlich reisten im Vorjahr mehr als 220.000 ÖsterreicherInnen in die USA – ein Rekordwert –, wobei weiterhin von jährlichen Steigerungsraten im einstelligen Prozentbereich ausgegangen werden kann. Nicht einmal der stark gestiegene Dollar gegenüber dem Euro-Kurs hat daran etwas geändert. Und die Österreicher sind dort gerne gesehene Gäste, wie T.A.I. jedes Mal beim ipw (größte US-Incomingfachmesse) bestätigt wurde. Grund: sie bleiben in der Regel zwei bis drei Wochen und liegen mit den durchschnittlichen Tagesausgaben höher als so manch anderer europäische Gast. 

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