ÖRV – Österreichischer ReiseVerband

Frühjahrskongress im Zeichen der Erneuerung! ÖRV zwischen Iran-Krise und Kuhglocke

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Die 65. Generalversammlung des ÖRV (Österreichischer ReiseVerband) und der unmittelbar daran anschließende Frühjahrkongress standen im Zeichen von einem Jubiläum und einer Premiere. Das Jubiläum: Eva Buzzi (Rail Tours Austria) leitet seit fünf Jahren dem ÖRV als Präsidentin und für Andreas Sturmlechner – die Premiere – war es die erste Generalversammlung, für die er als Generalsekretär verantwortlich zeichnete. Entsprechend erfrischend gelagert war das Programm, das vorwiegend aus Frontalvorträgen bestand. Denn das Netzwerken der diesmal knapp 170 Teilnehmer:innen, die ins Werzer's Hotel Resort in Pörtschach am Wörthersee kamen, stand wie immer im Mittelpunkt.

„Who is who“ von Österreichs Reisebranche

Die Namen von Generalversammlung und Frühjahrskongress lasen sich wie ein „who is who“ von Österreichs Reisebranche. So ist das Vizepräsident:innen-Amt mit Birgit Wallner (Vorständin des Österreichischen Verkehrsbüros und Geschäftsführerin der Tochterunternehmen Ruefa und Eurotours) in besten Händen, als Schriftführerin zeichnet Manuela Gollner (Country Managerin für MSC Cruises und Explora Journeys) verantwortlich und Christian Bruckmüller (Inhaber Reisebüro Ontour) als Kassier.

Dazu kommen die übrigen Vorstandsmitglieder, allen voran Gottfried Math (TUI Austria) und Martin Fast (Dertour Austria) sowie Felix König (Reisewelt), Helmut Bernhart (Incoming-Reisebüro Mundivision), Thomas Kreillechner (BTU - Business Travel Unlimited), Philipp Schauer (Columbus Reisen), Gregor Kadanka (Mondial), Johannes Schierl (sabreisen) und Max Schlögl (Gruber Reisen) – durch die Bank Geschäftsführer und zum Teil sogar Inhaber.

Andreas Sturmlechner – ihm ist es zu verdanken, dass die Teilnehmer:innen des Frühjahrskongresses lautstark mittels Kuhglocke stets pünktlich in den Seminarraum kamen – agiert als Generalsekretär des ÖRV seit September vorigen Jahres alleine, unterstützt von Susanne Gahn.

„Schau ma mal“

Die 65. Generalversammlung startete mit einem aktuellen Bericht von ÖRV-Präsidentin Eva Buzzi, die sich gleich zu Beginn wegen der zu niedrig angesetzten März-Inflation entschuldigte: „Wir haben die Präsentation vor einem Monat fertig gemacht. Damals wurden von 2,3 % bis 2,6 % für März genannt. Jetzt sind es 3,2 %.“ Nachsatz: „Wir haben keine Glaskugel.“

Die Reisebüro- und Reiseveranstalter-Umsätze erreichten 2025 rund 4,4 Mrd. Euro (+2,3 %), womit erstmals die Zahlen von 2019 übertroffen wurden. Allerdings sind diese Werte, wie Eva Buzzi zu bedenken gab, „nicht inflationsbereinigt.“ Was dies zu bedeuteten hat? „Es fehlt uns der eine oder andere Passagier gegenüber vor der Pandemie“, betonte Eva Buzzi.

Während die Kreuzfahrt auch 2026 „bisher der große touristische Gewinner“ ist, steht über der Luftfahrt (derzeit fehlen rund 25 % Kerosin in Europa), dem Österreich Tourismus etc. „ein großes Fragezeichen“. Eva Buzzi: „Schau ma mal.“

Das Stichwort sei jedenfalls „Krise“. Eva Buzzi: „Wir haben fast dieselbe Folie wie im Vorjahr, weil die Welt innerhalb des letzten Jahres nicht in Ordnung gekommen ist.“ Neu hinzugekommen sind der Krieg in Nahst („Damit konnte niemand rechnen“) und die daraus resultierende Energie-Krise.

„Deutliche Buchungsrückgänge und Stornierungen“

Vor allem der Krieg im Nahen Osten hatte die Branche in den zurückliegenden Wochen und Monaten begleitet. Der ÖRV hatte umgehend ein Krisenteam gebildet, mit Reiseveranstaltern, dem WKO-Fachverband, der ECTAA (European Travel Agents' and Tour Operators' Associations), den Schwesterverbänden SRV (Schweiz) und DRV (Deutschland), dem Außenministerium, dem ÖVT (Österreichischer Verein für Touristik) und Rechtsexperten. Eva Buzzi: „Wir haben eine tägliche Abstimmung und einen Informationsaustausch.“ Die „Learnings“ aus der bisherigen Krise: „Die Pauschalreise verwässert nicht“, so Eva Buzzi.

Eine aktuelle Umfrage des ÖRV unter 19 Unternehmen von Anfang April ergab, dass rund 70 bis 80 % des Marktvolumens mit Problemen konfrontiert sind, 72 % sehen sich „stark betroffen“. Es gäbe „deutliche Buchungsrückgänge und Stornierungen“, ebenso einen deutlichen Anstieg des Beratungs- und Kommunikationsaufwandes. Ebenso halten Umbuchungen und teure Alternativvarianten die Branche in Atem, die Nachfrage verlagert sich zu näheren Destinationen.

Kräftige Umsatz-Rückgänge zeichnen sich ab

Der Trend geht derzeit zu kurzfristigen Buchungen und zu höherer Preissensibilität. Ein Hammer: 75 % der befragten Unternehmen rechnen mit zweistelligen Umsatz-Rückgängen, fast 40 % sogar mit mehr als 20 %. Jede zweite Buchungsentscheidung stehe derzeit an der Kippe.

Eva Buzzi mahnte aber: „Wir dürfen in der Kommunikation nach außen nicht zu negativ werden.“ Und: „Der Iran-Krieg ist kein kurzfristiger Schock. Er verändert die Spielregeln in der Tourismusbranche nachhaltig.“ Es wäre aber nicht Eva Buzzi, wäre am Ende ihres Vortrages nicht etwas Positives gestanden: „Wir gehen mit Engagement als ÖRV in das neue Geschäftsjahr.“ Und: „Es gibt durchaus auch einige positive Dinge in der neuen Pauschalreiserichtlinien.“

Das Frühjahrkongress des ÖRV bot an eine Vielzahl an mitreißenden und großartigen Vorträgen. Berichte dazu folgen online und in der T.A.I.-Printausgabe.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
ÖRV (Österreichischer ReiseVerband)

„Haus des Tourismus“ wird Realität! ÖRV zieht ins Büro der ÖHV – Österreichische Hotelvereinigung

16. Jänner 2026 | Reisebüros & Veranstalter

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