Print-Ausgabe 15. Jänner 2026

Laut Birgit Wallner (l.) und Michele Fanton (r.) deuten die Prognosen auf ein starkes Reisejahr 2026 hin
Der bereits 15. „Ruefa Reisekompass“ bringt überaus Erfreuliches zu Tage, trotz sich verschlechternder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen
Es war ein denkbar ungünstiger Tag, der Dienstag dieser Woche: Man schrieb den 13. Jänner (Gott-sei-dank kein Freitag) und es herrschte Eis-Chaos in weiten Teilen Österreichs. Sogar der Flughafen Wien musste wegen der Eisglätte für mehrere Stunden am Vormittag seinen Betrieb einstellen. Dass es trotzdem warm ums Herz wurde, dafür zeichnete Ruefa verantwortlich: Österreichs größtes Reisebüro (68 Filialen) bat zur Präsentation ihres seit 2011 erschienenen „Ruefa Reisekompass“ ins Hotel Astoria im Zentrum von Wien. Und was Birgit Wallner (Vorständin im Verkehrsbüro sowie Geschäftsführerin von Eurotours und Ruefa) sowie Michele Fanton (Geschäftsführer von Ruefa) zu sagen hatten, war mehr als erfreulich: „Die Reiselust die Österreicher:innen bleibt auf hohem Niveau bestehen, die Prognosen deuten auf ein starkes Reisejahr 2026 hin.“
Zunächst zum „Ruefa Reisekompass“: Den gibt es seit 2011, allerdings zeichnete damals noch die Karmasin Motivforschung für dessen Erstellung verantwortlich, später das Gallup Institut. Jetzt führt Marketagent, der auch heute noch verantwortlich zeichnet, die repräsentative Umfrage durch. Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl war bei der Präsentation im Hotel Astoria auch vor Ort.
In den Jahren 2020 und 2021 war Pandemie-bedingt Pause, doch bereits Ende März präsentierte Ruefa die Ergebnisse seines damals Anfang Februar 2022 erhobenen „Ruefa Reisekompass“. Seit 2023 kehrte man auf den Jänner-Termin zurück. Die Umfrage wird wie gewohnt im November des Vorjahres erhoben (diesmal 1.550 Online-Interviews). Somit stellte die Präsentation 2026 ein Jubiläum dar, denn der „Ruefa Reisekompass“ wurde bislang 15 Mal erhoben.
Neben der ungebrochenen Urlaubslust erfreulich ist die Tatsache, dass die Österreicher:innen – den wirtschaftlichen Herausforderungen zum Trotz – wieder mehr Geld für ihre Urlaube ausgeben wollen als im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von über 30 % gegenüber den für 2023 erhobenen Werten.
| Jahr | geplantes Urlaubsbudget | Steigerung im Vgl. zum Vorjahr | Veränderung in % |
| 2026 | € 2.209 | € 136 | 6,2% |
| 2025 | € 2.073 | € 191 | 9,2% |
| 2024 | € 1.882 | € 185 | 9,8% |
| 2023 | € 1.697 | € 147 | 8,7% |
Österreicher:innen möchten auch mit 21 Tagen um zwei Tage mehr verreisen als im Vorjahr und der Haupturlaub soll mit 12 Tagen im Vergleich zu 2025 um einen Tag länger dauern. 74 % möchten ein- bis dreimal pro Jahr verreisen, weitere 14 % sogar viermal (eine Steigerung um 2 Prozentpunkte gegenüber dem „Ruefa Reisekompass“ 2025). Die Zahl der Nichtreisenden geht dabei laut Michele Fanton zurück.
All dies ist umso bemerkenswerter, als sich die wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Österreicher:innen doch deutlich verschlechtert haben. Wie Birgit Wallner festhielt, wirken sie sich auf viele unterschiedliche Lebensbereiche aus, doch für 28 % (größte Gruppe) hat die derzeitige Teuerung keinen Einfluss auf die Urlaubsplanung und weitere 15 % haben vor, eher bei anderen Ausgaben zu sparen, als sich im Urlaub einzuschränken. Zusammen macht diese Gruppe fast 43 % aus.
Nur 15 % (also genauso viele, wie bei anderen Ausgaben als beim Urlaub sparen wollen, kündigen an, auf die (günstigere) Nebensaison auszuweichen und 13 % planen Frühbucher-Angebote zu nutzen. Nur 12 % planen, in nächster Zeit weniger oft zu verreisen.
Während die Urlaube in der Vor- und Nachsaison stark von Feiertagen (und Herbstferien) abhängen, (siehe Grafik) steuert der August auf ein Hoch zu. Und auch bei den Top-Reisezielen zeichnet sich eine Änderung ab. Thailand hat bei den Fernreise-Destinationen mit 15 % (+2 Prozentpunkte) die USA überholt, die nur noch 11 % (-5 PP) aller Befragten. Dies macht sich auch bei den Ruefa-Umsätzen bemerkbar: „Wir haben im Vorjahr bei den USA-Reisen einen Umsatzrückgang um 20 % verzeichnet und rechnen auch heuer mit -20 %“, so Michele Fanton.
Ansonsten sind Michele Fanton und Birgit Wallner mit der Buchungsentwicklung zufrieden. Im Vorjahr schloss Ruefa mit einem 1-stelligen Umsatzplus und auch heuer wir mit einem Zuwachs in gleicher Höhe gerechnet: „Die Reisebereitschaft ist da. Wir hatten ein deutliches Plus am 31.12., was aber über das Jahr auf ein 1-stelliges Plus abnehmen wird.“

Erstellt am: 15. Jänner 2026
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