Staatssekretariat für Tourismus

Mit „Herzblut und Leidenschaft“! Premiere bei ÖTT und im Parlament

Print-Ausgabe 20. Mai 2022

Susanne Kraus-Winkler, Staatssekretärin für Tourismus

Der Tourismus befindet sich laut Susanne Kraus-Winkler „am Beginn eines Strukturwandels“


 

Was die beiden ersten öffentlichen Auftritte der neuen Staatssekretärin für Tourismus, Susanne Kraus-Winkler über die künftig von ihr gesetzten Schwerpunkte verraten

Es waren spannende Tage für Susanne Kraus-Winkler: Vor knapp zwei Wochen noch voll mit ihren Unternehmen (Anteile am Loisum Resort Langenlois und an den Harrys Home Hotels) sowie Aufgaben als Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich sowie Fachgruppen­obfrau der Fachgruppe Hotellerie in der WKNÖ beschäftigt, fand sie sich Stunden später in Österreichs Bundesregierung wieder: Ausgelöst durch den für alle Außenstehenden überraschenden Rücktritt von Ministerin Elisabeth Köstinger, wurde in weiterer Folge deren Ministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus aufgelöst, die Tourismus-Agenden in das Wirtschaftsministerium verlegt, letzteres mit dem Arbeitsministerium als „Superministerium“ unter Leitung des bisherigen Arbeitsministers Martin Kocher zusammengelegt, und ein Staatsekretariat für Tourismus geschaffen, mit Susanne Kraus-Winkler an dessen Spitze.

Die Hälfte ihres neu zu schaffenden Büros hat sie bisher zusammen, die Eckpunkte ihrer künftigen Politik wird Susanne Kraus-Winkler präsentieren, sobald die offizielle Übernahme der Agenden erfolgt ist. Angesiedelt wird das Staatsekretariat in den ehemaligen Räumen von Minister Kocher, wo dessen Arbeitsministerium angesiedelt war.

Ihre ersten offiziellen Auftritte hatte die „Touristikerin mit Herzblut seit der Kindheit“ (Eigendefini­tion) Anfang dieser Woche. Die diesbezügliche Premiere erfolgte am Montag bei der Pressekonferenz zum Auftakt der ÖTT (Österreichische Tourismustage), wo Susanne Kraus-Winkler auch auf ihre ersten Arbeitsschwerpunkte einging. Im 2. Quartal soll eine umfassende Reform der Arbeitslosenversicherung mit Fokus auf schnelle Vermittlung von Bundesminister Martin Kocher vorgestellt werden. „Gemeinsam mit Martin Kocher werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Mitarbeiter*innen für die Branche zu gewinnen.“ Ebenso werde die Teuerung (im April 2021 belief sich die Inflation in Österreich noch auf 1,9 %, seither stieg sie Monat für Monat an auf 7,2% im April 2022) „genau beobachtet, um mögliche und sinnvolle Entlastungen im Tourismus“ auf Schiene zu bringen.

Erfreulich sei die steigende Nachfrage im Tourismus, was aber nicht überall und „nicht schnell genug“ erfolge, wobei die Lage vor allem im Städte- und Kongresstourismus – trotz des aktuellen Aufschwungs – weiterhin schwierig sei. Susanne Kraus-Winkler: „Wir müssen die Erholung des Tourismus mit aller Kraft vorantreiben.“ Die Entwicklung der zurückliegenden Monate – nicht zuletzt der Ukraine-Krieg – habe gezeigt, dass „Reiselust nicht gleich Reisetätigkeit“ bedeute. „Es geht um den Wettbewerb um jeden Gast.“

Bezüglich Österreich Werbung (ÖW) begrüßt Susanne Kraus-Winkler deren heuer Anfang Februar auf Schiene gebrachte engere Kooperation mit der Außenwirtschaft sowie engere Zusammenarbeit mit dem Außenministerium: „Wir müssen alle Kräfte bündeln, um internatio­nal mithalten zu können.“

Die ÖW selbst befände sich mitten in einer „strategischen Neuausrichtung“, ein „guter Weg“, denn „die Aufgaben der Österreich Werbung werden immer größer.“ In diesem Zusammenhang freut sich Susanne Kraus-Winkler über den heuer von Bundesseite um 4 Mio. Euro auf 28 Mio. Euro erhöhten Mitgliedsbeitrag, der ab 2023 auf 30 Mio. Euro angehoben wird. Zuversichtlich ist Susanne Kraus-Winkler darüber hinaus, dass der Österreich Werbung künftig 15 Mio. Sonderbudget zur Verfügung stehen werden.

Erster politischer Höhepunkt für die neue Staatssekretärin war bei der diesen Mittwoch angesetzten Nationalratssitzung: Susanne Kraus-Winkler hatte Gelegenheit für ihre erste Rede vor dem Plenum, an deren Beginn sie ein Dankeschön an Elisabeth Köstinger stellte, welche als Ministerin den Tourismus durch die wohl schwerste Zeit seines Bestehens geleitet hatte.

Das „konstruktive Miteinander“ der letzten Jahre zwischen Politik und Tourismus habe sich „bewährt und wird auch in Zukunft wesentlich sein.“ Aus diesem Grund sieht Kraus-Winkler auch die Zusammenlegung der Zuständigkeiten für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus als einen Vorteil für ihre künftige Tätigkeit und ist „zuversichtlich, die vor uns stehenden Herausforderungen gemeinsam mit Minister Martin Kocher lösen zu können.“

Der Ausblick auf den Sommer sei jedenfalls vielversprechend. Generell befinde sich der Tourismus, wie Kraus-Winkler in ihrem Statement zum Auftakt der ÖTT betonte, „am Beginn eines Strukturwandels“. Mit „Herzblut und Leidenschaft“ werde sie diesen – so ihr Schlusssatz bei der Antrittsrede im Parlament – als Staatssekretärin begleiten.

Kurzportrait Susanne Kraus-Winkler

Nach ihrem Wirtschaftsstudium an der WU Wien startete Susanne Kraus-Winkler zunächst im elterlichen Betrieb, wechselte 1999 als Geschäftsführerin in die Eventhotel Pyramide & Congress Center Vösendorf bei Wien, gründete zusammen mit Kohl & Partner eine eigene Tourismusberatung, gefolgt von den Loisium Hotels und seit 2012 Aufsichtsratsvorsitzende der Harry‘s-Home-Hotel-Gruppe. Ihr Engagement als Branchenvertreterin begann Kraus-Winkler bereits Mitte der 1990er Jahre als Fachgruppenobfrau der Fachgruppe Hotellerie in der WKNÖ, war von 2015 bis 2018 Präsidentin der European Hotel & Restaurant Association HOTREC und wurde danach Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich.

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