"Vision T"

Fünf Handlungsfelder, überprüfbare Ziele! „Vision T“ stößt aber auch auf Kritik

T.A.I. 24 TOP News

Der „Plan T“ - Masterplan für Tourismus, also die im Frühjahr 2019 präsentierte Grundlage für die Tourismuspolitik Österreichs, fand Mitte Juni 2026 mit der „Vision T“ seine Fortsetzung. Staatssekretärin Elisabeth Zehetner präsentierte sie dieser Tage vor mehr als 200 Gästen aus Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Interessenvertretungen in Schönbrunn, mit einem Vorab-Mediengespräch an der Gloriette. Entwickelt worden war die „Vision T“ seit über einem Jahr mit über 500 Stakeholdern aus der Branche und den Bundesländern

Elisabeth Zehetner: „Das gute Stück ist nicht als Beschreibung dessen gedacht, wo wir heute stehen, sondern als die Antwort auf die zentrale Frage, wie die Tourismusnation Österreich im Jahr 2035 aussehen soll.“

Dabei wurden in der „Vision T“ fünf strategische Handlungsfelder festgelegt

  1. Wirtschaftskraft & Resilienz,
  2. Arbeitsmarkt & Fachkräfte,
  3. Innovation & Digitalisierung,
  4. Ressourcen & Verantwortung sowie
  5. Mehrwert & Mitgestaltung.
Erstmals überprüfbare Ziele

Ein wesentlicher Bestandteil der „Vision T“ ist das neue Monitoring-System, das neun Kernindikatoren und konkrete Zielwerte bis 2035 festlegt. Demnach soll die reale touristische Wertschöpfung von derzeit rund 22,6 Mrd. Euro bis auf mehr als 25 Mrd. Euro steigen (inflationsbereinigte Betrachtung), die internationalen Reiseverkehrseinnahmen sollen von knapp 26 Mrd. Euro auf über 36 Mrd. Euro wachsen (Quelle: Reiseverkehrsbilanz der OeNB – Österreichische Nationalbank) und die Eigenkapitalquote der 3- bis 5-Sterne-Hotellerie von aktuell unter 18 % auf über 20 % erhöht werden (Quelle: OeHT – Österreichische Hotel- und Tourismusbank).

Ebenso soll die Zahl der Ganzjahresbeschäftigten in der Beherbergung und Gastronomie von derzeit rund 135.000 auf mehr als 160.000 steigen (+18,5 %), die Gästezufriedenheit von aktuell 1,6 auf die Schulnote 1,5 verbessert werden und die Tourismusakzeptanz (der aktuelle Saldo liegt bei +37 Prozentpunkten) soll bis 2035 auf plus 40 Prozentpunkte klettern.

Damit nicht genug, soll der Anteil der Nächtigungen außerhalb der vier Hauptsaisonmonate (Jänner und Februar sowie Juli und August) von derzeit rund 53,5 % auf mehr als 60 % erhöht werden. Die Zahl der mit dem Umweltzeichen zertifizierten Tourismusbetriebe soll von aktuell 814 auf 1.500 anwachsen, gleichzeitig sollen die CO₂-Emissionen in Beherbergung und Gastronomie von derzeit rund 310.000 Tonnen auf unter 200.000 Tonnen (das sind mehr als 35 %) reduziert werden.

Für Elisabeth Zehetner macht diese Festlegung auf neun Kernindikatoren und konkrete Zielwerte einen wesentlichen Unterschied zu vielen anderen Strategien aus: „Wir machen Fortschritte auch messbar, denn Erfolg im Tourismus bemisst sich künftig nicht allein an Nächtigungen.“

So geht es weiter

Aus der „Vision T“ wurden konkrete Maßnahmenvorschläge für den Aktionsplan 2026/27 entwickelt, die Elisabeth Zehetner nun in die Bundesregierung einbringt. Der Aktionsplan soll rund 50 konkrete Maßnahmen umfassen, die in enger Abstimmung mit den relevanten Partnern umgesetzt werden. „Damit wird die Vision T Schritt für Schritt von einem gemeinsamen Zukunftsbild in konkrete politische Arbeit übersetzt“, so Elisabeth Zehetner.

Zustimmung und Kritik

Positiv sieht die „Vision T“ Walter Veit, Präsident der ÖHV (Österreichische Hotelvereinigung): „Wir hatten Regierungsprogramme mit falschen Zielen – Nächtigungsziele, die noch dazu vollkommen unambitioniert waren – und wir hatten Tourismusstrategien ohne Ziele.“ Die nunmehrige Abkehr „von abstrakten Strategien hin zu klaren, überprüfbaren Kennzahlen“ sei ein wichtiger Schritt.

Kritik kommt von der Prodinger Tourismusberatung, die das Papier zwar begrüßt („Es wurden Akteure eingebunden, Meinungen gesammelt und ein gemeinsames Zukunftsbild formuliert. Das ist wertvoll“), doch – wie deren geschäftsführender Gesellschafter Thomas Reisenzahn betont, „muss die ‚Vision T‘ jedoch noch stärker zugespitzt werden: Der Tourismus braucht nicht nur neue Zielwerte für 2035, sondern konkrete Antworten auf die Fragen von heute.“

Diese bestehen in der Sicherung der Erträge, der Stärkung von Eigenkapital, der Senkung der Bürokratie sowie die Verbesserung der Produktivität. Ebenso gehe es um Antworten auf die Frage, wie Familienbetriebe investitionsfähig und wie Österreich im internationalen Wettbewerb preislich, qualitativ und personell konkurrenzfähig bleiben könne. Thomas Reisenzahn: „Daran muss sich jede Tourismusstrategie messen lassen.“

Kritisch gesehen wird von anderen Stakeholdern der Zeitraum bis 2035, der als zu lang bezeichnet wird.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:

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