Reisebeschränkungen

Alles Müller oder Maas? Widersprüchliches vom Reise-Europameister Deutschland

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Wird es im Sommer 2020 für Österreich und andere Quellmärkte Europas die Möglichkeit zu Auslandsaufenthalten geben? Und wenn ja: in welchen Destinationen und unter welchen Bedingungen? Seriöse Antworten auf diese sowohl für das Incoming als auch das Outgoing existenzielle Fragen gibt es vorerst – Ende April - keine. Die aktuellen Statements der Politik sind widersprüchlich.

Köstinger hofft

Am vergangenen Wochenende deutete Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger bezüglich Reisemöglichkeiten im kommenden Sommer Gesprächsbereitschaft gegenüber Ländern wie Deutschland an. Die Einschränkung der Reisefreiheit werde zwar „in den nächsten Monaten noch erhalten bleiben", doch es gebe „durchaus auch die Möglichkeit, dass man sich bilateral einigt."

Köstinger betonte gleichzeitig, dass es sich nur schwer abschätzen lasse, wie sich die nächsten Monate entwickeln: „Es gibt keinen Stichtag, es könnte ja zu weiteren Wellen der Infektion kommen."

Müller ist zuversichtlich

Im wichtigsten Quellmarkt Europas, Deutschland, dessen Outgoing sowohl für den Tourismus in Österreich als auch für jenen in den Mittelmeerländern existenziell ist, zeichnet sich noch keine  einheitliche Linie ab.

Der deutsche Bundesentwicklungsminister Gerd Müller meinte am Dienstag dieser Woche gegenüber mehreren Medien, dass „Ferien trotz der Kontaktbeschränkungen nicht nur innerhalb Deutschlands denkbar“ seien, sondern auch „Chancen etwa in der Mittelmeer-Region einschließlich Nordafrika“ bestünden. Er nannte dabei Staaten wie Tunesien, Marokko oder Ägypten. Für all diese Länder besteht allerdings derzeit laut österreichischem Außenministerium eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5). Als Voraussetzung für Reisen in diese Länder sieht Müller „funktionierende Hygiene-Konzepte nach europäischen Standards.“

Maas winkt ab

Deutlich zurückhaltender zeigte sich der deutsche Bundesaußenminister Heiko Maas: „Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass die Reisewarnung aufgehoben werden könnte“, betonte er nach einer Videokonferenz mit seinen EU-AmtskollegInnen. Es sehe deshalb „keinen Anlass, die Reisewarnung zu lockern und internationale Urlaube wieder zu ermöglichen.“

Der internationale Flugverkehr liege am Boden, die Grenzen seien dicht, es gebe Ausgangssperren, so Maas gegenüber dem TV-Sender ARD. Und: „Einen normalen Urlaub mit vollen Stränden wird es dieses Jahr nicht geben - und zwar in keinem einzigen Land, weder in Europa noch in irgendeiner anderen Region der Welt."

Vorerst kein grenzüberschreitender Tourismus

Auch die Hoffnung von Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger teilt Heiko Maas nicht. Nach einer Videokonferenz mit seinen Ressort-Kollegen aus Österreich (Alexander Schallenberg), der Schweiz (Ignazio Cassis), Luxemburg (Jean Asselborn) und Lichtenstein (Katrin Eggenberger) meinte Maas, dass es keine rasche Wiederbelebung des grenzüberschreitenden Tourismus zwischen diesen Ländern geben werde: „Eine normale Urlaubssaison wird es diesen Sommer nicht geben können.“ Er wünsche sich zwar, dass es "in Europa so schnell wie möglich wieder offene Grenzen“ gebe, vorrangig gehe es aber darum, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Dies werde auch künftig die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken.

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