Verkehrsbüro Hotellerie

Rückzug aus der Ferienhotellerie! Ob komplett, steht noch nicht fest

Print-Ausgabe 16. April 2021

Holger Götze (l.), Mitbegründer Vorstand der Auszeit Hotel & Resort AG, und Gerhard Aigner, Geschäftsführer der Austria Trend Hotels

Nach dem Abschied vom Alpine Resort Fieberbrunn und im Vorjahr vom Hotel Schloß Lebenberg Kitzbühel wurde nun auch das Sporthotel Fontana verkauft

Die auf Stadthotellerie (und hier vor allem Wien) fokussierte Verkehrsbüro Group (Austria Trend Hotels und BASSENA) hat sich nahezu komplett aus der Ferien­hotellerie zurückgezogen. Dort war sie lange Zeit mit drei Standorten im Großraum Kitzbühel vertreten (eines in der Gamsstadt, zwei in Fieberbrunn). Der Abschied begann 2019 mit dem 4-Sterne Alpine Resort Fieberbrunn (144 Zimmer), fand im Herbst 2020 mit dem 4-Sterne superior Hotel Schloss Lebenberg in Kitzbühel (150 Zimmer) seine Fortsetzung. Nun wurde das Sporthotel Fontana Fieberbrunn (125 Zimmer) verkauft, das vorerst weiterhin von den Austria Trend Hotels betrieben wird, wie deren Geschäftsführer GerhardAigner T.A.I. gegenüber bestätigte.  

Das Sporthotel Fontana, stand als einziges der drei genannten Häuser im Eigentum der Verkehrsbüro Group. Betreibergesellschaft ist nach wie vor, – wie beim bereits zur Jahresmitte 2019 abgegebenen Alpine Resort Fieberbrunn (Pachtvertrag) –, die Verkehrsbüro Ferien­hotellerie GmbH. Beide Häuser zusammen erwirtschafteten im letzten vollen Geschäftsjahr 2018 rund 9,44 Millionen Euro. 2019 verblieben davon noch 7,5 Millionen Euro, wobei das Alpine Resort aufgrund des Verkaufs lediglich in den ersten sechs Monaten zu Buche schlug.  

Käuferin des Sporthotels Fontana ist die erst im Herbst 2018 gegründete, in Pullach bei München beheimatete und auf Investments in und Betrieb von Hotel- und Ferienimmobilien spezialisierte Auszeit Hotel & Resort AG. Wie hoch der Verkaufserlös war, dazu wollte sich Mitgründer und Vorstand HolgerGötze nicht äußern.  

Das Hotel mit 125 Gästezimmern und 500 m² Spa-Bereich sowie zwei kleinen Seminarräumen befindet sich auf einem 9.000 m² Grundstück direkt neben der Bergbahn Fieberbrunn. Auszeit will das Resort jetzt renovieren, wobei Umfang und Zeitpunkt noch nicht festgelegt wurden.  

Ob die Austria Trend Hotels das Sporthotel Fontana nach dem Umbau weiter betreiben, werde sich laut Gerhard Aigner „erst danach entscheiden“. Dies hänge letztendlich davon ab, zu welchen Konditionen dies dann möglich sein wird: „Die Höhe der künftigen Pacht wurde noch nicht fixiert“, so Aigner, der betont, dass die ATH weiter „ihre Konzentration auf die Stadthotellerie legen werden.“ 

Während mit dem Sporthotel Fontana vorerst noch ein Fuß im Türspalt der Ferienhotellerie verbleibt, sind die Züge bezüglich Alpine Resort Fieberbrunn und Hotel Schloss Lebenberg bereits abgefahren.  

Das Alpine Resort Fieberbrunn war das jüngste Ferienhotel der Verkehrsbüro Group. Es war erst 2009 eröffnet worden (Investition damals 25 Mio. Euro). Vor zwei Jahren entschloss sich der Eigentümer, die in Wien ansässige IRMA Investments GmbH (sie errichtet derzeit u. a. das Radisson RED-Lifestyle-Hotel am Wiener Donaukanal mit 179 Zimmern, geplante Eröffnung Ende 2021), den Pachtvertrag mit den Austria Trend Hotels nicht mehr zu verlängern und das Hotel an die TUI zu verkaufen. Diese betreibt es nach erfolgter Renovierung und Um-Branding seit Winter 2019/20 als TUI Blue Fieberbrunn. 

Im Vorjahr war dann das von der Verkehrsbüro Hotellerie GmbH betriebene Hotel Schloss Lebenberg (starke Tagungsausrichtung, 5 Seminarräume) an der Reihe. Seit 1967 Hotel, ab 1998 vom Österreichischen Verkehrsbüro geführt und nach 30 Millionen Euro teurem Umbau Ende 2008 in neuer Größe wiedereröffnet, gehörte bis Ende 2016 der Bank Austria. Gekauft wurde es damals von Robert Hübner (RH Unternehmensgruppe) und Michael Heinritzi (MM Art GmbH), die vorerst den Pachtvertrag mit den Austria Trend Hotels verlängerten.  

Seit Herbst 2020 ist die Harisch-­Gruppe über die LB Hotel GmbH neuer Betreiber. Der Pachtvertrag mit ihr läuft vorerst über 10 Jahre. ChristianHarisch (u. a. Lanserhof Hotels) festigt damit seine Position in der Gamsstadt, wo er mit den beiden Kitzbüheler Hotels Schwarzer Adler (88 Zimmer) und Weißes Rössl (65 Zimmer) sowie mit dem Lisi Family Hotel (78 Zimmer) in Reith bei Kitzbühel bereits bisher stark vertreten war.  

Zurück zur Verkehrsbüro Hotellerie: Unter der Marke Austria Trend Hotels betreibt die Gruppe 21 Häuser in Österreich und Slowenien, davon 13 in Wien (plus eine kaiserliche Suite im Schloss Schönbrunn), sechs in den Landeshauptstädten Salzburg, Graz, Linz und Innsbruck, sowie das besagte Resort in Fieberbrunn. Dazu kommen zwei Franchise-Hotels der Marke Radisson Blu sowie als neue Konzernmarke BASSENA, für die im Vorjahr mit dem BASSENA Wien Messe Prater (243 Zimmer) das erste Haus eröffnet wurde. Ein zweites (rund 200 Zimmer) soll im Entwicklungsprojekt VIENNA TWENTY TWO im nächsten Jahr in Betrieb gehen. 

Sporthotel Fontana Fieberbrunn

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben