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Florian Größwang
T.A.I.-Serie Nachhaltigkeit und Tourismus

Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg: Kooperation gestalten, Lebensräume stärken!

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Warum kann die Entwicklung von Kooperationen den Prozess im Wandel zum Destinationsmanagement mit Lebensraumperspektive unterstützen? Dieser Frage geht Florian Grösswang, Gesellschafter von TourCert Austria, in seinem aktuellen T.A.I.-Beitrag nach. Denn die Kooperation hat sich von einer optionalen Strategie zu einer essenziellen Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg entwickelt.

Florian Grösswang: „Ursprünglich verstand man unter Kooperation vor allem die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Personen oder Teams innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation. Heute umfasst sie interdisziplinäre, unternehmens-, organisations- und sektorübergreifende Partnerschaften.“

Vor allem im Tourismus ist Kooperation ein zentraler Erfolgsfaktor geworden, nicht zuletzt, um nachhaltig zu wirtschaften und Gästeerlebnisse auf höchstem Niveau bieten zu können. Kooperationen stärken dabei die Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. Es entstehen neue Handlungsspielräume, die innovative Lösungen und nachhaltige Entwicklungen ermöglichen. Auf eines weist Florian Grösswang aber besonders hin: „Damit der Tourismus auch zukünftig gut funktioniert, braucht es eine neue Kultur der Kooperation.“

Was bedeutet neue Kooperationskultur?

Eine neue Kooperationskultur beschreibt ein Arbeits- und Denkmodell, in dem Akteur:innen des Ökosystems einer Destination – von Betrieben, Organisationen, Gemeinden bis zur Zivilgesellschaft – auf Augenhöhe bewusst zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen:

  • gemeinsamer Wissensaustausch
  • geteilte Ressourcen und Infrastruktur
  • gemeinsame Lebensraum- und Produktentwicklung
  • gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen

Florian Grösswang: „Diese Kultur geht über reine Projekt- oder Netzwerkarbeit hinaus: Sie ist geprägt von langfristigen Beziehungen, transparentem Handeln und dem Willen, gemeinsam Zukunft zu gestalten, statt sich nur individuell Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

Säulen einer erfolgreichen Kooperationskultur

Kooperation braucht Struktur und ist kein Selbstläufer. Gelungene Kooperation lebt nicht nur von guten Absichten, sondern vor allem von einer entsprechenden Haltung, den richtigen professionellen Kompetenzen und passenden Tools. Eine erfolgreiche Kooperationskultur im Tourismus ruht auf mehreren tragenden Säulen, die eng miteinander verbunden sind.

An erster Stelle steht dabei das Vertrauen: Kooperation kann nur dort wachsen, wo sich Akteur:innen aufeinander verlassen können – zwischen Betrieben, Destinationen, Verwaltung und Zivilgesellschaft ebenso wie innerhalb von Netzwerken und Projekten. Vertrauen entsteht nicht über Nacht, sondern durch ehrliches Handeln, Verlässlichkeit und eine offene, transparente Kommunikation.

Eng damit verbunden sind gemeinsame Visionen und Ziele. Kooperation braucht eine klare Vorstellung davon, wohin die gemeinsame Reise gehen soll. Eine gemeinsam entwickelte Vision schafft Orientierung, stiftet Sinn und macht Zusammenarbeit greifbar. Sie hilft dabei, Einzelinteressen einzuordnen und Entscheidungen an übergeordneten Zielen auszurichten. Erst wenn alle Beteiligten wissen, wofür sie kooperieren, kann aus punktueller Zusammenarbeit echte gemeinsame Gestaltung werden.

Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist ein neues Verständnis von Führung. Statt klassischer, hierarchischer Führungsstrukturen tritt im kooperativen Tourismus zunehmend ein Modell des „Shared Leadership“. Verantwortung wird geteilt, Kompetenzen werden gebündelt und Entscheidungen gemeinsam getragen.

Damit Kooperation dauerhaft professionell gelingt, braucht es schließlich gezielte Kompetenzentwicklung. Zusammenarbeit ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Fähigkeit, die gelernt und geübt werden muss. Dazu gehören Moderations- und Kommunikationskompetenzen ebenso wie die Fähigkeit, konstruktiv mit Konflikten umzugehen, systemisch zu denken und komplexe Netzwerke oder Projekte zu steuern.

Kooperation als Zukunftsmodell

Kooperation ist damit weit mehr als ein organisatorisches Instrument oder ein zeitgemäßes Schlagwort – sie wird zum zentralen Zukunftsmodell für ein Destinationsmanagement, das den Lebensraum ganzheitlich denkt. Eine gelebte Kooperationskultur stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen, sondern fördert auch regionale Wertschöpfung, soziale Kohäsion und ökologische Verantwortung. Sie verbindet touristische Qualität mit Lebensqualität und macht Destinationen zu resilienten, lernfähigen Systemen. Dort, wo Kooperation als Haltung verstanden und aktiv gestaltet wird, entsteht Zukunftsfähigkeit – für Gäste, Betriebe und vor allem auch für die Menschen, die in diesen Lebensräumen wohnen und arbeiten.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
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15. Jänner 2026 | Österreich

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