T.A.I.-Serie Nachhaltigkeit und Tourismus (Teil 14)

So wird Nachhaltigkeit fest in das Urlaubserlebnis eingebunden! Beispiele aus der Praxis

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In seiner Serie „Nachhaltigkeit und Tourismus“ für T.A.I. widmet sich Florian Größwang diesmal den „Erlebnissen mit Wirkung“, also wie nachhaltige Angebote Tourismus-Destinationen neu definieren. „Nachhaltigkeit in ihren Dimensionen – ökonomisch, ökologisch und sozial – ist längst kein Zusatznutzen mehr, sie entwickelt sich zunehmend zum zentralen Wettbewerbsfaktor“, betont der TourCert Austria Manager.

Vom Schlagwort zur strategischen Leitlinie

Zwar haben viele Destinationen mittlerweile Nachhaltigkeit als Haltung in ihren Leitbildern verankert, doch zwischen Strategiepapier und konkretem Angebot klafft oft eine Lücke. Florian Größwang: „Zukunftsfähige Destinationen mit Lebensraumperspektive schaffen es, Nachhaltigkeit entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette, also der ‚Customer Journey‘, sichtbar und erlebbar zu machen.“

Es ist also entscheidend, Nachhaltigkeit von der Inspirations-Phase und während der Anreise, über den Aufenthalt selbst bis zur Abreise und zur Erinnerung fest einzubinden. Wichtig erscheint Florian Größwang dabei, „Nachhaltigkeit als Qualitätsversprechen und Teil des Gesamterlebnisses“ zu kommunizieren.

Wirkungspotenziale von Angeboten

Nachhaltig entwickelte touristische Produkte und Angebote entfalten ihre Wirkung auf mehreren Ebenen gleichzeitig:

  • Ökologisch tragen sie dazu bei, Umweltbewusstsein zu stärken, natürliche Lebensräume zu schützen und aktiv zur Regeneration von Ökosystemen sowie zum Klimaschutz beizutragen.
  • Soziokulturell entfalten sie ebenfalls eine starke Wirkung: Sie fördern die Einbindung lokaler Gemeinschaften, stärken regionale Identitäten, das Tourismusbewusstsein und machen kulturelles Erbe erlebbar. Dadurch entsteht nicht nur ein tieferes Verständnis zwischen Gästen und Gastgebern, sondern auch ein spürbarer gesellschaftlicher Mehrwert.
  • Ökonomisch, also wirtschaftlich, ermöglichen sie eine differenzierte Positionierung von Destinationen. Sie steigern die regionale Wertschöpfung und fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Florian Größwang: „In ihrer Gesamtheit sind diese Wirkungspotenziale der entscheidende Hebel, um Tourismus langfristig verträglich, resilient und zukunftsfähig zu gestalten.“

Kooperation als Schlüsselkompetenz

Nachhaltige Angebots- & Produktentwicklung beginnt also bei einem Perspektivenwechsel: Statt klassischer Angebotsbündel stehen ganzheitliche Erlebnisse entlang der gesamten „Customer Journey“ im Mittelpunkt. „Besonders gefragt sind dabei Angebote, die An-/Abreise, Naturerlebnis, Regionalität und Entschleunigung kombinieren“, zitiert Florian Größwang erfolgreiche Beispiele aus der Praxis, wie sanfte Mobilitätsangebote (z.B. autofreie Urlaubserlebnisse oder integrierte Mobilitätskarten), regionale Genussformate mit transparenten Lieferketten, naturverträgliche Outdoor-Angebote mit Besucherlenkung oder ganzjährige Angebote zur Saisonentzerrung bzw. -verlängerung.

Wertschöpfung statt Wachstum um jeden Preis

Ein zentrales Ziel nachhaltiger Produkt- & Angebotsentwicklung ist die qualitative Entwicklung. Das bedeutet: höhere Wertschöpfung pro Gast, längere Aufenthaltsdauer und eine bessere Verteilung der Nachfrage über das Jahr. Destinationen, die ihre Angebote bewusst steuern, profitieren doppelt: Sie reduzieren ökologische Belastungen und erhöhen gleichzeitig ihre wirtschaftliche Stabilität.

Digitale Tools und Künstliche Intelligenz (KI) spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen nicht nur eine gezielte Besucherlenkung, sondern auch transparente Information und einfache Buchbarkeit nachhaltiger Produkte. Auch das „Storytelling“ spielt eine zentrale Rolle: Geschichten über Menschen, regionale Produzenten oder besondere Orte schaffen emotionale Bindung und machen Nachhaltigkeit greifbar.

Für Florian Größwang steht fest: „Die Nachhaltige Produkt- und Angebotsentwicklung ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine strategische Notwendigkeit.“ Österreich habe dabei beste Voraussetzungen, eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Interessant ist ergänzend dazu folgender weiterführender Bericht:
T.A.I.-Serie Nachhaltigkeit und Tourismus (Teil 13)

„Greenwashing war gestern!“ Tourismus ist gezwungen, umzudenken

17. April 2026 | Österreich
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