Print-Ausgabe 15. Mai 2026

Die hat NÖ wie kaum ein anderes Bundesland, wie der u.a. an der Schnittstelle zwischen Kultur und Tourismus agierende Michael Duscher im Gespräch mit T.A.I. betont
Das „Weite Land“ ist nicht nur ein grandioses Bühnenstück von Arthur Schnitzler, sondern es steht auch für Niederösterreich, das sich selbst in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren in Anlehnung daran durch den Claim „Niederösterreich – das weite Land“ so bezeichnete. Es handelt sich immerhin um das größte Bundesland (NÖ nimmt rund 23 % der Gesamtfläche Österreichs ein). Entsprechend umfangreich ist die Vielfalt des touristischen Angebotes, für dessen Vermarktung die NÖ Werbung unter Geschäftsführer Michael Duscher verantwortlich zeichnet. Beispiele dafür sind die Kulinarik (Duscher: „Heuer ist der Knoten geplatzt“), die Kultur (mit ca. 300 Festivals ist die Festivaldichte nirgendwo sonst in Österreich so hoch wie hier) oder auch der Rad-Tourismus.
Für letzteren fand Ende April der Auftakt für die Saison 2026 in Tulln statt (Bericht auf www.tai.at). Im Bereich der Kulinarik sorgte der „Bib Gourmand“ zuletzt für Aufsehen („Bib“ kommt von Bibendum, dem Michelin-Männchen, also dem Maskottchen des Restaurantführers). Die Auszeichnung des Guide Michelin ist für Wirtshäuser und Restaurants gedacht, die sehr gutes Essen zu moderaten Preisen anbieten. Michael Duscher: „Wir haben heuer 13 Stück, womit wir nach der Steiermark mit 14 die zweithöchste Anzahl an ‚Bib Gourmand‘-Preisträgern in Österreich aufweisen.“
Dieser „Bib Gourmand“ entspricht laut Michael Duscher in etwa der NÖ Wirtshauskultur, die seit über 30 Jahren als Kooperation rund 200 Wirtshäuser unter einem gemeinsamen Qualitätssiegel vereint, das für authentische Gastfreundschaft, regionale Verwurzelung und kulinarische Vielfalt steht. Acht „Bib Gourmand“-Betriebe gehören zur Elite der NÖ Wirtshauskultur. Michael Duscher: „Wir hatten erst Ende April ein Fest der NÖ Wirtshauskultur. Die Betriebe deklarieren, wer die Produzenten sind und woher sie die Nahrungsmittel beziehen.“
„Die Kulinarik ist eines unserer Kernthemen“, so Michael Duscher. Wobei auch kulinarische Veranstaltungen an ganz besonderen Orten angeboten werden. „Wir gehen dorthin, wo die Nahrungsmittel herkommen, wie zum Beispiel beim ‚Waldviertler Rehtanz‘, beim ‚Keilertanz‘ oder beim ‚Fischtanz‘, alle auf Schloss Litschau.“ Auf der ITB Berlin zeigten sich deutsche Medien dermaßen über die „kulinarischen Feste an magischen Orten“ begeistert, dass sie sich spontan erkundigten, „wie man dort hinkommt und seit wann wir das anbieten.“
Laut NÖ Werbung Geschäftsführer Michael Duscher gibt es diese kulinarischen Veranstaltungen „in fast jeder Destination“, wie etwa das „Tafeln im Weinviertel“ (weiß gedeckte Tafeln, direkt unterm freien Himmel, in den Weinbergen, in der Kellergasse oder im Schlossgarten), die „Mostviertler Feldversuche“ oder der „WienerWaldGenuss“ im Berghotel Tulbingerkogel.
Auch im Bereich des Kulturtourismus ist Niederösterreich führend. Wobei die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner seit mehr als drei Jahren nicht nur das Referat Wirtschaft (Ende Februar wurde die neue Wirtschaftsstrategie 2030+ präsentiert) und Tourismus, sondern auch jenes der Kultur leitet. „Es besteht mit ihr eine sehr gute Zusammenarbeit“, betont Michael Duscher, dem diese Schnittstelle zwischen Tourismus und Kultur wie auf den Leib geschnitten ist (siehe untenstehendes „Kurzportrait“).
Tourismus und Kultur prägen also das Leben von Michael Duscher. „Wir gehen mit viel mehr Selbstbewusstsein in die touristische Bewerbung hinein“, meint er im Gespräch mit T.A.I., „denn wir haben in vielen Bereichen Spitzenleistungen.“ Das beginnt bei den erwähnten rund 300 Kultur-Festivals (zum Beispiel jenes von „Grafenegg“, wo heuer das 20-jährige Jubiläum ansteht und zu Ehren der letzten Saison des langjährigen künstlerischen Leiters Rudolf Buchbinder in der Reitschule der „Buchbinder-Saal“ eröffnet wird, oder die „Festspiele Reichenau“, die 2026 im Zeichen von 100 Jahren Theater Reichenau stehen), geht über die NÖ Landesausstellung in Amstetten-Mauer der „Leader-Region“ Moststraße (sie ist unter dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht“ den Facetten psychischer Gesundheit gewidmet) bis zu den Fahrradfahrer:innen (alleine der NÖ Donauradweg zählt aktuell rund 900.000 Radler pro Jahr), den „Selected Stays“ (das downloadbare Büchlein stellt die Qualitätsbetriebe des Landes vor den Vorhang) bis zur Weinkultur und Kulinarik.
Michael Duscher: „Wir setzen bei der Bewerbung auf unsere Spitzenleistungen.“ Heuer sind rund 8,86 Mio. Euro für die NÖ-Werbung budgetiert, eine Senkung um 8 % gegenüber dem Vorjahr. Priorisiert werden im Tourismusmarketing die Kernmärkte Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn.
Im Jahr der Studentenproteste 1968 in Oberösterreich geboren, studierte Michael Duscher an der WU Wien „Tourismus und Freizeitwirtschaft“. Im Jahr 1997 begann er seine Karriere im Marketing der Lauda Air, wo er bald zum Head of Communications avancierte. Später wechselte Michael Duscher zur Österreich Werbung (ÖW), wo er mehrere Jahre Leiter des Marketings in Paris war, bevor er sich dem Marketing auf Fernmärkten widmete und später Bereichsleiter im Kundenmanagement wurde.
2012 wechselte Michael Duscher als Prokurist und Bereichsleiter für Marketing & Kommunikation zum MuseumsQuartier Wien. Vier Jahre später kam er zur Niederösterreichischen Kulturwirtschaft nach St. Pölten, wo Michael Duscher zunächst als operativer Geschäftsführer für mehrere Festivals verantwortlich zeichnete und danach die Bewerbung St. Pöltens und der Region zur „Kulturhauptstadt Europas 2024“ leitete (es setzte sich dann aber das Salzkammergut mit Bad Ischl durch). Dreieinhalb Monate vor Beginn der Pandemie wurde Michael Duscher dann Geschäftsführer der NÖ Werbung.
Erstellt am: 15. Mai 2026
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