T.A.I. vor Ort in Ungarn

Ungarns kulturelle Vielfalt auf den Spuren der k.u.k. Monarchie

Print-Ausgabe 18. März 2022

Klára Wirth, Anton Hochgatterer, Elfriede Pfister und Alexandra Schraik

Aus Österreich nahmen Anton Hochgatterer / sabtours (2.v.l.), Elfriede Pfister / Pfister Reisen (3.v.l.) und Alexandra Schraik / Biblische Reisen (r.) an der Reise teil. Begleitet wurde die Gruppe von Klára Wirth / Head of Tourism Development Germany & Austria bei Ungarn Tourismus (l.).


 

Neben Budapest verfügt auch der Nordwesten des Landes über zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mit dem Schaffen der Habsburger verknüpft sind

Ungarn präsentiert sich seit jeher gleichermaßen als ein facettenreiches und attraktives Reiseziel, das nicht nur für Csárdás, Gulyás sowie Puszta bekannt ist. So wirkt heute noch vielerorts der Einfluss aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie in Städten, Burgen, Schlössern oder Klöstern nach. T.A.I. erkundete vor kurzem auf Einladung des Ungarischen Tourismusamts den nordwestlichen Teil des Landes.

Zentraler Schwerpunkt des Programms war der „Discover Central Europe Networking Day 2022“ in Budapest. Bei diesem erhielten rund 150 Incoming-Spezialist*innen aus ganz Europa die Möglichkeit, mit 70 Anbietern aus den Visegrád-Staaten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn in Kontakt zu treten. Eröffnet wurde der B2B-Workshop durch eine Podiumsdiskussion, bei der die Direktor*innen der vier Tourismusämter jeweils ihr Land und deren USPs präsentierten. Der stellvertretende Geschäftsführer des Ungarischen Tourismusamtes László Könnyid hofft, dass die Veranstaltung zur Tradition wird, jährlich mit Erfolg stattfindet und zur Erholung des internationalen Tourismus beiträgt.

Abseits des Workshops ging es in Budapest zu einer Donauschifffahrt, die einen etwas anderen Blickwinkel auf Sehenswürdigkeiten wie Parlament oder Fischerbastei eröffnete. Letztere zählt im Rahmen des Burgviertels zusammen mit dem Donauufer sowie der Andrássy Straße zum UNESCO-Welt­erbe. Abgerundet wird das Angebot der Hauptstadt unter anderem von der Franz-Liszt-Musikakademie und dem Palast der Künste, der auch als „müpa“ Buda­pest bekannt ist. Das Gebäude ist eine der modernsten kulturellen Einrichtungen und bietet multifunktionelle Räumlichkeiten, die Klassik, Pop-Musik, Jazz sowie Literatur und Film eine Bühne geben.

Auf royalen Spuren

Unweit der Hauptstadt befindet sich das barocke Schloss Gödöllő, das Besucher*innen vor allem durch den Bezug zu „Sisi“ ein Begriff ist. Die österreichische Kaiserin und ungarische Königin Elisabeth nutzte die Residenz im 19. Jhdt. als Erholungsort, heute erinnern Ausstellungen und ein Museum an die royale Zeit der Stadt Gödöllő sowie das Leben von „Sisi“.

Weitere Querverweise zur österreichisch-ungarischen Geschichte finden sich im Schloss Esterházy in Tata, wo Kaiser Franz II. den Frieden von Schönbrunn unterzeichnete, nachdem Österreich den Krieg gegen Frankreich verloren hatte. In der Abtei Tihany, die sich auf einer Halbinsel am Balaton befindet, wurde der letzte österreichische Kaiser Karl I. im Jahr 1921 gemeinsam mit seiner Frau Zita Habsburg-Lothringen für eine kurze Zeit interniert, ehe sie auf einem Schiff das Land verließen und sich ins Exil auf Madeira begaben. Das Benediktinerkloster Tihany gilt aber nicht nur deswegen als ein bedeutendes historisches Baudenkmal, in der romanischen Krypta können außerdem die Begräbnisstätten des ungarischen Königs Andreas I. besichtigt werden.

In der Erzabtei Pannonhalma wiederum wurde das Herz des letzten Kronprinzen Österreich-Ungarns, Otto Habsburg-Lothringen, beigesetzt. Das Kloster wurde 996 gegründet und genau 1.000 Jahre später zum UNESCO-Welterbe erklärt. Der Benediktinerorden pflegt bereits seit Jahrhunderten die Tradition des Weinbaus, großteils wird die Sorte Riesling kultiviert. Sehr imposant ist die Bibliothek des Klosters, ihre Sammlung umfasst mehr als 400.000 Bände.

Von Pannonhalma ist es nicht mehr weit nach Györ. Die Stadt punktet mit barocker Architektur, oft fließen weitere Stilmerkmale aus späteren Epochen ein. In der Innenstadt stehen viele Gebäude unter Denkmalschutz, Fassaden sind oft mit Eckbalkonen geschmückt. Am besten lässt sich die Altstadt im Zuge eines Spaziergangs in der Fußgängerzone erkunden.

All eyes on Veszprém

Im kommenden Jahr rückt die Stadt Veszprém ins Rampenlicht und wird zusammen mit der Balaton-Region zur Kulturhauptstadt Europas. Einen Vorgeschmack auf das Programm liefern im Juli 2022 das Veszprémfest, das sich als Premium-Musikfestival positioniert, und das Straßenmusikfestival, das bei freiem Eintritt auf 11 Bühnen stattfindet. Für 2023 sind vielfältige Programme geplant, die von Design über Film und Musik das gesamte kulturelle Spektrum abdecken.

Der Balaton ist über die Grenzen hinaus als Badedestination bekannt und erfreut sich vor allem bei Familien großer Beliebtheit. In der jüngsten Vergangenheit wurde das Wegenetz ausgebaut, wodurch sich der Plattensee auch bequem mit dem Fahrrad umrunden lässt. Nur wenige Kilometer entfernt ist die Stadt Hévíz, deren Name mit dem größten natürlichen Thermalsee der Welt verbunden ist. Als Kurort lockt der See auch im Winter viele Gäste an, die Wassertemperatur beträgt sogar in kalten Jahreszeiten rund 25 °C. Das Seebad bietet das ganze Jahr über Wellness-Dienstleistungen an. Fazit der Tour: Ein Aufenthalt in Ungarn ist immer bereichernd und die Vielfalt überaus eindrucksvoll.

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