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Europa insgesamt bleibt 2026 die weltweit wichtigste Tourismusregion und verzeichnet im ersten Quartal rund 4 % mehr internationale Gäste als im Vorjahr. Österreich lag knapp darunter und zählte zwischen Jänner und März 2026 mit 8,88 Mio. Ausländern um +3,6 % über dem Vorjahr. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie wird die Alpen- und Donaurepublik in den kommenden Monaten, also im Hochsommer 2026, performen?
Laut Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung (ÖW), behauptet sich das Land gemäß der Anfang Mai vorgestellten „Sommerpotenzialstudie“, für die 10 Kernmärkte befragt wurden, „stabil unter den Top-Reisezielen Europas.“ 13 Mio. Gäste planen demnach bereits konkret einen Aufenthalt, insgesamt wären nach der „Sommerpotenzialstudie“ bis zu 24 Mio. erreichbar (13 Mio. fest Österreich-Planende, weitere 11 Mio. werden ziemlich sicher einen Österreich-Urlaub buchen). Dies ergäbe ein Plus von rund 2 Millionen Ankünften aus den 10 Märkten Deutschland, Österreich, UK, Niederlande, Polen, Schweiz, Tschechien, Italien, Rumänien und Ungarn.
Die „Sommerpotenzialstudie“ – die 10 Kernmärkte machten im Vorjahr rund 80,8 % des Volumens an den Ankünften aus – wurde nach Beginn des Iran-Krieges von 18. März bis 8. April 2026 vom NIT (Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa) online unter Personen von 18 bis 75 Jahren durchgeführt.
Zwar wurden mittlerweile auch in 26 Ländern Europas die Daten für den April 2026 präsentiert (u.a. in Spanien, Deutschland und Österreich), doch diese waren aufgrund der frühen Ostern (2025 war Ostersonntag am 20. April, heuer fiel er auf den 5. April) schwächer. Das Plus der internationalen Ankünfte reduzierte sich dadurch im ersten Jahresdrittel auf +3,5 %, in Österreich auf +1,8 %.
Doch nun zur Frage: Welche Länder Europas entwickeln sich am besten im Sommertourismus 2026? T.A.I. hat dazu die drei KI (Künstliche Intelligenz)-Programme ChatGPT, Gemini und Perplexity sowie das chinesische KI-Modell „Kimi“ herangezogen.
Für den Sommertourismus 2026 stechen vor allem die Mittelmeerländer Spanien (das wichtigste Reiseland Europas nach Besucherzahlen im Sommer), Griechenland (der größte Gewinner im diesjährigen Sommer) und Italien (hohe Zuwächse beim Bade- und Kulturtourismus, besonders in Süditalien, in Sardinien und auf Sizilien) hervor. Rund 75 % der Sommerbuchungen europäischer Reiseveranstalter – allen voran TUI und Dertour – entfallen 2026 auf Reiseziele in Europa, wobei Griechenland nahezu auf das Niveau Spaniens aufschließt.
Als der absolute Gewinner bei den Sommerbuchungen (rund +12 % beim Umsatz) wird die Türkei gesehen. Ein Viertel aller europäischen Frühbucher-Pauschalreisen entfällt diesen Sommer auf die Türkei, da sie das beste All-Inclusive-Paket für Familien bietet.
Gleichzeitig wachsen einige kleinere Destinationen besonders schnell. Destinationen wie Kroatien (vor allem die Adriaküste und die Inseln), Slowenien, Albanien (wird als Geheimtipp gehandelt und punktet vor allem beim Budget) und Malta (laut ETC - European Travel Commission stärkstes Plus seit Jahresbeginn) verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse bei Ankünften und Übernachtungen. Auch in Montenegro boomt der Küstentourismus (insbesondere rund um die Bucht von Kotor), das Land entwickelt sich rasant zu einer etablierten Premium-Alternative am Balkan.
Und Österreich? Da es sich um kein Sonne-Strand-Ziel handelt, wird es natürlich nicht unter den Mittelmeerländern gereiht. Aber Zentraleuropa gewinnt an Bedeutung – vor allem für reiseerfahrene Touristen, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis suchen. Österreich wird aber von ChatGPT an 7. Stelle gereiht, laut Gemini profitiert es – ebenso wie die Schweiz – vom Trend zum „Coolcationing" (Reisende flüchten dabei vor der extremen Sommerhitze Südeuropas in die kühleren Berge), andererseits von massiven Investitionen in den Premium- und Ganzjahrestourismus.
Abgerechnet wird am Ende der Sommersaison. Die "Sommerpotenzialstudie“ geht von einem möglichen Zuwachs um +9,6 % aus. Realistisch ist ein Wert von rund +5 %, auf den das Sommerplus im europäischen Tourismus 2026 gegenüber 2025 geschätzt wird.
Erstellt am: 20. Juli 2026