Air France KLM

Turnaround geschafft! Mit Joon erhält Höhenflug zusätzliche Dynamik

Print-Ausgabe 8. September 2017

Bei Air France KLM geht es heuer weiter bergauf – im Interview mit T.A.I. sprach Österreich-Chef Guido Hackl über die Hintergründe und die neue AF-Tochter Joon.

Air France KLM hat schwierige Jahre hinter sich. Doch nun scheint der Turnaround endgültig geschafft (siehe untenstehende Grafik). Die positive Entwicklung setzt sich heuer fort, auch im Quellmarkt Österreich. Darüber hinaus wurde mit „Joon“ der Startschuss für eine neue, innovative Airline-Tochter gegeben (siehe T.A.I.-Beitrag „Joon zielt auf Millennials“ in der Ausgabe vom 11. August 2017). Anlass genug, um Guido Hackl, Country Sales Manager Österreich, Tschechien und Slowakei von Air France KLM, zu einem Interview zu treffen..

T.A.I.: Air France-KLM befand sich zuletzt im soliden Steigflug. Wie sieht es heuer aus?

Guido Hackl: „Bis jetzt läuft alles erfreulich positiv. Die Air France KLM Gruppe hat im ersten Halbjahr 2017 ein operatives Ergebnis von 353 Mio. Euro erzielt (siehe Tabelle), was einem Plus von 153 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Da das erfahrungsgemäß starke dritte Quartal noch bevorsteht, rechnen wir mit einem sehr positiven Gesamtergebnis für heuer. Zum einen wurde diese gute Entwicklung durch den günstigen Kerosinpreis sowie eine leichte Steigerung bei den Durchschnittserträgen von 2 Prozent erzielt. Auf der anderen Seite hat sich speziell das Geschäft auf der Langstrecke mit einer 1,3-prozentigen Auslastungssteigerung ausgewirkt. Auch unser Premiumprodukt verkauft sich derzeit sehr gut.“

T.A.I.: Gilt dies auch für den Quellmarkt Österreich?

Hackl: „Ja, ich bin auch mit der Entwicklung in Österreich zufrieden. Hier wachsen wir besonders im Geschäftsreisesegment gut. Im Langstreckenbereich liegen die Buchungen prozentuell zweistellig über 2016 und auch die Destination Paris entwickelt sich wieder. Es gibt etliche Firmen, die unsere preislich attraktiven Angebote in Bezug auf den Mitbewerb schätzen. Gut kommt auch unser Programm ‚Blue Biz‘ für KMUs an.“

T.A.I.: Wie läuft die seit dem 15. Mai 2017 bestehende tägliche KLM-Verbindung Graz - Amsterdam?

Hackl: „Auch da können wir zufrieden sein. Die Resonanz unserer Passagiere ist positiv und wir verzeichnen eine Auslastung von 80 Prozent im Jahresdurchschnitt. Sehr gut gebucht aus Graz heraus sind unsere USA-Strecken ex Amsterdam.“

T.A.I.: Was tut sich bezüglich der Flottenentwicklung?

Hackl: „Wir erweitern und erneuern in der Gruppe unsere Flotte ständig. Das betrifft die Mittelstecke ebenso wie die Langstrecke. Für letztere sind vorrangig Boeing B787 bei KLM und Airbus A350 bei Air France und Joon bestellt.“

T.A.I.: Stichwort Joon. Können Sie uns schon ein wenig mehr über die neue Air France-Tochter sagen?

Hackl: „Joon wird keine Billiglinie sein, sondern kostengünstiger operieren. Sie wird über jene Standards verfügen, die Passagiere von Air France gewohnt sind. Joon wird es uns ermöglichen, den Umsteigeverkehr in Paris CDG (Charles de Gaulle) auszubauen und soll uns bis 2020 ein Wachstum von 10 Prozent auf der Langstrecke ermöglichen. Die Airline startet schon in diesem Herbst auf der Mittelstrecke mit sechs Airbus A320. Im Sommer 2018 kommen dann Langstreckenflüge mit drei A340-300 hinzu. Zu den Flugzielen darf ich noch nichts sagen, aber es wird sich um einen Mix von Business- und Leisure-Destinationen handeln, die entweder noch nicht im Air France Flugplan zu finden sind oder durch die günstigere Kostenstruktur von Joon wirtschaftlicher betrieben werden können. Der vorläufige Endausbau sieht für 2020 eine Flotte von 18 Airbus A320 und 10 Airbus A350 vor.“

T.A.I.: Sie erwähnten zuvor das Premium-Produkt. Wie wird die Premium Economy auf den Langstreckenflügen angenommen?

Hackl: „Die Akzeptanz ist hier sehr gut. Wobei hier etwas zwischen dem Angebot der beiden Fluglinien unterschieden werden muss: Bei Air France ist die Premium Economy in einem abgetrennten Kabinenteil hinter der Business Class untergebracht und verfügt über eigens designte Sitze mit mehr Komfort und Sitzabstand. Bei KLM findet sich diese Zwischenklasse im Flugzeug jeweils in den ersten drei Reihen am Beginn der Economy-Kabine. In jedem Fall ist die Premium Economy, speziell für Geschäftsreisende, eine gute und preislich attraktive Alternative zur Business Class.“ 

Kurzportrait Guido Hackl

Guido Hackl begann seine Karriere – begleitet von einem WU-Studium – bei Lufthansa in Wien, wo er sich bis zum stellvertretenden Vertriebsleiter in Wien empor arbeitete. Danach folgten zwei Jahre als stellvertretender Sales & Marketing Manager von Swissair und Sabena in Österreich. Von Dezember 2001 bis März 2004 war Guido Hackl bei SN Brussels Airlines Country Manager Österreich & Slowakei. Es folgte der Wechsel zu KLM (Country Sales Manager Österreich & Slowakei). Seit August 2008 ist Guido Hackl Country Manager Österreich bei Air France KLM und seit April vorigen Jahres zusätzlich auch für die Tschechische Republik und Slowakei zuständig.

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Erstellt am: 08. September 2017

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