Brussels Airlines

SN schreibt jetzt wieder schwarz!

Print-Ausgabe 8. April 2016

2015 brachte den lang ersehnten Turnaround – der niedrige Ölpreis trug nur zum Teil dazu bei – heuer stehen Zeichen weiter auf Expansion

Die zwölftägige Komplettsperre des Flughafens Brüssel-Zaventem Ende März/Anfang April als Folge des Terroranschlags war für Brussels Airlines eine harte Nuss: Sie kostete die Airline nach eigenen Angaben rund 5 Mio. Euro pro Tag. Seit vergangenem Sonntag ist der Airport (zuletzt rund 23,5 Millionen Passagiere pro Jahr, 77 Airlines, 226 Destinationen) zwar wieder geöffnet, doch bis der Vollbetrieb mit 600 Flügen pro Tag komplett läuft, wird es wohl Sommer werden. Für Brussels – sie war mit Flügen nach Faro, Athen und Turin der erste Carrier, der in Zaventem wieder abhob – bedeutet dies eine weitere Bewährungsprobe. Die letzte, den Turnaround zurück in schwarze Zahlen, hat Brussels im Vorjahr eindrucksvoll gemeistert.

Unter dem Strich steht für 2015 ein operativer Überschuss von 41,3 Mio. Euro (nach -9 Mio. Euro 2014), der Netto-Gewinn erreichte 41,3 Mio. Euro (im Jahr davor -4,2 Mio. Euro), wobei alle drei Säulen – das Europa-Netzwerk, Afrika sowie der Transatlantik – profitabel waren. „Unsere Bemühungen, aus Brussels wieder eine attraktive, dynamische und wettbewerbsfähige Fluggesellschaft zu machen, sind im vergangenen Jahr aufgegangen“, freut sich CEO Bernard Gustin.

Zwar sorgte der niedrige Ölpreis für Rückenwind, laut Bernard Gustin wäre es aber „falsch, ihn als den wichtigsten Faktor anzusehen.“ Denn der teure US-Dollar, der unstabile Rubel und die steigenden Gebühren der Luftverkehrs-Kontrolle wirkten in die Gegenrichtung. Ebenso senkte Brussels ihre Ticketpreise um durchschnittlich 10 Prozent.

Für den erfolgreichen Turnaround sorgten somit – neben weiteren Kostensenkungs-Schritten – primär Maßnahmen, wie die Aufnahme von 14 neuen Destinationen, der weitere Ausbau der Flotte um zwei Jets auf 47 Flugzeuge oder der Start des neuen Loyalty-Programms „LOOP“ mit mittlerweile bereits 50.000 Mitgliedern.

Der Umsatz kletterte um 6,9 Prozent auf 1,274 Mrd. Euro und mit einem Passagier-Plus von 12,1 Prozent auf 7,5 Millionen zählt die zu 45 Prozent Lufthansa gehörende SN Airholding (mit Option auf die restlichen Anteile) zu einer der am stärkst wachsenden Airlines in Europa. Der Ladefaktor legte um 2,4 Punkte auf 74,4 Prozent zu.

Für heuer stehen die Zeichen ebenfalls auf Wachstum. Mit Beginn des Sommerflugplans 2016 kamen weitere neun Destinationen hinzu und es wurde der bereits neunte Airbus A330 in Betrieb genommen (Nummer zehn folgt Ende des Jahres). Für das Europa-Netz kommen zwei Airbusse der A320-Familie hinzu, vier Avro-Jets werden durch größere Airbus-Modelle ersetzt.

„Wir sind mehr denn je ein wichtiger Wirtschafts-Faktor für unser Land, der Belgien besser als je zuvor mit der Welt verbindet“, freut sich Bernard Gustin. Und auch bei Lufthansa verfolgt man die Genesung von Brussels mit Interesse: bis 2017 besteht die Option, die restlichen 55 Prozent zu übernehmen. 

SN-Flugplan ab Wien

Brussels verbindet bis zu dreimal täglich Wien mit Brüssel (am Samstag nur zwei Flüge), jeden Montag steht ein Flug von und nach Liege (Lüttich), dem kulturellen Zentrum der Wallonischen Region Belgiens, auf dem Programm.

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Bernard Gustin, CEO Brussels Airlines

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