People‘s Viennaline

Mehr Wien, mehr Charter!
„Haben uns darauf eingeschworen!“

Print-Ausgabe 7. April 2017

Der People’s-Linie von Altenrhein nach Köln/Bonn war nur ein kurzes Leben beschieden – künftig konzentriert sich das Unternehmen wieder auf seine Stärken

Die Vorarlberger People’s Air Group – sie umfasst den Flughafen Altenrhein und die People’s Viennaline – stellt Mitte April ihre erst Ende Oktober gestartete zweite Linienverbindung, jene von Altenrhein über Friedrichshafen nach Köln/Bonn (sie ermöglichte auch die Verbindung Friedrichshafen-Wien), wieder ein. Das Ende kam überraschend: vorigen Donnerstag wurde noch der 100ste Flug gefeiert, einen Tag später die Reißleine gezogen. „Der Markt hat sich nicht so entwickelt, wie dies erwartet wurde“, heißt es in der Begründung. Die Entscheidung überrascht nicht zuletzt deshalb, da rund um die Aufnahme der neuen Flugstrecke eine zweite Embraer 170 angeschafft wurde. Welche Auswirkungen der Rückzug aus Köln/Bonn bzw. Friedrichshafen auf das Unternehmen hat, wie die jetzt frei werdenden Kapazitäten eingesetzt werden und wie die längerfristige Planung aussieht, darum ging es in einem Interview von T.A.I. mit dem Eigentümer der People’s People’s Air Group, Markus Kopf.

T.A.I.: Was war letztendlich ausschlaggebend für das Aus der zweiten Linienverbindung?

Kopf: „Die fehlenden Perspektiven. Trotz großer Verkaufs- und Marketinganstrengungen hat sich die Auslastung nur zögerlich verbessert (Anm.d.Red.: im März hatten insgesamt 2.300 Passagiere die Verbindung benutzt) und wir konnten nicht mehr davon ausgehen, das anvisierte Passagierziel zu erreichen. Dies, obwohl der Flughafen Friedrichshafen sehr kooperativ war. Man kann ihn nur loben. Er hat sämtliche Anstrengungen unternommen, die nur möglich waren, ebenso der Flughafen Köln, aber die Nachfrage war ein Problem.“

T.A.I.: Was passiert mit der zweiten Embraer?

Kopf: „Sie wird wie geplant im Sommer im Charter eingesetzt. Wir haben ein sehr starkes Programm nach Mallorca, Menorca, Tirana, Bastia, Preveza, Neapel, Cagliari, Olbia und Pula, ab Altenrhein, Graz, Linz und Wien mit Partnern wie Highlife Reisen, Rhomberg Reisen, GTA SKY WAYS, Sunshine Holidays, Universal Flugreisen und Amos sowie eine eigene Linie nach Ibiza. Ab Herbst wird unser zweiter Jet dann in Wien stationiert. Wir fliegen dann die Strecke Wien-Altenrhein gegenläufig. Die Slots, die wir dafür brauchen, sind gesichert.“

T.A.I.: Was heißt das konkret?

Kopf: „Wir perfektionieren Altenrhein-Wien, fliegen dann früher als derzeit ab Wien und zwar um 06:55 statt wie bisher um 08:10. Am Abend gibt es künftig einen späteren Flug zurück. Bisher startet er um 18:05 in Altenrhein, ab Herbst geht der letzte Retourflug nach Wien um 19:20. Wir sind überzeugt, dass wir dadurch noch mehr Passagiere auf dieser Strecke generieren können. Und wir erhöhen die Zuverlässigkeit der Verbindung“

T.A.I.: Wird es zusätzliche Wien-Rotationen geben?

Kopf: „Es bleibt bei vier Rotationen, eventuell kommt eine fünfte dazu.“

T.A.I.: Wie sieht es mit einer alternativen zusätzlichen Linienverbindung aus?

Kopf: „Als wir vor sechs Jahren gestartet sind, haben wir uns darauf eingeschworen, nur Wien zu fliegen. Jetzt sind wir fremdgegangen und das hat uns leidgetan. Es heißt nicht zu Unrecht: Schuster bleib bei Deinen Leisten.“

T.A.I.: Wie wirkt sich die Einstellung der zweiten Linie finanziell auf das Geschäftsjahr 2017 aus?

Kopf: „Die Firma steckt das locker weg. Wir haben 2016 in beiden Unternehmen, sowohl mit dem Airport als auch erstmals mit der Peoples Viennaline positiv abgeschlossen und das trotz der Anlaufkosten für die zweite Maschine und für Köln/Bonn. Wir gehen für 2017 zu 100 Prozent von einem positiven Ergebnis aus, sowohl für die Airline als auch für den Airport.“

T.A.I.: Wie werden Sie die ab Mitte April freiwerdenden Kapazitäten der zweiten Embraer vermarkten? 

Kopf: „An den Wochenenden ist der Jet durch die erwähnten Charterflüge komplett belegt, da ändert sich nichts. Aber unter der Woche steht jetzt eine Maschine für den Markt zur Verfügung. Wir werden sie je nach Bedarf einsetzen, die Reichweite erlaubt sogar Flüge bis nach Hurghada. Die Anfragen sind da, u.a. aus Bern. Für Wetlease und ad hoc Charter stehen wird je nach Möglichkeit zur Verfügung.“

Die People‘s Air Group in Stichworten

Die Airport Altenrhein AG (People’s Business Airport; Vorjahr über 108.500 Passagiere) und ihr Tochterunternehmen, die Altenrhein Luftfahrt GmbH (People’s Viennaline, Vorjahr knapp 100.000 Linien- und Charterpassagiere) stehen im Eigentum des Vorarlbergers Markus Kopf. Die People’s Viennaline nahm ihren Flugbetrieb Ende März 2011 auf, mit Fokus auf der Line Altenrhein (AHR) – Wien. Ende vorigen Jahres wurde eine zweite Embraer 170 gekauft, mit der als zweite Linie die Verbindung über Friedrichshafen (FDH) nach Köln/Bonn (CGN) aufgenommen wurde. Durch den zweiten Jet konnte für den Sommer 2017 das Charter-Angebot erheblich ausgeweitet werden.

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Erstellt am: 03. April 2017

Mit Zuversicht in die Zukunft: Eigentümer der People’s People’s Air Group Markus Kopf

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