Luftfahrt-Report

Flug-Incoming weiterhin stark, der Anteil war zuletzt aber leicht rückläufig

Print-Ausgabe 29. Juni 2018

Dies hat nicht zuletzt auch mit der Airberlin-Pleite zu tun – Eurowings und easyJet füllen die Lücke – Austrian und Wien dominieren, auch Salzburg legt zu

Zum zweiten Mal nach 2016 präsentierte der Österreichische Luftfahrtverband (ÖLFV) Ende Juni einen Report, aus dem die Bedeutung der Luftfahrt für den heimischen Incoming-Tourismus hervorgeht. Als Basis dienten die Zahlen für 2017 (beim ersten Report waren es jene aus 2015). Ergebnis: rund 6,6 Mio. aller ausländischen Gäste Österreichs reisten im Vorjahr mit dem Flugzeug an. Dies entspricht einem 22,4 Prozent-Anteil aller Gäste aus dem Ausland. „Diese Zahlen zeigen, dass der Luftverkehr für die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft ein unbedingt notwendiger Faktor ist“, zieht Mario Rehulka, Ehrenpräsident des ÖLFV und Initiator des Reports, ein Resümee.

Bei der Präsentation mit dabei waren auch Rehulkas Nachfolger als Präsident des ÖLFV, Peter Malanik, Flughafen Wien-Vorstand Julian Jäger, WienTourismus Direktor Norbert Kettner sowie Veronika Wüster (Senior Manager International & Aeropolitical Affairs Austrian Airline).

T.A.I. hat die aktuellen Werte des Reports mit den Ergebnissen von 2015 verglichen. Demnach stieg die Zahl der mit dem Flugzeug anreisenden Gäste aus dem Ausland von damals 6,1 Mio. um 8,2 Prozent auf die bereits erwähnten 6,6 Mio. im Vorjahr. Das Incoming-Wachstum lag damit über jenem der Gesamtpassagiere an den Flughäfen (+ 6,0 % auf 28,95 Mio.), war aber schwächer, als das gesamtösterreichische Incoming, das von 2015 auf 2017 bei den Gästeankünften um rund 10,2 Prozent zugelegt hat. Damit ist auch der Anteil der Flug-Incoming-Gäste am Gesamtvolumen des Incomings zurückgegangen (von 22,7 % auf 22,4 %).

Trotz steigender Zahl an Flug-Incoming-Gästen ist auch die Zahl der daraus resultierenden Nächtigungen zurückgegangen: 2015 waren es 17,4 Mio., im Vorjahr nur noch 16,8 Mio. Rehulka: „Dies hat mit der starken Entwicklung von Wien zu tun. In der Bundeshauptstadt ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer niedriger, als in den Bundesländern.“

Vier Fünftel des österreichischen Flug-Incomings spielen sich am Flughafen Wien ab, 8 Prozent am Salzburg Airport (er hat gegenüber 2015 anteilsmäßig zugelegt), 6 Prozent am Flughafen Innsbruck (unverändert gegenüber 2015) sowie 6 Prozent an den übrigen Bundesländer-Airports (2015 waren es noch 7 %). Bundesweit ist die Wertschöpfung durch die Gäste aus dem Ausland, die mit dem Flugzeug anreisen, gestiegen (von 3,7 Mrd. Euro in 2015 auf 3,9 Mrd.  Euro im Vorjahr), aber aufgrund der kürzeren Aufenthaltsdauer im Vergleich zum Gästeanstieg nur unterproportional um 5,4 Prozent.

Bedeutendster Motor im österreichischen Flug-Incoming ist – wenig überraschend – Austrian Airlines mit 2,1 Mio. Passagieren aus dem Ausland, die eine Wertschöpfung von 1,2 Mrd. Euro auslösten (beide Werte unverändert gegenüber 2015). Dahinter gab es starke Umschichtungen, die durch den Aufstieg der Eurowings (2017 Nr. 2 mit 650.000 Incoming-Passagieren, 379 Mio. Euro Wertschöpfung; Wachstum um 175 Prozent) sowie die Insolvenzen von Airberlin/NIKI begründet sind. Dadurch konnte sich easyJet von Position 5 auf Platz 3 vorarbeiten (374.700 Incoming-Gäste, 218 Mio. Euro Wertschöpfung, plus 58 Prozent).

Für Rehulka und Kettner steht aufgrund der von dem Report ausgewiesenen Zahlen die Bedeutung des Flug-Incomings für den Österreich-Tourismus außer Zweifel. „Ohne Luftverkehr gibt es keinen Städtetourismus“, so Norbert Kettner und Mario Rehulka forderte von der Politik, das Flug-Incoming „nicht durch äußere Einflüsse, wie z. B. Flugsteuer, Verzögerung bei der 3. Piste in Wien etc., zu behindern, sondern bestmöglich zu unterstützen.“ 

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Erstellt am: 29. Juni 2018

V.l.: Julian Jäger, Norbert Kettner, Mario Rehulka, Peter Malanik und Veronika Wüster

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