Kreuzfahrtmarkt-Analyse

Giganten der Meere! Sechs Riesen dominieren den Markt

Print-Ausgabe 11. März 2016

Von l. oben nach r. unten: Arnold Donald (Carnival  Corp.), Michael Bayley (Royal Caribbean Cruises),  Frank del Rio (NCL), Gianni Onorato (MSC Cruises),  Karl Holz (Disney Cruises), Friedrich Joussen (TUI)

Zusammen vereinigen die „Big-Six“ rund zwei Drittel der weltweiten Flotten, vier Fünftel des Umsatzes und mehr als neun Zehntel aller Passagiere auf sich

Die weltweite Kreuzfahrt-Industrie verbuchte auch 2015 ein starkes Wachstum. Laut Cruise Market Watch erreichten die Umsätze rund 39,6 Mrd. US-Dollar, was einem Plus von 6,9 Prozent gegenüber 2014 entsprach. Die Erlöse legten damit deutlich kräftiger zu, als die Zahl der Passagiere, die um 3,2 Prozent auf rund 22,2 Millionen kletterte. Wobei das Geschäft fest in den Händen von zwei Mega-Playern und vier Big-Playern liegt: die Carnival Corporation, Royal Caribbean, NCL, MSC sowie Disney Cruises und die TUI Group bringen es gemessen am Passagieraufkommen auf einen Marktanteil von 92,4 Prozent. Mit 190 Schiffen besitzen sie zwei Drittel der weltweiten Flotte.

Die Entwicklung der Big-Six verlief im Vorjahr aber nicht gleichmäßig. So verbuchten Carnival und Royal Caribbean Rückgänge beim Umsatz pro Passagier. Der unangefochtene Marktführer Carnival mit CEO Arnold W. Donald an der Spitze musste sogar einen Umsatzrückgang um 1,1 Prozent hinnehmen, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Das Passagierwachstum erreichte hingegen ein Plus von 1,9 Prozent. Besser erging es Royal Caribbean laut CEO Michael Bayley, deren Umsatz um 2,8 Prozent zulegte, was aber ebenfalls deutlich hinter dem Passagierwachstum von 4,9 Prozent herhinkte.

Ganz anders stellt sich das Bild bei Norwegian dar: Durch die 3,025 Mrd. Dollar schwere Übernahme der im Luxus-Segment angesiedelten Prestige Cruises mit deren Marken Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises schoss der Umsatz um 39 Prozent nach oben, die Passagierzahlen kletterten vergleichsweise moderat um 12 Prozent hinauf. In Summe konnte Norwegian,  bei der seit einem Jahr der frühere Prestige-Chef Frank J. Del Rio als CEO fungiert, durch die Akquisition den Abstand zum Spitzenduo deutlich verringern.

Anders als bei Carnival, RCL und Norwegian werden vom Verfolgerfeld mit MSC (CEO ist Gianni Onorato), Disney Cruises (CEO ist Karl L. Holz) und den Kreuzfahrt-Aktivitäten der TUI Group (CEO ist Friedrich Joussen) keine konkreten Umsatz- und Passagierzahlen publiziert. T.A.I. griff deshalb auf die Schätzungen von Cruise Market Watch zurück, die eine der Realität nahe kommende Aufstellung ermöglichen.

Daraus ergibt sich, dass die TUI Group – dank ihrer Luxus-Marke Hapag Lloyd und der Premium-Marke TUI Cruises – gemessen am Umsatz pro Passagier die Weltspitze markiert, gefolgt von Norwegian durch deren Akquisition von Prestige Cruises. Royal Caribbean und Disney liegen Kopf-an-Kopf, während Carnival und MSC etwas dahinter folgen.

Und der Ausblick für 2016? Crui-se Market Watch schätzt, dass das Passagier-Volumen heuer um 3,0 Prozent auf rund 22,935 Millionen Kreuzfahrtgäste ansteigt. In Europa wird das Wachstum mit 1,8 Prozent auf 5,894 Millionen moderater ausfallen. 12 Schiffe werden das Angebot vergrößern, wobei die Oasis III von Royal Caribbean mit 5.400 Passagieren der größte Neuzugang ist, die AIDAprima der innovativste und Mein Schiff 5 von TUI der luxuriöseste. 

Artikel teilen per Mail verschicken ausdrucken

Erstellt am: 14. März 2016

Von l. oben nach r. unten: Arnold Donald (Carnival Corp.), Michael Bayley (Royal Caribbean Cruises), Frank del Rio (NCL), Gianni Onorato (MSC Cruises), Karl Holz (Disney Cruises), Friedrich Joussen (TUI)

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben