AD Mietwagen Service

Shuttle Me liegt weiter auf Kurs, Tesla-Projekt jedoch auf Eis

Print-Ausgabe 6. Oktober 2017

Einen Rückschlag erlebte Airport Driver mit seinem 2016 gestarteten E-Mobilitätsprojekt. Zwar zeigten sich die KundInnen von den angebotenen Tesla-Transfers begeistert, die mangelhafte Lade-Infrastruktur mache jedoch einen wirtschaftlichen Betrieb aktuell nicht möglich, erklärt Markus Rameis-Savara im Interview mit T.A.I. Sehr viel erfreuter zeigt sich der Geschäftsführer der AD Mietwagen Service GmbH angesichts der positiven Entwicklung des im Jahr 2015 gestarteten „shared ride“-Produktes Shuttle Me (Details dazu siehe im Info-Kasten).

T.A.I.: Sie haben angekündigt in diesem Jahr Bilanz ziehen zu wollen über die ersten zwei Jahre der Marke Shuttle Me. Wie lautet das Urteil? Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung des neuen Produkts?

Markus Rameis-Savara: „Wir sind sehr positiv überrascht, dass unser neues Produkt bereits so gut angenommen wird. In der jüngeren Generation Reisender in Wien sind wir bereits durchwegs bekannt und das Feedback ist toll. Wir liegen mit unseren Zahlen im Plan und sind sehr zufrieden.“

T.A.I.: Wie hoch ist die durchschnittliche Auslastung pro Shuttle?

Rameis-Savara: „Wir stehen aktuell bei bereits mehr als zwei Personen durchschnittlich pro Fahrt. In einigen Fällen teilen sich bereits fünf bis sechs Personen einen Shuttlebus.“

T.A.I.: Wie sehen die weiteren Pläne für die Marke aus?

Rameis-Savara: „Wir werden die Buchungsprozesse in den nächsten Monaten vereinfachen, vor allem die Buchung von tour-retour Fahrten in einem Schritt. Ebenso planen wir eine bessere EDV unterstützte Routenoptimierung. Auch wollen wir mit diesem nachhaltigen und umweltbewussten Produkt Firmenkunden ansprechen. Die Möglichkeit am Reisebudget zu sparen ist hier sehr attraktiv.“

T.A.I.: Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Performance von Airport Driver? Wie hat sich das Geschäft im Vorjahr entwickelt?

Rameis-Savara: „Wir sind mit der Entwicklung des Geschäftes sehr zufrieden. Wir konnten viele neue Stammgäste gewinnen und konnten unsere Zahlen gegenüber 2015 um einige Prozentpunkte steigern.“

T.A.I.: Mit welcher Entwicklung rechnen Sie für dieses Jahr?

Rameis-Savara: „Das laufende Geschäftsjahr entwickelt sich sehr positiv. Wir sind auf gutem Weg, konnten wieder viele neue Kunden akquirieren und halten an unserer Politik der Qualitätssicherung auf hohem Niveau fest.“

T.A.I.: Welche Neuheiten gibt es im Angebot?

Rameis-Savara: „Wir arbeiten an einigen neuen technischen Weiterentwicklungen, welche den Buchungsprozess und die Integration in Firmenreisetools erleichtert. Wir werden diese Tools im Laufe des 1. Halbjahres 2018 ausrollen. Dies umfasst etwa eine Kunden-App für die Buchungen.“

T.A.I.: Letzten August haben Sie angekündigt, AD Kunden könnten künftig CO2-neutrale Fahrten mit einem Tesla
buchen ...

Rameis-Savara: „...ja, wir haben im 4. Quartal des vergangenen Jahres begonnen drei E-Fahrzeuge zu testen. Wir haben diese Fahrzeuge nicht aktiv zum Buchen angeboten, da wir erst Erfahrung sammeln wollten, wie diese Fahrzeuge für unsere Anforderungen funktionieren. Jene Kunden, die in einem Tesla befördert wurden, waren natürlich von der Technik und dem Level des Fahrzeugs begeistert. Wir haben aber nun nach einer siebenmonatigen Einsatzzeit beschlossen, das Projekt vorerst auf Eis zu legen. Die Infrastruktur zur Betankung und die Reichweiten der Fahrzeuge lassen sich nicht mit unseren Anforderungen vereinbaren. Unsere Fahrzeuge legen täglich bis zu 600 Kilometer zurück. Das geht mit einem E-Fahrzeug ohne adäquate Ladeinfrastruktur nicht so reibungslos wie wir uns das wünschen. Wenn die Betankung samt An- und Abfahrt zu einer Ladestation mehr als zwei Stunden in Anspruch nimmt, so ist dies nicht wirtschaftlich zu betreiben.“

T.A.I. Gibt es Pläne, das Thema E-Mobilität neu anzugehen?

Rameis-Savara: „Ja sicher. Sobald eine vernünftige Infrastruktur geschaffen ist und die benötigten Fahrzeuge zu leistbaren Preisen, die einen Betrieb wirtschaftlich machen, anzuschaffen sind. Wie auch Studien belegen, ist ein E-Auto nicht CO2-neutral. Nur im aktuellen Betrieb, wenn der Strom aus Wind oder Sonnenenergie stammt. Die Herstellung der Akkus, welche ja nicht unbedingt angesprochen wird, pustet sehr viel CO2 in die Atmosphäre. Ich denke, hier ist noch ein langer Weg vor uns, bis wir wirklich guten Gewissens sagen können, wir haben die Möglichkeit CO2-neutral zu transportieren.“ 

ShuttleMe in Stichworten

Anfang des Jahres 2015 startete in Wien mit ShuttleMe, einer Marke der AD Mietwagen Service GmbH, eine neue, preiswerte Art des Flughafentransfers. Bis zu acht Personen werden an einer gewünschten Adresse in der Stadt von einem Minibus eingesammelt. Die Routen werden so berechnet, dass die Fahrtzeit so kurz wie möglich gehalten und jeder Fahrgast zur gewünschten Ankunftszeit zum Flughafen Wien gebracht wird. Der Service ist ab 9,90 Euro pro Person buchbar. Der Buchungs- und Bezahlvorgang geschieht ausschließlich online via
www.shuttle-me.at

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Erstellt am: 06. Oktober 2017

Bild: Markus Rameis-Savara,
Geschäftsführer AD Mietwagen Service GmbH

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