B.T.B. Trendumfrage

Fernbusse im Anmietverkehr? Keine nennenswerte Konkurrenz

Print-Ausgabe 7. Oktober 2016

Zumindest sieht das so die Mehrheit von Österreichs Busunternehmern – für 2017 sind sie allerdings etwas skeptischer, als in den letzten Jahren

Österreichs Busunternehmer starten mit eher verhaltenen Erwartungen ins nächste Jahr. Zwar rechnen 75 Prozent mit einer positiven Entwicklung, doch gegenüber heuer und den zurückliegenden drei Jahren ist dies der schlechteste Wert. Zuletzt wurde für 2013 eine derartige Prognose abgegeben, die dann von der tatsächlichen Geschäftsentwicklung noch unterboten wurde. Umgekehrt gehen 8 Prozent von einer negativen Tendenz für 2017 aus – der höchste Wert seit 2010. Zuletzt lagen Österreichs Busunternehmer mit ihren Einschätzungen im Rahmen der von Busreisen.cc gemeinsam mit T.A.I. im Vorfeld der B.T.B. durchgeführten Trendumfrage überaus zielgenau.

Für 2016 wurde die Entwicklung sogar exakt vorhergesehen: 79 Prozent rechneten mit einem guten Geschäftsgang und das ist tatsächlich auch so eingetreten.

An den Eckdaten der Umfrage-Ergebnisse hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum etwas verändert. Die durchschnittliche Anzahl der MitarbeiterInnen liegt bei 16,5, rund 8,8 Busse befinden sich im Fuhrpark. Der Großteil der Flotten (nahezu vier Fünftel) ist im Bereich von 20 Personen und mehr angesiedelt.

Die Art der Angebote verteilt sich in etwas gleich auf „ausschließlich Vereine und fixe Gruppen bz. Busanmietung“ sowie „Vereine und ausgeschriebene Gruppen“, wobei letztere ein leichtes Übergewicht haben (51.2 Prozent).

Kaum Veränderungen sind auch bei der Aufteilung zwischen Ferienzielverkehr (13,1 Prozent), Städtereisen (26,6 Prozent), Rund/Studienreisen bzw. klassische Urlaubs- Ausflugsfahrt (54,5 Prozent) sowie Überraschungsreisen/“Fahrt ins Blaue“ (4,8 Prozent) zu verzeichnen.

Lediglich bei den Städtereisen zeichnet sich eine Abschwächung ab: Nur 19 Prozent sehen sie im Steigen begriffen (Vorjahr 22 Prozent), dafür sind diese Reisen bei 13 Prozent der Betriebe sinkend (Vorjahr 9 Prozent). Der Anteil der Reisen mit Auslandszielen dominiert mit 53 Prozent (Vorjahr 54 Prozent).

Mit 55,72 Prozent bilden die 1-3 Tage Reisen die stärkste Gruppe, bei 18 Prozent ist sie steigend (Vorjahr 20 Prozent), gefolgt von den 3-5 Tage Touren (Anteil 27,18 Prozent). Diese haben aber mit 14 Prozent „sinkend“ einen ausgeprägten Abwärts-Trend. 5-7 tägige Reisen halten bei einem Anteil von 13,82 Prozent, ab 7 Tage und länger dauern  nur noch 3,28 Prozent der Busreisen.

Wie immer gab es auch bei der diesjährigen Trendstudie eine Sonderfrage. Nachdem es im Vorjahr um „Entbürokratisierung und Flexibilisierung von Lenk- und Ruhezeiten“ ging, stand heuer das Thema „Fernbus neu im Anmietverkehr“ im Mittelpunkt.

Nahezu vier Fünftel (78 Prozent) aller Busunternehmer sehen in der Ankündigung diverser Fernbusfirmen, nun auch groß in das Mietbusgeschäft einzusteigen, keine nennenswerte Konkurrenz. 22 Prozent ist er hingegen „ein ernstzunehmender Konkurrent.“

Bleibt zu hoffen, dass die eingangs erwähnten Prognosen für 2017 am Ende – wie z.B. vor zwei Jahren – doch von einer erfreulicheren Geschäftsentwicklung überholt werden. Mehr darüber bei der nächsten Trendumfrage in einem Jahr.

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Erstellt am: 07. Oktober 2016

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