BIG BUS Vienna

Erfolgsstory im Doppelstöcker. Travel-Sightseeing mit hohen Margen

Print-Ausgabe 19. Oktober 2019

Hat BIG BUS Vienna zur Benchmark in der BIG BUS-Gruppe gemacht: Geschäftsführer Reinhard Grubhofer


 

Hop-On Hop-Off zählt zu den Verkaufsrennern im Städtetourismus – bei BIG BUS setzt Reinhard Grubhofer in Wien und Budapest starke Akzente

Gute Geschäfte mit ebenso guten Margen – wer in der Touristik träumt nicht davon? Für Reinhard Grubhofer, seit zweieinhalb Jahren Geschäftsführer der BIG BUS Vienna GmbH, gehört beides zur beruflichen Realität. Das hat einerseits „viel mit Menge und Volumen zu tun, auf der anderen aber mit Qualität“, wie T.A.I. vor kurzem im Gespräch mit dem Touristik-Profi erfahren konnte.

Als Grubhofer vor zweieinhalb Jahren bei BIG BUS Vienna startete, feilte er zunächst intensiv an Produkt und Servicequalität, initiierte Trainings für FahrerInnen und VerkäuferInnen. „Das hat sich ausgezahlt. Der Erfolg kommt von selbst. Wir erhalten täglich tolle Rückmeldungen.“ Dies blieb auch im Konzern nicht unbemerkt. Grubhofer: „Wir sind in der BIG BUS-Gruppe (derzeit 22 Städte, mit Dublin, Los Angeles und Singapur bald 25) zur Benchmark geworden. Wir werden viel gefragt, als Beispiel genommen und sind in vielen Projekt-­Teams dabei.“

Einen besonderen Fokus legt Reinhard Grubhofer auf das Kommentarsystem der Touren (Audio oder live): „Das macht den Unterschied aus.“ Zu Jahresbeginn 2018 wurde es komplett überarbeitet, „sexy gemacht, mit Geschichten, Originaltönen und Sound-Effekten“ (z.B. Klimpern von Kaffeegeschirr bei der Vorbeifahrt am Café Schwarzenberg). Und es werden auch ein paar Musiktitel angespielt. Bei den KundInnen kommt das großartig an: „Wir erhalten sensationelle Feedbacks.“

Der Start von BIG BUS in Wien erfolgte 2013 „Wir haben den Doppel­stöcker in Wien eingeführt, dadurch hat es einen Sprung in der Qualität gegeben“, erzählt Reinhard Grubhofer, demzufolge BIG BUS in Wien mit 17 neuen Bussen der Typen MAN und Ankai aktuell drei unterschiedliche Touren anbietet (heuer rund 270.000 KundInnen). In Budapest, für das Grubhofer ebenfalls die Verantwortung trägt, sind es zwei Touren (ca. 150.000 Kund­Innen).

Der Wiener Markt habe sich in den zurückliegenden drei bis vier Jahren „fast verdreifacht“, so Grubhofer, der den BIG BUS-­Anteil auf ca. 50 Prozent und damit gleichauf mit Vienna Sight­seeing Tours schätzt. „Es ist ein toller Mitbewerber mit einem ausgezeichneten Produkt. Wir haben ein gutes Auskommen nebeneinander. Das ist in anderen Städten anders“, so Grubhofer.

Preiskampf gibt es keinen (Grubhofer: „Das führt zu nichts, außer zur Margenreduktion“), trotzdem ist das Preis-Niveau vergleichsweise niedrig.  Das 24 h Ticket inklusive Live Guided City Walk = Stadtspaziergang kommt auf 29 Euro.

Für Wien sieht Grubhofer, zumindest was BIG BUS betrifft, aufgrund der Standorte „den Plafond der Wachstumsmöglichkeiten“ erreicht: „Die frequenzstarken Innenstadt-Standorte, wie Oper, Stadtpark, Schweden­platz oder Burgtheater sind beim Mitbewerb.“ Jene von BIG BUS befinden sich bei der Kärtnerstraße/Walfischgasse, am Maria Theresien Platz gegenüber dem Heldentor. Ein Hit ist der Standort am „Pier 3“ des Schifffahrtszentrums an der Donau.

Im Vertrieb setzt BIG BUS auf „die gute Kooperation mit der Hotellerie“, wobei das Gros der Tickets (ca. 60 Prozent) im „Straßen- und Haltestellenverkauf“ abgesetzt wird. Die Direkt/Online-Verkäufe liegen bei 15 Prozent. Ein weiteres Viertel wird in „prepaid“-Form über die Hotellerie sowie über Fremdportale (booking.com, Ctrip.com, Expedia, GetYour­Guide oder Viator) verkauft.

Bei den Hop-On Hop-Off-Touren handle es sich laut Grubhofer um ein „gelerntes Produkt für Touristen. Er weiß, was er kriegt. Das macht es einfach, diese Dienstleistung zu verkaufen.“ Auf den ersten Blick eine banale Stadtrundfahrt im Bus, erhalte das Ganze aber durch den „Doppeldecker“ eine andere Perspektive und ein besonderes Flair. „Wir haben viele Repeater, die BIG BUS schon in anderen Städten gebucht haben.“

Die Idee der Hop-On Hop-Off-­Stadtrundfahrten wurde vor 28 Jahren von der im Bus- und Transportbereich tätigen Unternehmerfamilie Maybury geboren, die in London damit begann, Doppeldecker-Busse für den touristischen Einsatz zu nutzen. 2011 fusionierte Big Bus welches inzwischen in vielen Städten etabliert war mit Paris Les Cars Rouge, seit 2015 ist BIG BUS Teil eines britischen Private Equity-Konzerns. „Wir sind heute der größte private Anbieter“, so Grubhofer. Größter Mitbewerber ist „City Sightseeing“, das in 96 Städten vertreten ist, aber im Unterschied zu BIG BUS in Franchise-Form mit lokalen Anbietern arbeitet.

Weltweit findet derzeit ein Konsolidierungs-Prozess statt. So hat BIG BUS 2018 bereits 4 Mitbewerber in New York, Miami, Dublin und Singapur übernommen. Es handelt sich „um ein stark reglementiertes, lizensiertes Geschäft, damit es zu keinem Wildwuchs an Sightseeing-­Anbietern kommt“, so Reinhard Grubhofer.

Auf eine Botschaft legt Reinhard Grubhofer besonderen Wert: „Wir sind kein Bus- oder Transportunternehmen. BIG BUS ist ein Travel-­Sightseeing-Unternehmen. Wir sehen uns als touristischen Dienstleister mit starkem Kunden-Fokus.“ Ebenso ist BIG BUS ein wichtiger Vertriebspartner für die DDSG und für die Vienna City Card. Grubhofer: „Wir sind ein guter Partner und Botschafter für die Stadt – eine Win-Win-Situation für alle.“ 

Kurzportrait Reinhard Grubhofer

Reinhard Grubhofer startete seine Karriere im Verkauf bei der Gulet Touropa Touristik, war danach im Marketing bei TraviAustria tätig, wechselte anschließend für viereinhalb Jahre als Leiter Headoffice zu TUI TRAVELStar, um danach die Funktion des Verkaufsleiters Franchise bei TUI ReiseCenter zu übernehmen. Ab dem Frühjahr 2007 hatte Reinhard Grubhofer die Leitung des Kapazitätsmanagements bei TUI Österreich inne, von Juni 2013 bis Ende 2015 die operative Leitung der Flugreiseveranstalter. Seit März 2016 ist der Vater einer kleinen Tochter, Absolvent der IMC Fachhochschule für Tourismus Management und Freizeitwirtschaft sowie begeisterte Bergsteiger Geschäftsführer von BIG BUS Vienna, seit Sommer 2017 auch von BIG BUS Budapest und demnächst einer weiteren europäischen Touristen-Metropole.

Artikel teilen per Mail verschicken ausdrucken

Erstellt am: 19. Oktober 2018

Kommentar schreiben

Bitte die Netiquette einhalten. * Pflichtfelder

Nach oben