Winter-Bilanz 2016/2017

Zufriedener Westen, starker Osten. Zum Teil gibt’s Rekorde

Print-Ausgabe 21. April 2017

Österreichs Bergbahnen sind mit der zu Ende gehenden bzw. gegangenen Saison großteils zufrieden – lediglich Vorarlberg rechnet mit Umsatzrückgängen

Großteils positiv – so war die Entwicklung der Wintersaison 2016/2017 in Österreichs Skigebieten. „Es läuft alles wie immer, es zeigt sich ein normales und gewohntes Bild“, fasste kurz vor Ostern der Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen und Geschäftsführer sowie mit Abstand größter Gesellschafter der Schilift-Zentrum-Gerlos GmbH, Franz Hörl, die aktuellen Trends zusammen. Wobei die Top-Unternehmen (siehe T.A.I.-Seilbahn Ranking auf den Seiten 30 bis 33) ihre Spitzenpositionen weiter ausbauen konnten.

So rechnet Österreichs Bergbahn-Primus, die Silvrettaseilbahn (mit Abstand größtes Bergbahnunternehmen, exzellente Kennzahlen), neuerlich mit einem Besucher- und Umsatzrekord. Laut Silvrettaseilbahn-Geschäftsführer Hannes Parth konnte man zu Beginn der Saison sogar einen Tag früher aufsperren, bis Anfang Mai sind die Anlagen in Betrieb. Die Schneefälle zu Ostern leiteten ein starkes Finale ein: „Wir haben mit dem Schnee bis zum Saisonende keine Probleme“, so Parth.

Bei der Bergbahn AG Kitzbühel – vom Umsatz her Österreichs Nummer 3 – neigt sich die mit 192 Skitagen längste, jemals durchgeführte Saison ihrem Ende zu (22. Oktober 2016 bis 1. Mai 2017), dem 8. Winter in ununterbrochener Reihenfolge mit Rekordergebnissen dürfte ein 9. folgen. Laut Vorstand Josef Burger (siehe auch Interview Seite 35) dürfte im Geschäftsjahr 2016/2017 das erste Mal die Umsatzmarke von 50 Mio. Euro geknackt werden.

Ebenfalls zufrieden zeigt sich Mario Stedile-Foradori, Geschäftsführer der Arlberger Bergbahnen, die im Umsatz-Ranking einen Platz hinter Kitzbühel liegen. Hier endet die Saison bereits am kommenden Wochenende (23. April). „Die Schneefälle zu Jahresbeginn haben dafür gesorgt, dass bis zum Schluss ausgezeichnete Pistenverhältnisse herrschen, sämtliche Talabfahrten sind geöffnet“, so Stedile-Foradori.

Sehr zufrieden mit dem Verlauf der Saison zeigt sich Jakob Falkner, Geschäftsführer der Bergbahnen Sölden sowie der Ötztaler Gletscherbahn. Sein Kollege bei der Schmittenhöhenbahn AG, Erich Egger, wiederum kann mit der heurigen Saison, die sich über 147 Betriebstage erstreckte, die viertlängste Skisaison der letzten 30 Jahre vorweisen.

In der Region Gerlos - Zillertal Arena von Fachverbands-Obmann Franz Hörl dauert die Saison heuer zwei Wochen länger, die Liftanlagen schließen am 23. April. Hörl: „Die Pisten waren in diesem Winter außerordentlich gut, der kalte Jänner hat dies nochmals zusätzlich stabilisiert.“

Weniger zufrieden zeigen sich die Seilbahnbetreiber in Vorarlberg, für die sich laut Fachgruppenobmann Wolfgang Beck Umsatzrückgänge von rund 2,6 Prozent abzeichnen. Schuld daran hatte der Schneemangel zu Saisonbeginn: „Viele Seilbahnen konnten ihren Betrieb erst später als geplant aufnehmen, manche erst im Jänner.“ Die größeren und höher gelegenen Skigebiete konnten dabei den anfänglichen Schneemangel am besten ausgleichen.

Ganz anders das Bild in Niederösterreich, wo Markus Redl, Geschäftsführer der Niederösterreichische Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft (NÖ-BBG), auf eine erfolgreiche Saison verweist. „Die Betriebstage befinden sich im Durchschnitt des mehrjährigen Vergleichs, das Geschäftsergebnis wird besser sein als in den drei vorangegangenen Saisonen.“ In den östlichen Bundesländern hatten „die günstigen äußeren Bedingungen vor Weihnachten für eine stabile Naturschneebedeckung gesorgt.“

Auch bei den steirischen Seilbahnen verlief die Saison erfreulich. Inklusive Jänner verzeichneten die Unternehmen sowohl bei den gefahrenen Skitagen als auch beim Kassenumsatz ein Plus von rund 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Februar beträgt das Plus knapp 10 Prozent. „Unter dem Strich sollten wir die Saison mit einem zweistelligen Zuwachs beenden“, so der steirische Seilbahnobmann Arthur Moser. 

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Erstellt am: 21. April 2017

Zeigt sich mit den Verhältnissen im Winter 2016/17 sehr zufrieden: Fachverbands-Obmann Franz Hörl

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