AirPlus International

Geschäftsreisen kennen keine Krise! Innovationen dafür umso mehr

Print-Ausgabe 18. November 2016

Mit A.I.D.A., Share Economy, Smartphone-Bezahlung u.v.m. sorgt AirPlus International für interessante Impulse – das Wachstum setzt sich trotz sinkender Airline-Tarife fort

Der DRV (Deutsche ReiseVerband) überraschte mit der Feststellung, dass die Veranstalter-Umsätze heuer mit 3-4 Prozent stärker rückläufig waren, als jene im stationären Reisebürovertrieb (- 2-3 %). Verantwortlich dafür zeichnete der Bereich Business Travel, der mit rund 7,4 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau blieb und dadurch eine stabilisierende Wirkung hatte. „Der Geschäftsreise-Markt ist weniger Zyklen ausgesetzt, als der Leisure-Bereich“, bestätigte Patrick W. Diemer, Geschäftsführer von AirPlus International, in einem gemeinsam mit AirPlus Österreich Geschäftsführer Hanno Kirsch geführten Gespräch mit T.A.I.

Laut Diemer verbuchte AirPlus International seit der Finanzkrise 2008 jedes Jahr Zuwächse: „Die europäischen Unternehmen reisen mehr“, wobei dies in etwas moderaterer Form auch auf Länder zutrifft, die unter der Euro-Krise gelitten haben. Diemer: „Die Branche profitiert vom Trend zur Globalisierung. Dieser Trend hält an. Es braucht Face-to-Face-Besuche. Von einer Krise ist der Geschäftsreise-Markt weit, weit entfernt.“

Was AirPlus hingegen spürt, sind die stark rückläufigen Ticketpreise, wobei es heuer bei AirPlus „immer noch ein leichtes Umsatz-Plus von 2 Prozent gibt.

Dies ist insofern interessant, als von den Travel Managern jedes Jahr aufs Neue signalisiert wird, mehr Geld einsparen zu wollen. „Es wird auch tatsächlich an der Schraube gedreht“, so Patrick W. Diemer, „aber die Unternehmen geben trotzdem mehr aus, weil sie mehr reisen.“

Neben dem pekuniären Aspekt  rückt ein weiteres Thema in den Mittelpunkt: „duty of care“, also die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers bezüglich Gesundheit und Sicherheit reisender MitarbeiterInnen. Das war diese Woche eines der Themen auf der Tagung von GBTA Europe (Global Business Travel Association) und VDR (Verband Deutsches Reisemanagement) in Frankfurt. T.A.I. wird darüber berichten.

Die Bedeutung der erwähnten „Face-to-Face“-Besuche konnte durch den Trend zu Video-Konferenzen nicht verringert werden. „Viele Unternehmen haben in teure Video-Konferenzsysteme und Räume investiert und erwartet, dass dadurch ihr Geschäftsreiseaufwand reduziert wird. Das war Nonsens“, betont Patrick W. Diemer. „Jetzt haben sie noch mehr Meetings in diesen Räumen, fliegen aber trotzdem.“

AirPlus arbeitet laufend daran, die Abrechnung des steigenden Reisevolumens zu erleichtern, wie z.B. durch die virtuelle Kreditkarte A.I.D.A. (AirPlus Integrated Data and Acceptance). Sie verbuchte heuer bislang weltweit ein Umsatzplus von 36 Prozent und trägt somit fast ausschließlich das gesamte AirPlus Umsatz-Wachstum der erwähnten 2 Prozent.

Vorwiegend werden damit Hotel-Umsätze generiert, Umsätze mit Airlines und Car Rentals, die noch nicht vom AirPlus Travel Account akzeptiert werden. In Italien werden sogar Mobilfunk-Abrechnungen über A.I.D.A. abgewickelt. Nach 580 Mio. Euro weltweitem A.I.D.A.-Umsatz im Vorjahr soll 2016 die 900 Mio. Euro-Hürde genommen werden.

In Österreich wurde A.I.D.A. offiziell heuer im April gestartet. Im September wurde damit bereits laut Hanno Kirsch ein Abrechnungsumsatz von 500.000 Euro generiert. In den kommenden vier Jahren soll der A.I.D.A.-Anteil in Österreich auf 10 Prozent des abgerechneten Flugumsatzes und damit auf 40 Mio. Euro pro Jahr klettern.

Weiter kommt auch das von AirPlus und dem Flughafen Frankfurt gestartete Pilot-Projekt, die Airport-Parkgebühren in den Company Account einfließen und automatisch abrechnen zu lassen. „Das geht in Richtung Komfort und Effizienz für Reisende“, so Patrick W. Diemer.

Auch wird daran gearbeitet, Anbieter der Share Economy in den Travel Account mit einzubinden. Bei mytaxi und SnappCar ist dies bereits geschehen. Patrick W. Diemer: „Wir sind auch im Gespräch mit Airbnb, weil es Firmenkunden gibt, die das nutzen wollen.“

Des weiteren arbeitet AirPlus International an einem Produkt, das die Bezahlung von Reiseleistungen im Reisebüro via Smartphone ermöglichen wird. „Wir sind dabei, ein Joint Venture zu gründen“, verriet Diemer, der damit auch einen interessanten Schwenk in der AirPlus-Strategie dokumentiert sieht: „Wir waren früher stark auf Verbesserungen für Travel-Manager orientiert, jetzt geht es auch um Zusatznutzen für Reisende.“ 

AirPlus in Stichworten

AirPlus International erzielte im Vorjahr mit über 46.500 Firmenkunden in 60 Ländern einen Abrechnungsumsatz von 13,8 Mrd. Euro. Heuer liegt das Wachstum bei 2 Prozent. In Österreich kam AirPlus auf einen Abrechnungsumsatz von 706 Mio. Euro, das Wachstum in den ersten neun Monaten erreichte 1,6 Prozent inkl. Neukunden.

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Erstellt am: 18. November 2016

Freuen sich seit 2008 über jährliche Zuwächse bei AirPlus International: Patrick W. Diemer (l.) und Hanno Kirsch

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