Brexit und seine Folgen

EU verliert Fünftel des BIP, Viertel des Pax-Volumens, IAG vor Zerschlagung

T.A.I. 24 TOP News

Die Börsen auf Talfahrt, ebenso der Euro und noch kräftiger das Pfund – der Schock über das Ausstiegs-Votum der Briten aus der EU sitzt weltweit tief. Vorerst kann nur spekuliert werden, was die kurz-, mittel- und langfristigen Folgen sein werden. Einige Tatsachen sind aber bereits konkret. Extreme Folgen hat der Brexit für die IAG (International Airlines Group). Diese hat innerhalb weniger Stunden fast ein Viertel ihres Börsenwertes verloren.

Der sechstgrößte Airline-Konzern der Welt (Umsatz im Vorjahr 22,858 Mrd. Euro) ist als transnationale Holding konzipiert, die nur aufgrund der Zugehörigkeit aller Tochter-Airlines (British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus) zu EU-Mitgliedsländern erlaubt ist. Bei British Airways ist dies künftig nicht mehr der Fall. Der Börsenkurs befindet sich mit -23,31 Prozent am heutigen Tag (24. Juni, 13:16 Uhr MIttag) derzeit im freien Fall. Die Marktkapitaliserung sank innerhalb weniger Stunden um 3,64 Mrd. Euro auf 13,54 Mrd. Euro.

Ebenso gravierend sind die Folgen für den Luftverkehr Europas. Gemessen am Passagiervolumen verliert die EU durch den Austritt der Briten ein Viertel ihres Fluggäste-Aufkommens. Gleichzeitig liegt künftig der größte Flughafen des Kontinents, London Heathrow (74,986 Millionen Passagiere 2015), außerhalb der EU. Deren neue Nummer 1 ist Paris Charles de Gaulle mit zuletzt 65,767 Millionen Fluggästen, gefolgt von Frankfurt (61,032 Millionen).

Gemessen an den internationalen touristischen Einkünften verliert die EU mehr als ein Zehntel ihres Aufkommens von zuletzt 422,6 Mrd. US-Dollar, denn die Gäste aus aller Welt sind in Großbritannien überdurchschnittlich spendabel. Bei den internationalen Tourismus-Ankünften von zuletzt 455,1 Millionen büßt die EU durch den Austritt der Briten rund 7,2 Prozent an Volumen ein.

Im Bereich der Geschäftsreisen ist Großbritannien mit zuletzt 43,5 Mrd. US-Dollar Ausgaben für Business-Trips der fünftgrößte Quellmarkt der Welt – einen Platz hinter Deutschland (57,9 Mrd. Dollar) bzw. einen Rang vor Frankreich (36 Mrd. Dollar). Das Gewicht der EU im Bereich der weltweiten Geschäftsreisen schrumpft durch den Briten-Austritt um ein Fünftel.

Die stärkste Auswirkung hat der Briten-Exodus allerdings auf die Wirtschaftskraft der EU. Gemessen am BIP (Brutto Inlandsprodukt) verliert sie rund ein Fünftel (17,6 Prozent) ihres bisherigen Volumens. Großbritannien war die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der EU-28 hinter Deutschland, das die Gemeinschaft künftig noch stärker dominieren wird, als bisher: vor dem Briten-Austritt hielt die Bundesrepublik bei einem Fünftel (20,7 Prozent) des BIP der EU-28, in Zukunft ist es mehr als ein Viertel (25,1 Prozent).

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